zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Ichthyosaurier waren wasserbewohnende Reptilien. Ihre Vorfahren lebten vermutlich an Land und besaßen Schreitextremitäten. Diese veränderten sich mit der Anpassung an das Leben im Wasser. Die einzelnen Knochen von Armen und Beinen wurden immer kürzer, die Fingerknochen wurden flach und kreisrund, aus Armen und Beinen wurden Flossen.
Die Stromlinienform finden wir auch bei Säugetieren wie den Delphinen. Es kommt durch die Anpassung an den Lebensraum, wenn Arten, die nicht miteinander verwandt sind, ähnlich aussehen; Biologen sprechen von Konvergenz. Dennoch hätte man Delphine mit ihrer waagrechten Schwanzflosse leicht von Ichthyosauriern unterscheiden können, deren Schwanzflosse senkrecht stand. Die beiden sind sich natürlich nie begegnet. Als die Delphine auftauchten, waren die Ichthyosaurier bereits steinhart.
Ichthyosaurier erbeutet Plesiosaurier. Der Künstler konnte damals nicht wissen, daß der Ichthyosaurier eine Rückenflosse hatte. Denn erst Jahrzehnte später fand man diese Versteinerung, bei der die Umrisse des Körpers zu erkennen sind, auch die Rückenflosse. Der Ichthyosaurier soll ein schneller Schwimmer gewesen sein, angetrieben von der kräftigen Schwanzflosse. Die Steuerung übernahmen die Vorderflossen.
In Anpassung an das Wasserleben mußte sich aber auch die Art der Fortpflanzung ändern. Während die meisten anderen Reptilien ihre Eier im Boden ablegen und von der Sonne ausbrüten lassen, haben die Ichthyosaurier im Wasser lebende Junge zur Welt gebracht, da sie nicht mehr das Land aufsuchen konnten. 1749 fand man das erste Skelett eines Saurierweibchens mit einem Embryo im Leib. Aus dem Lias-epsilon-Ölschiefer sind Ichthyosaurier mit Erhaltung der Weichteile (in Form eines schwarzen Belags) bekannt, dank derer man weiß, daß diese Saurier eine fleischige Rücken- und eine kräftige Schwanzflosse besaßen. Die Schwanzflosse war senkrecht orientiert, wobei die Schwanzwirbelsäule in die untere Hälfte der Flosse abknickte. Die Ichthyosaurier bewegten sich vor allem durch rhythmisches Schlagen mit der Schwanzflosse vorwärts, während die zu Paddeln ausgebildeten Extremitäten hauptsächlich der Steuerung dienten. Orientieren mußten sich die Tiere mit Hilfe der Augen. Für recht große Augen sprechen die auffallend weiten Augenöffnungen, in denen sich allerdings noch ein Ring aus Knochenplatten befand. Die Nahrung der Ichthyosaurier bestand aus Kopffüßern und Fischen, die sie mit dem zur langen Schnauze ausgezogenen, mit zahllosen Zähnen bewehrten Maul ergriffen. Die vielen Ichthyosaurier-Funde aus dem Ölschiefer gehören drei Gattungen an. Stenopterigius ist der kleinste und zugleich der häufigste unter ihnen. Er wurde selten größer als 3-4 Meter. Temnodontosaurus und Eurhinosaurus, die beiden anderen Gattungen, sind sehr viel seltener. Sie erreichten eine Größe von über 10 Meter. Wirbelfunde lassen sogar auf eine Körpergröße von 15-20 Meter schließen.
Die meisten Meeres-Saurier krochen an Land, um ihre Eier abzulegen. Ichthyosaurier-Weibchen brachten dagegen im Wasser ihre Jungen zur Welt. Sie waren bereits im Mutterleib aus den Eiern geschlüpft.
Flugsaurier waren die ersten flugfähigen Wirbeltiere. An der Wende zwischen Kreide und Tertiär vor 65 Millionen Jahren fielen sie dem großen Sauriersterben zum Opfer. Seit der jüngeren Triaszeit, also vor mindestens 140 Millionen Jahren, beherrschten sie den Luftraum der Erde. Die vorderen Gliedmaßen entwickelten sich zu Flugarmen. Der vierte Finger der Hand war extrem verlängert und bildete einen Holm zur Anheftung einer Flughaut. Der fünfte Finger fehlte, die ersten drei waren kurz und trugen kräftige Krallen. Die Flügelspannweite lag meist zwischen 50 cm und 2 Meter. Quezalcoaltlus erreichte allerdings 11-12 Meter. Die meisten Flugsaurier waren Raubtiere, die sich hauptsächlich von Fischen ernährten. Darauf weisen die vielen, langen und spitzen Zähne hin.
Da das Fliegen einen hohen Energieaufwand erforderte, entwickelte sich bei den Flugsauriern möglicherweise die Warmblütigkeit. So war gewährleistet, daß die nötige Energie stets gleichmäßig zur Verfügung stand. Zunächst nahm man an, daß die Pterosaurier, wie man sie wissenschaftlich nennt, Gleitflieger waren. Heute vermutet man aber, daß sie sehr gute und wendige Flieger waren.
Aus dem Lias epsilon kennt man fünf Flugsaurier-Arten, deren Flügelspannweite ein bis zwei Meter erreichte, bei einem Exemplar wahrscheinlich sogar 4 Meter. Sie lebten an den Küsten des damaligen Meeres. Ihr Lebensraum war also nicht das Meer selbst. Deshalb gehören sie auch zu den großen Seltenheiten in den Ölschieferablagerungen.
© Text: Maisenbacher / Vielsäcker / Bender - Gymnasium Karlsbad
