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Der Begriff Karst stammt vom slowenischen Karstgebirge. Der slowenische Originalname "Kras" bedeutet soviel wie "steiniger Boden". Für spezifische Oberflächenprozesse und -formen und Entwässerungsverhältnisse, die im slowenischen Karstgebirge festgestellt wurden, wurde der Begriff "Verkarstung" geprägt. Er wurde - wie der ursprüngliche Landschaftsname "Karst" - als typologischer Begriff auf andere Gebiete mit gleichartigen Prozessen und Formen übertragen. Diese Formen sind durch Lösungsvorgänge entstandene ober- und unterirdische Hohlformen unterschiedlichster Größe (cm bis km), und die Entwässerung erfolgt größtenteils unterirdisch.
Den Lösungsvorgängen liegt die Kohlensäureverwitterung zugrund, die auch als Korrosion bezeichnet wird. Das Kalkgestein wäre in reinem Wasser nicht löslich. Erst wenn im Wasser Kohlensäure vorhanden ist, können die Karbonate in leichter lösliche Bikarbonate umgewandelt und weggeführt werden:
Das CO2 in der Luft diffundiert in das Wasser und bildet teilweise Kohlensäure H2CO3. Die Kohlensäure dissoziiert nun in HCO3-und H+ und ist so in der Lage, Calzit (CaCO3) zu lösen.
CO2+H2O { = H2CO3 } + CaCO3 <--------> Ca(HCO3)2
Bei diesem Prozess spielt auch die Wassertemperatur eine Rolle. Kaltes Wasser ist für CO2 sehr aufnahmefähig. Daher findet auch unter kalten Bedingungen Kohlensäureverwitterung statt.
Der gesamte Prozess kann auch umgekehrt verlaufen, wie die Sinterbildungen (Tropfsteine) zeigen. Durch die Abgabe von Kohlendioxid, z.B. wenn das Wasser wärmer wird, wird aus dem wasserlöslichen Calciumhydrogencarbonat wieder das wasserunlösliche Calciumcarbonat.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
