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Sachinformation: Küstenformen im Bereich der Ostsee

Fördenküste

Alte Schmelzwasserrinnen (43 km lange Schlei, Haderslebender Förde) und Zungenbecken (Eckernförder Bucht, Kieler Förde) wurden vom Meer überflutet und reichen als talähnliche, langgezogene Buchten, sogenannte Förden, tief ins Land hinein (Fördenküste: Schleswig-Holstein, Jütland).

Boddenküste

Die sanftwellige Grundmoränenlandschaft mit ihren kuppigen Endmoränenzügen wurde nacheiszeitlich überflutet. Langgezogene Endmoränenwälle bildeten die Küste. Unzählige Buchten (Bodden genannt) verbanden sie an Moränendurchbrüchen mit landeinwärts gelegenen flachen Seen. (Boddenküste: Vorpommern zwischen Lübecker Bucht und Oderbucht).

  • Die flachen Bodden haben nur geringen Zufluss durch Bäche und Flüsse, sie verlanden langsam.

  • Boddenküste, ein Grundmoränenkliff auf dem Kleinzicker, Rügen

  • Die Wiesen am Ufer der Bodden werden genutzt, Schafe weiden darauf.

Steilküste

An den leicht abtragbaren Endmoränen kam und kommt es durch Wellenschlag und Sturmfluten zu starken Küstenabbrüchen und zur Ausbildung einer Steilküste. Besonders bei Sturm wird Wasser und Gesteinsschutt mit großer Kraft gegen die Küste geschleudert. Die Brandung reißt am Fuße des sogenannten Kliffs Material heraus, bildet oftmals eine Brandungshohlkehle, bis bei fortschreitender Unterhöhlung die überlagernde Steilwand herunterbricht. Die abgestürzten Gesteinsmassen werden auf der Brandungsfläche (Schorre) am Fuße der Steilwand zerrieben. Zurück bleiben die größten und widerstandsfähigsten Brocken (vor allem die harten Findlinge aus Skandinavien), während Sand und anderes Feinmaterial vom Meerwasser herausgespült und weitertransportiert wird. Die meist aus westlichen Richtungen wehenden Winde treiben die Brandung schräg auf den Strand.

  • Steilufer auf Rügen

  • Die Steilküste auf Hiddensee besteht aus Endmoränen.

  • Illustration: Kliff, Brandungskehle und Blockstrand

    Quelle: Seydlitz Geographie 2 - Schroedel Verlag GmbH 1994, S. 32

Ausgleichsküste

Jeder Wellenschlag erfasst Sandkörnchen und verfrachtet diese längs der Küste. Voraussetzung hierfür ist, dass die Wellen - der Windrichtung folgend - schräg auf den Strand auflaufen. Sie fließen aber dem kürzesten Weg folgend, also senkrecht, ab. Die mitgeführetn Sandkörner werden also mit jeder Welle ein Stück weitertransportiert.

Die Sandverdriftung gleicht Unregelmäßigkeiten der Küstenlinie aus. Küstenparallele Strömungen setzen den Sand an Buchten oder Küstenvorsprüngen in Form von Haken ab. Staffelförmig aneinandergereihte Haken erreichen oft das gegenüberliegende Ufer einer Bucht, aus dem Haken wird so eine Nehrung, aus der Bucht ein Haff. (Nehrungs- oder Haffküste vor allem typisch für Ostpreußen bis nach Litauen). Verschließt die Nehrung das Haff vollständig, so ist die Küstenlinie ausgeglichen. Aus dem Haff wird ein Strandsee mit starker Verlandungstendenz. Die Küstenform bezeichnet man als Ausgleichsküste (typisch für Teile Schleswig-Holsteins und für Pommern).

  • Ein Stück Ausgleichsküste am Ende der Halbinsel Zingst.

  • Illustration: Wind und Küstenströmung bilden einen Haken am Strand.

    Quelle: Seydlitz Geographie 2 - Schroedel Verlag GmbH 1994, S. 33

Küstenformen

Karte: Die verschiedenen Küstenformen der Ostseeküste.

© Quelle: Diercke Weltatlas, 4. aktualisierte Auflage 1996, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig 1988, S. 27.