zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
300 Jahre beuteten die Spanier Mexiko als weltweit einzigen Vanilleproduzent aus. Argwöhnisch bewachten sie Pflanzungen und Häfen. Die Ausfuhr der einzigartigen Urpflanze musste verhindert werden, um das spanische Handelsmonopol zu sichern. Wer eine Orchidee außer Landes schmuggelte, wurde getötet. Dennoch gelangten 1807 Stecklinge auf geheimnisvollem Weg in die Botanischen Gärten von Antwerpen und Paris, nach Java und auf die Insel La Reunion. Überall dort blühten die Pflanzen, aber sie trugen keine Früchte. Ihnen fehlten die Tiere Mexikos, der Kolibri, bestimmte Bienen und Schmetterlinge, die die komplizierte Befruchtung der Orchidee übernehmen.
Viele Experimente waren nötig bis es 1841 einem pfiffiger Sklavenjunge auf La Reunion gelingt, die Pflanze künstlich zu befruchten. Mit einem feinen Bambussplitter bringt man Pollen durch das natürliche Trennhäutchen auf den Stempel der Blüte. Diese Entdeckung bedeutete das Ende der spanischen Marktbeherrschung, denn nun wurden Vanilleplantagen auch in anderen tropischen Gebieten angelegt. Heute kultiviert man die Königin der Gewürze auf La Reunion, den Komoren und hauptsächlich auf Madagaskar.
© Text: WDR
