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Kurz vorgestellt - alle Sendungen im Überblick

Säcke mit Gewürzen

Curry – eine exotische Kostbarkeit, unterliegt heute der deutschen Industrienorm. Spätestens seit der Currywurst lieben wir das gelbe Pulver aus dem Supermarkt, den Geschmack der großen weiten Welt. Gewürze sind Pflanzenteile, aufbereitet aus Samen, Rinden, Blättern oder Blüten – von welchem Baum aber stammt Curry? Curry ist keine Pflanze, sondern eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen. Es gibt zwar Curryblätter, die haben mit dem allgemein bekannten Curry aber so gut wie nichts zu tun, obwohl man sie auch zur Herstellung eines Currys benutzen kann. Curry kommt aus Indien. Hauptbestandteil ist die gelbe Kurkumawurzel, auch Gelbwurz genannt; deren typischen Geschmack findet man in jedem Currypulver wieder. Außerdem gehören zum Curry die Bockshornkleesaat, Kardamom und Koriander. Die Inder benutzen Curry seit über 3.000 Jahren. Der Film zeigt die Transportwege der Gewürzhändler in der Antike sowie die Bedeutung der exotischen Spezereien, die den arabischen Händlern Macht und Reichtum sicherte. [mehr]

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Eine Pfefferpflanze

Eine Welt im Pfefferrausch: in der Antike wie im Mittelalter, bei den Römern wie an deutschen Fürstenhöfen. Man opferte Städte, Gold und Soldaten, um in den Besitz dieser Kostbarkeit zu gelangen. Alles wurde übertrieben gewürzt, besonders Pfeffer durfte in keinem Gericht fehlen. In Rom war man geradezu pfeffersüchtig – das kann man dort heute noch in einem Restaurant mit antiker Küche probieren. Pfeffer ist das beliebteste Gewürz bis heute. In Deutschland verbrauchen wir pro Jahr 17.500 Tonnen, mehr als ein halbes Pfund pro Kopf. Piper nigrum heißt die rankende Pfeffer-Liane. Schwarzer und weißer Pfeffer stammen von derselben Pflanze. Lässt man die Früchte ausreifen und befreit sie vom Fruchtfleisch, dann bleibt nur der weiße Kern übrig. Erntet man die Beeren vor der vollen Reife und lässt sie trocknen, werden sie schwarz und runzelig. Ursprünglich gibt es den Piper nigrum nur an der „Pfefferküste“ in Südindien, heute wird er in vielen tropischen Ländern angebaut. „Geh doch hin, wo der Pfeffer wächst“, forderte man schon im Mittelalter lästige Mitmenschen auf. Sie sollten verschwinden in einem unvorstellbar fernen Land, aus dem es keine Wiederkehr gab. [mehr]

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Muskat, Zimt und Nelken (als Abbildung)

An der Südküste Indiens landete im Mai 1498 der Portugiese Vasco da Gama, der erste Europäer, der auf dem direkten Seeweg kam – auf der Suche nach den begehrten Gewürzen. Das war der Beginn des Kolonialimperiums: Portugal wurde reich und mächtig durch das Geschäft mit exotischen Spezereien. Zimt und andere tropische Gewürze wurden zuerst nach Lissabon gebracht und von dort in Europa weiter vermarktet. 1602 bildeten holländische Kaufleute die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) und wurden durch den Handel mit Gewürzen reich. Der Kampf um das begehrte Gut wurde oft blutig ausgetragen: mit Kriegen und Gewalt gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Für viele Einwohner der „Gewürzinseln“, der Molukken, bedeutete die Herrschaft der VOC den Tod. Erst 1770 gelang es einem Pflanzenjäger aus Frankreich, Samen von Muskat und Nelken zu stehlen und damit das holländische Monopol zu brechen. Gewürze werden seither in vielen Ländern angebaut. Aus dem Luxusgut wurde ein Massenartikel. [mehr]

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Abbildung einer Vanillepflanze

Vanille ist eine lianenartige Kletterorchidee. Die Blüte existiert nur einen einzigen Tag und bildet nach ihrer Bestäubung eine grüne Fruchtkapsel, die Schote. Vanille wurde schon vor 4.000 Jahren in Mesoamerika, dem heutigen Mittelamerika, angebaut. Die Azteken bezahlten damit ihre Steuern. Sie nutzten Vanille als Gewürz und Medizin, die das Herz stärkt, Angst und Müdigkeit beseitigt. Die Indianerinnen rieben sich mit der Schote über Haar, Haut und Kleidung, um ihre Anziehungskraft zu erhöhen. Das funktionierte, denn Vanillin, der Duftstoff der Vanille, ist chemisch verwandt mit den Sexuallockstoffen des Menschen. Januar 1519: Hernán Cortés startete seine Expedition aufs Festland. Für viele Azteken verkörperte der Spanier ihren Gottkönig Quetzacoatl, der mit weißer Haut und roten Haaren zur Erde zurückkehren sollte. Bei seinem Einzug in die prächtige Hauptstadt Tenochtitlán, heute Mexiko-City, bewirtete Moctezuma den Conquistador mit seiner bitter-süßen, vanillegewürzten Schokolade. Zu spät erkannten die Indianer ihren Irrtum: der Rothaarige war kein Gott. Der Untergangs des Aztekenreiches war der Anfang der Kolonisation Mittelamerikas. Die spanischen Handelsschiffe nahmen nicht nur tonnenweise Gold und Silber mit in die Heimat, sondern auch die fremden Gewürze Piment, Chili und natürlich Vanille. Die Ausfuhr der einzigartigen Urpflanze war verboten, damit das spanische Handelsmonopol gesichert blieb. Dennoch gelangten 1807 Stecklinge auf geheimnisvollem Weg in die Botanischen Gärten von Antwerpen und Paris, nach Java und auf die Insel La Réunion. 1841 gelang die erste künstliche Befruchtung der Orchidee. Dies bedeutete das Ende der spanischen Marktbeherrschung. Seit 1874 kann man Vanillin auch im Labor herstellen. Doch das Aroma aus der Retorte macht die Vanillebauern arbeitslos und führt zum Rückgang der Einnahmen. Eine Existenzbedrohung für die kleinen Anbauinseln, denn sie sind abhängig vom Export der Königin der Gewürze. [mehr]

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