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Sendungsinhalt: Nordirland

Zwar hat ein großer Teil der Extremisten im Nordirlandkonflikt offiziell das Ende des bewaffneten Kampfes verkündet, gewalttätige Ausschreitungen sind jedoch immer wieder an der Tagesordnung. Zu groß ist bei vielen der Hass, zu tief sitzen die Verletzungen, als dass ein friedliches Miteinander Normalität sein könnte. Nichts macht dies deutlicher als die hohen Mauern in Belfast zwischen den katholischen und protestantischen Wohnvierteln, die sogenannten „peace lines“ – „Friedenslinien“. Kaum ein anderer Konflikt hat eine so lange Geschichte wie der Nordirland-Konflikt. Seine Wurzeln liegen bereits mehr als 800 Jahre zurück.

In den 1970er Jahren mündete er in einen blutigen Bürgerkrieg mit 3600 Toten.

Im Kern geht es um die staatliche Zugehörigkeit Nordirlands. Die Mehrheit der Protestanten will, dass Nordirland Teil Großbritanniens bleibt. Die Mehrheit der Katholiken aber will, dass Nordirland mit der Republik Irland vereint wird.

Trotz der Fortschritte, trotz eines 1998 begonnenen Friedensprozesses, schwelt der Konflikt auch heute noch.

Filmskript: Nordirland

Nordirland

Kapitelübersicht:

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Die Wurzeln des Konflikts

00:00 – 04:00

Der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten hat seinen Ursprung vor mehr als 800 Jahren. Irland ist damals in fünf Gebiete aufgeteilt, deren Herrscher um die Oberhoheit kämpfen. Als einer der irischen Herrscher den englischen König zu Hilfe ruft, besetzt dieser einen kleinen Teil Irlands. 400 Jahre später unterwerfen die Engländer ganz Irland. Der protestantische König Englands will die überwiegend katholischen Iren zwingen, seine Konfession anzunehmen. Die Aufstände der Iren werden von den englischen Truppen brutal niedergeschlagen. Besonders heftig ist der Konflikt im Norden Irlands.

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Der Kampf der Iren gegen die britische Herrschaft

04:00 – 06:33

Immer wieder schlagen die Engländer die Aufstände der Iren nieder. Bei einer großen Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert kommt von der englischen Regierung keine Hilfe: Eine Million Menschen verhungern. Im frühen 20. Jahrhundert bringt den Engländern die gewaltsame Herrschaft über die Iren keinen Nutzen mehr. Sie ist zu blutig und zu teuer und schadet dem Ansehen Englands in der Welt. 1922 ziehen die britischen Truppen aus einem Großteil Irlands ab, besetzen aber weiterhin den Norden. Die dort lebenden Katholiken werden von nun an systematisch benachteiligt.

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Der nordirische Bürgerkrieg

06:33 – 11:51

Anfang der 1960er Jahre protestieren die Katholiken in Nordirland gegen die britische Unterdrückung. Immer wieder kommt es zu Straßenschlachten mit der Polizei und den Protestanten. Der Bürgerkrieg beginnt. Es formieren sich Untergrundarmeen wie die katholische IRA und die protestantische UDA. Um die Gewalt einzudämmen stationiert die britische Regierung Soldaten in Nordirland, was den Konflikt jedoch anheizt. Da man auch in London erkennt, dass sich der Konflikt nicht mit Gewalt lösen lässt, sollen die Katholiken im Regionalparlament in Belfast beteiligt werden. Das wiederum missfällt einem großen Teil der protestantischen Bevölkerung; diese zwingt die britische Regierung mit einem Generalstreik, das zuvor gewählte Parlament wieder aufzulösen. Der Bürgerkrieg geht unvermindert weiter.

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Auf dem Weg zum Frieden

11:51 – Ende

1998 führen Verhandlungen aller Konfliktparteien endlich zum Erfolg: Es wird ein Abkommen unterzeichnet, das einen Gewaltverzicht beider Seiten und eine gemeinsame Regierung von Protestanten und Katholiken vorsieht. Außerdem bleibt Nordirland ein Teil Großbritanniens, solange die Mehrheit der Bevölkerung dem zustimmt. Im Mai 1998 sprechen sich in einem Referendum 70% der Bevölkerung für das Abkommen aus. Obwohl eine nordirische Regierung unter Beteiligung von Protestanten und Katholiken in Kraft tritt, kommt es nach wie vor zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Anschlägen. Misstrauen und Hass zwischen den Konfessionen sind tief verankert.