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In der Nähe von Hamburg wird 1956 ein germanisches Gräberfeld aus dem 1. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Seit Caesars Zeiten bekriegen sich die Germanen mit den Römern, immer mehr germanische Stämme unterwerfen sich der römischen Macht. Im Jahr 9 nach Christus wagen die Germanen unter ihrem Anführer Arminius den Aufstand. Arminius wurde im Kindesalter von seinem Stamm, den Cheruskern, als Geisel nach Rom gebracht.
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Zu dieser Zeit ist Rom der Nabel der Welt. Riesige Bauten, wie etwa der Altar des Friedens, zeugen von einer neuen Epoche unter dem römischen Kaiser Augustus, der 27 vor Christus die Bürgerkriege beendet und das Reich innen- wie außenpolitisch stabilisiert. Der Germane Arminius tritt in die römische Armee ein und wird nach erfolgreichen Kämpfen von Augustus zum römischen Ritter ernannt.
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Augustus hat das germanische Gebiet zur römischen Provinz gemacht. Entlang des Rhein und der Lippe errichtet er Militärlager, um über den Flussweg den Nachschub für die römischen Truppen zu sichern. Wahrscheinlich wird Arminius in seine alte Heimat gesandt, um eine germanische Hilfstruppe zu befehligen und den Statthalter Varus beim Aufbau der jungen römischen Provinz zu unterstützen.
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Im hessischen Lahntal finden Archäologen 1993 eine römische Anlage aus der Zeit von Augustus. Erstaunlicherweise ist es eine zivile römische Stadtanlage und kein Militärlager - bis heute die einzige Stadt, die rechtsrheinisch gefunden wurde. Die Fundstücke zeugen von einem regen Handel zwischen Römern und Germanen. Glasperlen und Schmuck aus Rom gelten bei der germanischen Oberschicht als Statussymbole.
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Arminius wird bei seiner Rückkehr über die Entwicklung seiner Heimat gestaunt haben. Das germanische Leben hat sich dem römischen angepasst. Dafür zahlen die germanischen Stämme aber auch einen hohen Preis: Unversehrtheit wird nur dem gewährt, der regelmäßig hohen Tribut zahlt und seine Nachfahren der römischen Legion zur Verfügung stellt. So will Rom den Aufstieg der römischen Provinz Germanien sichern.
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Seit 7 nach Christus herrscht Varus als Stadtthalter und Vertreter des römischen Kaisers in Germanien. Varus regiert erbarmungslos und mit eisener Hand. Er sieht in den Germanen keine Menschen, sondern Barbaren, die er wie Vieh zähmen und unterwerfen will. Arminius soll erschüttert gewesen sein, da er bisher glaubte, Rom sei den Germanen wohl gesonnen. .
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Im Jahr 9 verbünden sich erstmal die germanischen Stämme gegen den gemeinsamen Feind. Arminius stellt die Krieger vor die Wahl: Unter seiner Führung einen Aufstand wagen oder sich weiterhin von den Römern unterdrücken lassen. Mit einer List sollen die Römer in die Falle gelockt werden: Arminius erzählt Varus, dass in einem abgelegenen germanischen Gebiet Unruhen ausgebrochen seien, die unterbunden werden müssten.
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Im Herbst 9 nach Christus bricht Varus mit drei Legionen auf, um den vermeintlichen Aufstand zu zerschlagen. Arminius führt als Vorhut Varus' Legionen immer tiefer in die germanischen Wälder. Die Falle schnappt zu: Von allen Rückzugslinien abgeschnitten sind die römischen Legionen in der langezogenen Marschformation leichte Angriffsziele. Die germanischen Krieger töten die römischen Soldaten. Den Römern droht der Verlust der Provinz Germanien. Und auch Gallien und Rom sind nun ungeschützt gefährdet.
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Seit Jahrhunderten suchen Wissenschaftler und Heimatforscher nach dem Ort dieser legendären Schlacht. In Kalkriese bei Osnabrück finden Archäologen 1987 das bisher einzige antike Schlachtfeld der Welt. Es ist nicht sicher, ob es sich um das Schlachtfeld der Varusschlacht handelt, aber die zeitliche Einordnung, die große Menge an Fundstücke und die Größe des Schlachtfeldes könnten ein Indiz dafür sein.
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Nach der Niederlage brechen römische Truppen zu Rachefeldzügen auf. Sechs Jahre später finden sie den Schauplatz der verlorenen Schlacht und begraben die Überreste ihrer Landsleute. Forscher finden in Kalkriese Gruben mit Menschenknochen. Untersuchungen bestätigen, dass es sich um Überreste von Männern im wehrfähigen Alter handelt, die längere Zeit herum lagen, bevor sie bestattet wurden. Die Wissenschaftler sind überzeugt: Die Varusschlacht muss in Kalkriese stattgefunden haben.
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Manchmal ändert eine einzige Schlacht alles: Bis 16 nach Christus ziehen sich die römischen Truppen wieder bis hinter die Grenzen von Rhein und Donau zurück. Die römischen Anlagen werden aufgegeben. Arminius möchte als König über die Germanen herrschen. Aber alte Rivalitäten unter den Stämmen brechen wieder aus. Arminius wird im Alter von 37 Jahren getötet. Die Germanen sollen auch in Zukunft eine Gefahr für Rom bleiben.
