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Was die Einheimischen der "Gewürzinseln", der Molukken, nicht erwartet haben, wurde zu ihrem tragischen Schicksal: die Holländer agierten gewaltsamer als die Portugiesen. Die V.O.C führte blutige Kämpfe gegen Stammesfürsten und Bevölkerung. Berüchtigt für seine Grausamkeit war Generalgouverneur Jan Pieterzoon Coen aus Hoorn, Erbauer der Festung Batavia auf der Asche des vorher zerstörten indonesischen Orts Jakarta. Im März 1621 begann er seinen Ausrottungskrieg gegen die Banda-Inseln, damals einziges Anbaugebiet der Muskatnuss. 15.000 Einwohner wurden verschleppt und getötet. Dann wurden die Inseln wiederbevölkert mit Sklaven und Sträflingen. Holländische Offiziere und Beamte, so genannte Freibürger, wurden neue Eigentümer der Muskatpflanzungen. Ähnliches geschah auf den Nelkeninseln: Auf Ternate steht nur noch ein einziger uralter Nelkenbaum, alle anderen haben die Holländer niedergebrannt und in Plantagen neu aufgepflanzt.
Eigentlich müsste New York, das man auch "Big Apple" nennt, "big nutmeg" heißen. Denn das Gebiet des heutigen New York verdanken die Engländer einem kuriosen Tauschhandel: Bis auf die kleine Insel Run, die eine der wichtigsten Muskatinseln war, beherrschten die Holländer die gesamten Molukken. Aber auch die kleine, von den Engländern kontrollierte Insel wollten sie in ihren Besitz bringen. Nach erbitterten und ergebnislosen Kämpfen boten die Holländer den Engländern eine Insel in Nordamerika zum Tausch an. Diese liesen sich darauf ein und erhielten eine kleine Felseninsel im Hudson River namens Manhattan.
© Text: WDR
