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In der schwäbischen Provinz machen Bahnarbeiter 1929 einen spannenden Fund: In einem germanischen Grab entdecken sie eine Lanzenspitze mit eingeritzten Runen. Was bedeuten sie? Woher stammen sie? Auch wenn aus dieser Zeit keine persönlichen Lebensgeschichten von Germanen überliefert sind, so erlauben es historische Funde und Quellen, ein Bild vom Leben eines germanischen Kriegers nachzuzeichnen.
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Germanen bekämpfen sich im 3. Jahrhundert gegenseitig. Söldner werden mit dem Ausblick auf reiche Beute angeheuert und ziehen plündernd durchs Land. Ein Waffenfund aus über 15.000 Ausrüstungsteilen zeigt, wie kriegerisch diese Zeit gewesen sein muss. Viele kleine Stämme lösen sich auf und es entstehen neue Großstämme, wie die Sachsen und die Alemannen, die Burgunder und die Goten, die gegen einander kämpfen und bald auch das römische Reich herausfordern.
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Anfang des 2. Jahrhunderts bauen die Römer unter Kaiser Hadrian eine gewaltige Grenzanlage: den Limes. Nach der verlorenen Varusschlacht ziehen sich die Römer hinter den Rhein und die Donau zurück. Der Limes soll das römische Imperium vor germanischen Angriffen schützen. Die über 500 Kilometer lange Anlage besitzt zahlreiche Palisaden, Gräben und Wachtürme. Heute sind die Spuren des Limes in Germaien nur bei genauem Hinsehen zu erkennen, denn er bestand nur aus Erde und Holz.
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Der Limes ist durch ein ausgeklügeltes Frühwarnsystem gut gesichert. Die Wachtürme stehen in Sichtkontakt zueinander und können sofort Alarm schlagen. Die Limes-Truppen sollen bei einem Angriff mit Hornsignalen oder nachts mit Lichtzeichen Alarm geben. Falls es germanische Truppen einmal schaffen sollten den Limes zu durchdringen, können auf diese Weise berittene Römer-Truppen aus den Kastellen frühzeitig ausrücken, um sie zurückzuschlagen.
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Sowohl im germanischen als auch im römischen Gebiet ist der Sklavenhandel weit verbreitet. Römische Gefangene werden oft als Gladiatoren eingesetzt. Sie müssen bei Festspielen im römischen Reich gegen andere Gefangene oder Berufskämpfer antreten. Die Festspiele in Amphitheatern sind ein beliebtes Unterhaltungsprogramm des römischen Volkes, wie Mosaike zeigen. Nur wenige Gladiatoren überleben die brutalen Kämpfe auf Leben und Tod.
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Köln steht im 3. Jahrhundert in voller Blüte: Bis zu 40.000 Menschen leben friedlich zusammen: einheimische Ubier und Römer. Die Germanen haben sich der römischen Kultur angepasst. Seinen Wohlstand verdankt die Stadt auch dem Handel. Schmuck, insbesondere Bernstein, das "Gold Germaniens", sind ein Zeichen von Wohlstand. Nicht nur Römer, auch wohlhabende Germanen schmücken sich damit, wie die Grabbeigaben einer germanischen Fürstin zeigen.
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Runen auf Waffen besiegeln Bündnisse. Sie sollen eine magische Bedeutung haben und auch die göttliche Hilfe verstärken. Die germanische Welt kennt viele Götter, wie zum Beispiel Wodan, den göttlichen Sieghelfer. Es gibt nur wenige bildliche Darstellungen germanischer Götter; sie finden sich auf goldenen Amuletten, den so genannten Brakteaten.
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Germanische Gefolgschaften unternehmen organisierte Raubzüge auf römisches Gebiet. Der Barabarenschatz von Neupotz, der im Rhein gefunden wurde, ist ein beeindruckendes Beispiel für die Beute eines solchen Raubzugs. Im Jahr 260 nach Christus fällt der Limes, weil die römischen Soldaten wegen eines Bürgerkrieges abgezogen werden. Das römische Imperium zieht sich bis hinter den Rhein und die Donau zurück. In das geräumte Hinterland dringen die Alemannen vor.
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Aber die Kulturen nähern sich einander an. Die Germanen beziehen verlassene Landhäuser der Römer. Die verbliebenen römischen Siedler stehen vor der Wahl, sich mit den Germanen zu arrangieren oder das Gebiet zu verlassen. Die Aufgabe des Limes läutet eine neue Zeit ein, in der die Germanen das Erbe des römischen Imperiums antreten werden - im Zeichen des Kreuzes.
