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Aus Profitgier wurde der Pfeffer gepanscht und gestreckt – mit Steinchen, Sand, kleinen Zweigen oder Wacholderbeeren. Gewürzfälscher hatten aber nicht nur im Mittelalter Konjunktur, deshalb sind heute Kontrolle und Reinigung gesetzlich vorgeschrieben. "Über ein stinkend Fleisch macht man gern ein Pfeffer", so eine Empfehlung der mittelalterlichen Kochkunst. Man schwelgte gerne mit vielerlei Gewürzen. Meister Hans, "des von Wirtenberg Koch", empfiehlt, "ein Huhn zu kochen mit Safran, Muskat, Nelken, Koriander und viel Pfeffer; Senf stets mit Zimt anzurühren und Fisch mit Ingwer und Kümmel zu dünsten." Als beste Küche gilt die, die am meisten Pfeffer verwendet. Bei der Trauung des Herzogs von Burgund kamen 190 Kilo Pfeffer auf die Tafel! Zum Nachtisch wurden Pfefferkörner wie Konfekt gereicht, um die Verdauung anzuregen.
Gewürze als natürliche Gesundheitsvorsorge - das bewahrte die Menschen des Mittelalters nicht vor ihrer größten Heimsuchung: der Pest. Auf den Gewürzschiffen kamen asiatische Ratten aus dem Fernen Osten nach Europa. Sie verbreiten sich in Windeseile. In ihrem Fell hausten Flöhe, die die die Karnkheit übertrugen. Dagegen half auch die vielbeschworene Heilkraft exotischer Gewürze nicht, weder in einer damals gebräuchlichen Maske gegen Ansteckung noch als Räucherung. Die Seuche aus Asien raffte Millionen Menschen hin.
Als der Mittelmeerhafen Konstantinopel 1453 an die Türken fiel, legte das mächtige Osmanische Reich die alten Handelsstrassen lahm. Die europäischen Kaufleute mussten nun die sagenumwobenen "Pfefferküsten" und "Gewürzinseln" selbst aufspüren. Auf der Suche nach den kostbaren Spezereien begann das Zeitalter der Entdeckungen.
© Text: WDR
