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Sendungsinhalt: Jugoslawien

Armut, Ausgrenzung und Hass gegen ethnische Minderheiten. Noch heute leiden die Menschen im ehemaligen Jugoslawien an den Folgen des Bürgerkrieges.

Warum ist Jugoslawien zerfallen? Einen Verbund verschiedener Staaten in Mittel- und Südosteuropa hatte es in unterschiedlicher Form bereits seit 1918 in einem Königreich gegeben. 1941 überfiel das nationalsozialistische Deutschland die Region und überzog mit Hilfe des kroatischen Ustascha-Regimes das Königreich mit Terror. Juden, Roma und Menschen aus anderen Volksgruppen wurden systematisch ermordet.

Die kommunistischen jugoslawischen Partisanen bekämpften die Faschisten in der Region und befreiten das Land von den Besatzern. Der Führer der Partisanen war Josip Broz, genannt Tito. Der charismatische Politiker war seit der Gründung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien im Jahr 1945 bis zu seinem Tod 1980 der Staatschef Jugoslawiens.

Der Vielvölkerstaat Jugoslawien war ein vielfältiger, multi-ethnischer Staatenverbund mit einem starken wirtschaftlichen Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden. Bereits 1971 gab es erste Forderungen nach Unabhängigkeit in den Teilstaaten. Während der 1990er Jahre forderten immer mehr Republiken ihre Unabhängigkeit. Das politisch dominante Serbien und seine Machthaber antworteten mit Unterdrückung und Gewalt. In allen Teilrepubliken Jugoslawiens wurden ethnische und nationalistische Gefühle der Menschen mobilisiert, um territoriale Ansprüche durchzusetzen. Der blutige Bürgerkrieg, der zum Zerfall Jugoslawiens führte, dauerte 10 Jahre.

Der Film geht den Ursachen für die Auflösung Jugoslawiens nach und zeigt, welche Auswirkungen der Konflikt bis heute hat.

Filmskript: Jugoslawien

Jugoslawien

Kapitelübersicht:

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Der Vielvölkerstaat Jugoslawien im 20. Jahrhundert

00:00 – 05:48

Die Gerichtsmedizinerin Dragana Vučetić untersucht im Labor der „Internationalen Kommission für vermisste Personen“ Überreste von Opfern des Massakers von Srebrenica. Es war grausamer Höhepunkt der gewaltsamen Auseinandersetzungen verschiedener Volksgruppen im Vielvölkerstaat Jugoslawien. Die Eskalation der Gewalt hat eine lange Vorgeschichte: 1918 wird das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet. Die Region ist geprägt von einer kulturellen und religiösen Vielfalt. Im Zweiten Weltkrieg überfallen Deutschland und Italien die Region. Die kommunistischen Partisanen unter der Führung von Josip Broz, genannt Tito, befreien das Land und gründen das Sozialistische Jugoslawien.

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Proteste für mehr Rechte und Autonomie

05:48 – 07:44

Die Konzentration der Macht des Vielvölkerstaates in den Händen serbischer Politiker und starke wirtschaftliche Unterschiede schaffen Unzufriedenheit in den Teilrepubliken Jugoslawiens. Ab Beginn der 1980er Jahre kommt es zu dort immer wieder zu Protesten für mehr Rechte und Autonomie.

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Kämpfe zwischen den Ethnien

07:44 – 10:13

Der Nationalismus wird in allen Teilrepubliken stärker. Immer mehr Bürger fordern die Abspaltung von Serbien. Die blutigen Konflikte zwischen den ethnischen Gruppen nehmen zu. 1991 erklären zunächst Slowenien und Kroatien, dann Mazedonien und Bosnien-Herzegowina ihre Unabhängigkeit.

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Das Eingreifen der NATO

10:13 – Ende

Im Juni 1995 findet das später als Völkermord definierte Massaker von Srebrenica in Bosnien-Herzegowina statt. Im August 1995 und März 1999 greift das westliche Militärbündnis NATO Stellungen der bosnischen Serben und serbische Städte an. Offiziell herrscht im ehemaligen Jugoslawien heute Frieden, doch Armut und ethnische Ausgrenzung sind in vielen Regionen allgegenwärtig und zwingen die Menschen zur Flucht.