zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Hauptnavigation

Inhalt

Einsatz im Unterricht

Curry und Co.

Gewürze spielten schon im Altertum ein bedeutende Rolle. Bei den Römern waren sie Nahrungsmittel, Arznei und Statussymbol zugleich. Über Gewürze wie den Pfeffer, die jeder Schüler kennt und die in unsere Küche täglich verwendet werden, lässt sich unmittelbar ein Einstieg in die römische Alltags- und Sozialgeschichte finden. Welche Gewürze wurden von wem verwendet? Welche Bedeutung maß man ihnen bei? Und woher stammten sie? Über den Ursprung der Gewürze, erschließen sich die weit verzweigten Verkehrs- und Handelswege in der Antike. Sicherlich fragen sich auch die Schüler, woher wir denn wissen, welche Speisen und Gewürze man in der Antike nutzte. Leicht kann so ein Einblick in die Methoden und Arbeitsweisen von Archäologen gegeben werden. Die besondere Quellenlage in der antiken Geschichte, mit ihren nur wenigen schriftlichen Zeugnissen und der daher um so größeren Bedeutung archäologischer Funde, ihrer Auswertung und Interpretation, kann den Schülern hier exemplarisch gut vermittelt werden.

Für den fächerverbindenden Unterricht mit Latein eignen sich die Beschreibungen antiker Feste oder Kochbücher, wie etwa das des Apicius. Das Zubereiten römischer Speisen nach den Originalrezepten im Rahmen von Unterrichtsprojekten lässt die Schüler die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes greifbar erleben. Zahlreiche Museen und Ausstellungen im gesamten Bundesgebiet zeigen Gegenstände des antiken Alltagslebens und auch der Nahrungszubereitung. Der Besuch einer Ausstellung kann durch die Beschäftigung mit der römischen Küche vorbereitet und so zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Funden genutzt werden. Schließlich hatten die Römer weder Pfanne noch Kochtopf in unserem heutigen Sinn. Wie sah es also in der römischen Küche aus?

Im Rahmen eines Projektes könnte so auch eine eigene Ausstellung erstellt werden, bei der sich den Schülern durch die Beschäftigung mit dem Alltäglichen eine ganz neue Sicht auf die Antike eröffnet. Dabei lernen sie nicht nur Historisches, sondern auch den Umgang mit verschiedenen Präsentationsformen. In Zusammenarbeit mit den Fächern Kunst und Musik lassen sich Exponate herstellen oder gar eine Taberna für das nächste Schulfest gestalten.

Pfeffer – Von Pfeffersäcken und Feinschmeckern

Die Intensivierung des Handels, der weite Teile der damals bekannten Welt miteinander verknüpfte, und der Ausbruch der Pest, die rund ein Viertel der Bevölkerung Europas dahinraffte, gehören zu den wohl bedeutendsten Ereignissen des Mittelalters. Und beide stehen in unmittelbarem Zusammenhang miteinander. Ohne die weit verflochtenen Wirtschaftsbeziehungen, die bis in den Fernen Osten reichten, hätte der Erreger aus den Steppen Asiens möglicherweise nie den Weg nach Europa gefunden. Ohne die Frachtschiffe und Handelskarawanen wären die indische Baumratte und der Rattenfloh, die das Bakterium transportieren, nicht über so weite Strecken verbreitet worden. Diesen Zusammenhang können sich die Schüler durch die Beschäftigung mit zeitgenössischen Berichten und historischem Kartenmaterial sehr gut selbst erarbeiten und so den Umgang mit historischen Quellen üben.

Gewürze, die wir tagtäglich verwenden, spielten in der mittelalterlichen Wirtschaft eine wichtige Rolle. Gerade auch wegen ihnen legten Händler weite Strecken unter größten Gefahren zurück. Die Kontrolle über die Warenwege war sicherlich eine ausschlaggebende Motivation der Kreuzritter. Nicht nur des Glaubens wegen machten sie sich auf ins geheiligte Land. Der Kontakt mit der arabischen Welt eröffnete den Europäern auch Zugänge zu antikem und modernem Wissen in Philosophie, Mathematik, Architektur und Literatur. Der wirtschaftliche Wohlstand durch Handel und Finanzwesen durchbrach die mittelalterliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Er sorgte für das Aufblühen der Städte und brachte mit dem Aufstieg der Bürger und Kaufleute die Ständeordnung. Die Fugger oder Welser, deren Namen noch heute für unvorstellbaren Reichtum stehen, übten auch politischen Einfluss aus. Die Notwendigkeit zu Schriftverkehr und Buchführung hatten bessere Bildung diesseits der klösterlichen Mauern zur Folge.

