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Im Karst entstehen auffällige trichter- oder kesselförmige Hohlformen, die Dolinen (von slowenisch Dolina = Tal). Sie bilden sich durch langsames Einsinken des Gesteins durch Kalksteinlösung oder infolge des Einsturzes von dadurch entstandenen Höhlen. Unterschieden werden daher Lösungs- und Einsturzdolinen. Kommt es zum Nachbrechen von nicht verkarstungsfähigem Gestein über Karsthohlformen, nennt man dies Erdfall. Wachsen zahlreiche Dolinen zusammen entstehen Uvalas. Wenn wiederum mehrere dieser Formen zusammenwachsen, bilden sich Poljen (serbokroatisch = Feld). Es sind die größten geschlossenen Hohlformen in Karstgebieten. Ihr Umfang erreicht Größenordnungen von mehreren Kilometern.
Rinnenartige oder rundliche Kleinformen der Kalksteinverwitterung sind die Karren (Volksausdruck). Die Entstehung von Karren beruht auf der Lösungswirkung von abfließendem Regenwasser auf einer Kalksteinoberfläche. Man unterscheidet zahlreiche Arten von Karren. Rinnenkarren z. B. stellen langgestreckte Hohlformen dar, die durch scharfe Grate voneinander getrennt sind. Folgt die Kalksteinlösung den Klüften im Fels, entstehen Kluftkarren, die mitunter sogar quer zum Gefälle verlaufen. Langsam abtauender Schnee bewirkt kleine, eher rundliche Hohlformen auf dem Kalk, die Nischenkarren. Erstrecken sich Karren über große Bereiche einer Kalksteinoberfläche bezeichnet man dies als Karrenfeld.
Die eindrucksvollsten Hohlformen des Karstes sind sicherlich die Karsthöhlen. Da die Fugen und Hohlräume zu Beginn der Höhlenentstehung weitgehend mit Wasser gefüllt sind, findet die Lösung an ihrer gesamten Oberfläche statt. Also sowohl am Boden und an den Wänden als auch an den Hohlraumdecken. Man bezeichnet dies als phreatische Hohlraumentstehung (von griechisch phréar = Brunnen). Erst durch die Absenkung des Karstwasserspiegels, etwa durch tektonische Hebung der Erdkruste, gelangen die Höhlen in den ungesättigten Bereich. Zur Korrosion tritt nun im Zufluss- oder vadosen Bereich (von lateinisch vadosus = seicht) die Erosion hinzu. Die Hohlräume entwickeln sich langsam zu Höhlengröße. Dabei spielt auch die Vergrößerung durch gelockerte und abstürzende Wände und Decken eine Rolle. Dies wird häufig durch Frostverwitterung ausgelöst.
In Karsthöhlen kommt es häufig zur Tropfsteinbildung. Voraussetzung ist, dass eine gesättigte Kalklösung an die Luft kommt. Dabei verdunstet Wasser und Kalk fällt aus. Ein großer Kalkanteil bleibt dennoch im herabtropfenden Wasser. Trifft dieses auf den Boden, so zerstäubt es durch den Aufprall und wiederum fällt Kalk aus. Am Boden bildet sich ein Stalakmit, an der Decke ein Stalaktit. Wachsen beide zusammen, dann entsteht eine Tropfsteinsäule.
Tiefenhöhle
Schacht- oder Tiefenhöhlen entstehen dort, wo Klüfte senkrecht zu den Kalkschichten stehen. Das eindringende Wasser erweitert die Klüfte zu Schächten, die durch querlaufende Gänge miteinander verbunden sind.
Die Laichinger Tiefenhöhle besteht aus 13 Schächten. Das Wasser das Gänge und Schächte auswusch hinterließ glattgeschliffene Röhren und Kolke.
Trockenhöhle
Wasserhöhle
© Text überarbeitet: Silke Harrer
