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Asien war die Heimat der meisten Gewürze, vor allem Südindien und die Inseln des heutigen Indonesiens. Drehscheibe des regen Gewürzhandels der antiken Welt war Indien. Von dort wurden die Spezereien in den Westen gebracht. Der Transport der Gewürze über große Entfernungen war ein gefährlicher, mühseliger Weg, bedroht von Wind und Wetter, von Piraten und korrupten Machthabern. Zur Belohnung winkte hoher Profit, denn der exotische Luxus ließ sich so teuer verkaufen wie Gold.
Den Import der Gewürze aus Asien und den Export nach Europa betrieben die Araber, vor allem die Sabäer aus dem heutigen Jemen. Sie kontrollierten alle wichtigen Routen vom Süden Arabiens bis ans Mittelmeer und nach Jerusalem. Als dort ein mächtiger Konkurrent den Thron bestieg, setzte Bilquis, Königin von Saba, geschickt ihr wichtigstes Handelsgut ein. Das beschreibt die Bibel im Buch der Chronik: Die schöne Bilquis bezirzte ihn mit dem Duft exotischer Wohlgerüche, bis der König nicht mehr an Konkurrenz dachte. Die Bibel überliefert seine Verse im Hohelied Salomos. Die wahre Herkunft ihrer kostbaren Gewürze verschleierten die arabischen Händler mit wundersamen und zugleich abschreckenden Geschichten - das trieb die Preise in die Höhe und bewahrte ihnen das Gewürzmonopol.
Der bedeutendste Umschlaghafen und Gewürz-Stapelplatz am Mittelmeer war Alexandria. Dort wurde das kostbare Gut nach ganz Südeuropa verschifft. Die Ägypter benutzten Gewürze sogar bei der Mumifizierung ihrer Pharaonen: die Mumie Ramses II. wies 15 Körner schwarzen Pfeffers in ihrer Nase auf. Das zeigt, welchen Wert man dem Pfeffer, der seinerzeit auf sehr schwierigen Wegen von Indien bis nach Ägypten transportiert wurde, beimaß. In Ägypten waren Gewürze, Öle und Salben aus Olivenöl schon vor mindestens 2.500 Jahren bekannt. Man gebrauchte sie für kultische Handlungen und zur Körperpflege.
Eine andere antike Handelsroute führte direkt von Süd-Indien nach Norden über Hindukusch und Kaukasus nach Konstantinopel. So gelangten tropische Gewürze bis ins karge Hochland der zentralasiatischen Gebirge. Der Transport kam die Händler teuer zu stehen, denn Wegelagerer überfielen die Fracht und jeder Durchgangsstaat erhob oder erpresste Schutzzölle. Das Mittelmeer beherrschten Phönizier, Römer und Griechen. Sie transportierten die fernöstlichen Kostbarkeiten mit ihren Handelsschiffen in die großen Metropolen Südeuropas. Die Römer waren versessen auf die Kombination möglichst vieler Aromen. Die Weine waren wahre Gewürzlaugen – wie unser heutiger Glühwein. Kaiser Nero ließ die gesamten Zimtvorräte Roms beim Begräbnis seiner Frau Poppaea verbrennen. Kleine Mengen an Gewürzen gab es für jedermann als Medizin oder Räucherwerk zur Verehrung der Götter.
© Text: WDR
