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Großbritannien organisiert den Schulalltag anders als Deutschland. Der Unterricht beginnt nicht, wie bei uns, bereits um acht Uhr, sondern erst eine Stunde später um neun. Dafür nehmen englische Schüler ihr Mittagessen nicht zu Hause, sondern in der Schulkantine ein. Anschließend haben sie dann noch bis ungefähr 16.00 Uhr Nachmittagsunterricht.
Jo hat nichts gegen seine Schuluniform; Rechte: WDR
Grundschüler in Kamp-Lintfort; Rechte: ddp/ Volker Hartmann
In Großbritannien tragen so gut wie alle Schüler einheitliche Kleidung. Das Tragen einer Schuluniform hat in England eine lange Tradition, deren Ursprung heute keiner mehr so recht nachzuweisen vermag. Schließlich gab es in Großbritannien nie ein Gesetz, das vorschrieb, die Schüler einheitlich zu kleiden. Das Einführen und das Aussehen einer Schuluniform oblag schon immer der Schule. Dennoch gibt es nur einige wenige, meist private Schulen, die auf die Einheitskleidung verzichten.
Anders als in Großbritannien ist in Deutschland das Tragen von Schuluniformen sehr umstritten. Einige Schulen haben sich jedoch dazu entschieden, einheitliche Kleidung einzuführen. Diese erinnert aber weniger an eine Uniform – meist sind es T-Shirts oder Pullover mit dem Emblem der Schule. Die Initiatoren hoffen, dass der Gruppendruck abnimmt, während Zusammenhalt und Zugehörigkeitsgefühl zu der Schule zunehmen. Als erste Grundschule in Nordrhein-Westfalen hat die Overbergschule in Kamp-Lintfort 2007 Schulkleidung auf freiwilliger Basis eingeführt.
Großbritannien ist eine multikulturelle Gesellschaft, in der verschiedene religiöse Gruppen vertreten sind. Demzufolge werden in dem Land viele unterschiedliche Feste gefeiert. Es ist allgemein üblich, dass Kinder an ihren jeweiligen hohen religiösen Feiertagen schulfrei haben. In Städten mit hoher indischer Bevölkerung, wie beispielsweise Bradford oder Leicester, werden in den Innenstädten außerdem nicht nur Weihnachtsdekorationen, sondern auch Diwalidekorationen aufgehängt.
Zu Diwali dekoriert Jasmindas Familie den Tisch; Rechte: WDR
Halloween ist sehr beliebt; Rechte: Mauritius/ Photononstop
Diwali ist das wichtigste Fest der Hindus. Gefeiert wird es jährlich zwischen Oktober und November, in Erinnerung an die Rückkehr des Gottes Rama und seiner Frau Sita aus 14-jährigen Exil. Zu diesem Zweck wird jedes Zimmer im Haus mit einer Vielzahl kleiner Lampen und Kerzen beleuchtet. Deshalb wird Diwali auch das „Fest des Lichts“ genannt. Es verteilt sich über insgesamt fünf Tage, wobei jeder Tag einem speziellen Gedanken und einem bestimmten Gott geweiht ist. Der erste Tag wird bei den meisten Hindus der Göttin Lakshmi gewidmet. Sie ist die Göttin der Fülle und des Wohlstandes. Da man glaubt, dass Lakshmi nur Häuser betritt, die absolut rein und fleckenlos sind, werden Haus und Hof vor Beginn der Diwali-Feierlichkeiten einer gründlichen Säuberung unterzogen. Außerdem tragen alle Familienmitglieder während des Festes ihre besten Kleider. Bei den Frauen handelt es sich dabei um aufwändige bunte Gewänder.
Nicht nur amerikanische, sondern auch englische Kinder lieben Halloween. Während dieses Fest bei uns noch in den Kinderschuhen steckt, hat es sich in Großbritannien in den letzten Jahren bereits fest etablieren können. So wird das abendliche Stadtbild jedes Jahr am 31. Oktober mittlerweile von gruselig kostümierten und geschminkten Kindern bestimmt, die von Haus zu Haus ziehen und die Erwachsenen mit „Trick or Treat“ (frei übersetzt: „Gebt uns etwas Süßes, oder es setzt Saures“) erschrecken wollen.
Ruth und ihre Familie feiern das Chanukka-Fest; Rechte: WDR
Truthahn gehört zum britischen Weihnachtsfest; Rechte: mauritius
Das jüdische Chanukka-Fest (auch „Hanukkah“) wird jedes Jahr um den Jahreswechsel herum gefeiert. An Chanukka gedenkt man der Wiedereinweihung des entweihten jüdischen Tempels in Jerusalem. Eine der zahlreichen Chanukka-Legenden erzählt von einem einzigen Fläschchen Öl, das die Griechen nicht entweiht hatten und das – obwohl der Menge nach nur für einen Tag ausreichend – durch ein Wunder acht Tage brannte. Deshalb werden heute zum Chanukka-Fest insgesamt acht Kerzen eines Chanukka-Leuchters angezündet; jeden Tag leuchtet eine Kerze mehr. Dabei wird je eine Berache (Segensspruch) aufgesagt.
