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Wenngleich der Historiker Wolfgang Dreßen bisher nur zehn Prozent der Kölner Aktenbestände ausgewertet hat, so sind seine Befunde eindeutig: Die so genannte „Arisierung“ war nicht nur ein einzigartiges kriminelles Vergehen an der jüdischen Bevölkerung, sie wurde zudem im Wissen und unter aktiver Mithilfe eines Großteils der Bevölkerung begangen.
Berufsverbot, Enteignung, Vertreibung - betroffene Zeitzeugen, Archivare und Historiker wie Götz Aly kommentieren die Motive, den Ablauf und die Folgen der detailliert geplanten Maßnahmen; letzterer spricht von einer auf breitem Konsens beruhenden „Gefälligkeitsdiktatur“, von der viele profitiert hätten: Allein in München etwa wurden auf diese Weise etwa 4000 Privathaushalte „aufgelöst“. Deutlich wird auch die immense Tragweite des Berufsverbots, die zahlreichen Nichtjuden sehr gelegen kam, weil attraktive Posten vakant wurden und sie schneller Karriere machen konnten.
Wiederholt kommen Nachkommen von Verfolgten des Regimes zu Wort: Sie schildern deren Versuche zu emigrieren und somit vielleicht nicht den kompletten Besitz, so doch wenigstens das eigene Leben und das der Familienangehörigen zu retten.
Der Historiker Dreßen beschäftigt sich eingehend mit der Enteignung der Juden; Rechte: WDR
Viele Juden wurden nach ihrer Enteignung in Ghettos gebracht; Rechte: akg