Und nicht zuletzt entstand im mittelalterlichen Finanz- und Wirtschaftswesen Grundlegendes, was uns heute alltäglich und unverzichtbar erscheint. Das Bezahlen mittels Schecks und Wechseln ist der Ursprung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und zugleich Ausgangspunkt für die Entstehung von Banken. Die Zusammenschlüsse von Kaufleuten mit dem Zweck, sich gegenseitig finanziell gegen den Verlust oder Raub von Waren abzusichern, war die Vorstufe zu unserem modernen Versiche-rungswesen. So eröffnen sich bei der Beschäftigung mit den bekannten Gewürzen vielfältige Möglichkeiten für die Schüler in die Welt des Mittelalters einzudringen.

Muskat, Nelke, Zimt – Am Anfang war das Gewürz

Im Zeitalter der Entdeckungen trieb es die Europäer auf der Suche nach Waren, Gold und Silber in die entlegensten Winkel der Erde. Dieser Drang führte zur Entdeckung Amerikas und sollte die Weltgeschichte nachhaltig verändern. Gewürze und Pflanzen wie Mais, Kartoffel, Tomate und Tabak stellten nicht nur den Speiseplan der Europäer auf den Kopf.

Sich mit den Motiven historischer Personen auseinander zu setzen und der Versuch, sich in ihre Lage zu versetzen, bietet zahlreiche Schreib- und Diskussionsanreize, was sowohl für den Geschichts-, als auch für den Deutschunterricht interessant ist.

Durch das Erstellen von Steckbriefen zu Gewürzen oder Pflanzen können Informationsbeschaffung, auch mit Hilfe des Internets, sowie Informationsverarbeitung und Präsentation geübt werden. Beides ist gerade in der Mittelstufe, wo das Thema Entdeckungen in den Lehrplänen für das Fach Geschichte angesiedelt ist, von großer Bedeutung. So werden neben der historischen Wissensvermittlung zugleich grundlegende Arbeits- und Präsentationsformen geübt.

Die Vereinigte Ostindien Companie, in ihrem 200jährigen Bestehen nicht nur eines der größten und bedeutendsten Unternehmen der Wirtschaftsgeschichte, sondern auch die erste Aktiengesellschaft der Welt, ist zudem ein hervorragendes Beispiel für die Herausbildung neuer Wirtschaftsformen.

Vanille – Neues aus der Neuen Welt

Die Folgen der europäischen Kolonialpolitik, der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern und der Sklavenhandel, wirken bis in unsere Zeit hinein. Sich damit auseinander zu setzen ist nicht nur Aufgabe des Faches Geschichte, sondern bietet auch vielerlei Diskussionsanlass in Religion, Ethik und Gemeinschaftskunde. Einen sehr guten fächerübergreifenden Ansatz, um diese Problematik zu behandeln, liefert auch die im Literaturkanon des Faches Deutsch vorgesehene Lektüre „Das Gold von Caxamalca“ von Jakob Wassermann. Der Einstieg über die Vanille, die heute nicht zuletzt in Erfrischungsgetränken wie Coca Cola reichhaltig verwendet wird, ist für die Schüler ein Ausgangspunkt für die Frage nach dem Ursprung vieler unserer gängigen Lebensmittel. Ohne die Entdeckung Amerikas würden wir weder Mais noch Kartoffeln, weder Tomaten noch Vanille und viele andere Nahrungsmittel kennen.

Die Suche nach Nahrung trieb Kolumbus jedoch nicht an. Was waren also die Beweggründe der vielen Europäer, ihre Heimat zu verlassen um nach Westen zu segeln?

Erfahrungsberichte von Eroberern lassen die Schüler deren Beweggründe nachvollziehen. Die Eroberung der Neuen Welt brachte jedoch auch Leid und Tod über Millionen indianischer Ureinwohner und Sklaven. Ihre Berichte helfen den Schülern ein differenziertes Bild jener Zeit zu gewinnen.

Anhand der Graphik zum Warenaustausch im 16. Jahrhundert kann auf dem Arbeitsblatt die Interpretation einfacher Statistiken, wie es im Lehrplan für die Jahrgangsstufe 8 im Fach Geschichte vorgesehen ist, geübt werden. Schreibaufträge in Form von Briefen oder Gesprächen ermöglichen eine kreative Auseinandersetzung mit dem historischen Sachverhalt.

  • Arbeitsblatt - Curry und Co.
  • Arbeitsblatt - Pfeffer – Von Pfeffersäcken und Feinschmeckern
  • Arbeitsblatt - Muskat, Nelke, Zimt – Am Anfang war das Gewürz
  • Arbeitsblatt - Vanille – Neues aus der Neuen Welt