„Kuchen“, „Truthahn“, „Geschenke“ und – natürlich – „Kerzen“ werden von den Schülern im Film als typische Elemente des Weihnachtfestes genannt. Weihnachten wird in England anders gefeiert als in Deutschland. Zumindest dürfte der traditionelle britische Truthahn nur bei den wenigsten deutschen Familien auf dem weihnachtlichen Speiseplan stehen. Außerdem werden die Geschenke in Großbritannien erst am Morgen des 25. Dezembers geöffnet. Am Tag zuvor haben sie lediglich ihre Socken vor dem Kamin aufgehängt. Denn die Tradition besagt, dass Santa Claus über Nacht von Haus zu Haus zieht und über den Kamin in die Häuser gelangt, um den Kindern so ein Geschenk zu hinterlassen.
London, die britische Landeshauptstadt, zählt zu den beliebtesten Metropolen der Welt. Millionen Menschen machen sich jedes Jahr aus dem In- und Ausland auf den Weg, um die Attraktionen und die einzigartige Atmosphäre dieser Stadt aus nächster Nähe zu erleben.
Turm mit berühmtem Glockenklang. Rechte: Mauritius/ Rudolf Pigneter
Was vielen nicht bewusst sein dürfte: Der Name Big Ben bezieht sich genau genommen nicht auf den gesamten Turm, sondern lediglich auf die insgesamt 14 Tonnen schwere Turmglocke, die im Jahre 1858 aufgehängt wurde und seitdem fast ununterbrochen, auf die Sekunde genau, jede volle Stunde einläutet. Die charakteristische Klangfolge ist zum Symbol für ganz Großbritannien geworden, seit die BBC ihn als Pausenzeichen einführte.
Hierbei handelt es sich um eine der neueren Landmarken Londons – einen von dem Stararchitekten Sir Norman Foster entworfener Wolkenkratzer, der im Jahre 2004 fertig gestellt wurde und wegen seines Aussehens von der Bevölkerung den Spitznamen „The Gherkin“ erhielt. Und tatsächlich: Die Form des futuristischen Glasgebäudes erinnert tatsächlich sehr stark an eine Gurke. Mit seinen 40 Stockwerken und einer Höhe von zirka 180 Metern ist „The Gherkin“ das dritthöchste Gebäude Londons.
Das größte Riesenrad Europas; Rechte: AKG/ Jürgen Raible
Das große Riesenrad ist anlässlich der Feierlichkeiten zur Jahrtausendwende entstanden und wird von der Bevölkerung deswegen auch „Millenium Wheel“ genannt. „Mit einer Höhe von 135 Metern ist das London Eye das größte Riesenrad Europas. An einem dunstfreien Tag kann man von dort oben bis zu einer Entfernung von 40 Kilometer weit in die Landschaft schauen. Eine Fahrt in einer der 32 Glaskabinen des Riesenrades dauert etwa eine Stunde.
Inzwischen ist die berühmte St. Paul's Cathedral fast vollständig von Hochhäusern umkreist. Dennoch zeichnet sich ihre etwa 110 Meter hohe Kuppel immer noch deutlich ab. Die Errichtung von „St. Paul's“ wurde 1666 nach dem Stadtbrand von London in Auftrag gegeben. Baumeister war der avantgardistische Architekt Christopher Wren, der seine Entwürfe mehrmals überarbeiten musste, um von den konservativen Stadträten schließlich eine Genehmigung zu erhalten. Wie durch ein Wunder blieb die Kathedrale während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg unversehrt.
Die Londoner Tower Bridge ist eine der berühmtesten Brücken der Welt. Sie wurde bereits 1894 eröffnet und gilt als wahre Glanzleistung viktorianischer Ingenieurskunst. Die gotischen Brückentürme und die obere Fußgängerbrücke enthalten nämlich einen Mechanismus, der es möglich macht, die Brücke je nach Bedarf zu öffnen oder auch zu schließen. Noch bis ins Jahr 1976 wurde dieser Zugmechanismus von einer Dampfmaschine betrieben. Heute geschieht das rein elektrisch.
Der Tower ist eines der ältesten Gebäude Londons – vor mehr als 900 Jahren wurde mit seiner Errichtung begonnen. Früher wie heute diente der Tower als Aufbewahrungsort für die Schätze und Reichtümer des Landes und so werden auch heute noch die kostbaren englischen Kronjuwelen hier aufbewahrt. Während der Tower heute eine Touristenattraktion darstellt, galt er in der Vergangenheit primär als ein Ort der Angst und des Schreckens. Wer den Zorn des Monarchen auf sich gezogen hatte, wurde oft jahrelang in den düsteren Verliesen festgehalten, gefoltert oder umgebracht. Insgesamt besteht der Tower of London aus vielen verschiedenen Gebäuden, die alle von einer gemeinsamen Außenmauer umgeben sind. Zu den bekanntesten Bestandteilen des Towers gehört der White Tower. Es wurde bereits 1097 fertig gestellt und war damals mit seinen 30 Metern das höchste Gebäude Londons – ein Symbol der königlichen Macht.
Gegenüber dem Tower, auf der anderen Seite der Themse, liegt das bekannte Schlachtschiff HMS Belfast. Es handelt sich hierbei um das Schiff, das am sogenannten D-Day, dem Tag der alliierten Invasion an der französischen Kanalküste, als erstes das Feuer eröffnete. Heute ist die HMS Belfast ein Museum über die englische Marinegeschichte der letzen fünfzig Jahre.
© Text: Petra Lütke Brochtrup, Christiane von Stechow
