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Der "Donnerkeil", oder auch "Teufelskralle", gehört zu den häufigsten Jura-Fossilien. Das geschoßförmige Rostrum, das aus Kalkspat besteht, war der hintere Teil des Skeletts eines Belemniten. Die ausgestorbenen Kopffüßer, sahen ähnlich aus, wie die heutigen Kalmare und konnten wahrscheinlich genauso schnell schwimmen. Das Rostrum diente als Gegengewicht zu dem relativ schweren Kopf und ermöglichte so eine horizontale Schwimmlage. Wahrscheinlich setzten die Sehnen der Flossenmuskulatur am Rostrum an. Möglicherweise schützte es außerdem, wie eine "Stoßstange", den Weichkörper vor Verletzungen. Als Stechwaffe wurde das Rostrum sicher nicht eingesetzt, da es unter der Haut lag. Das kegelförmige Phragmokon, das als Auftriebsorgan diente, lag in einer Höhlung des Rostrums.
Lieblingsspeise der Ichthyosaurier: Kleine Tintenfische. Der Maler hatte richtig geraten. Zu seiner Zeit nannte man solche Versteinerungen 'Donnerkeile', weil sie meistens nach heftigen Gewitterregen entdeckt wurden. Daß es sich um den Skelett-Teil eines Belemniten, eines urtümlichen Tintenfisches, handelt, konnte erst 1983 belegt werden.
Besonders häufig sind Belemniten im Lias gamma und delta. Wenn die Rostren in weichem Ton eingebettet sind, können sie durch Regenschauer ausgewaschen werden und liegen dann zu Tausenden als sogenanntes "Belemniten-Schlachtfeld" auf dem Boden. Die Entdeckung solcher Rostrenansammlungen führte zu dem Namen "Donnerkeile", weil man annahm, daß der Donnergott Thor sie auf die Erde geschleudert hat. Als Schutz vor Blitzschlag legte man die Donnerkeile unters Dach. Die Geschoßform verleitete die Menschen dazu, sie als Schutz vor Hexenschuß und zur Abwehr böser Geister bei sich zu tragen. Es gab fast keine Krankheit gegen die nicht Belemniten-Rostren, zu Pulver vermahlen und eingenommen oder auf Entzündungen aufgetragen, helfen sollten. Zu solchen abergläubischen Vorstellungen trug bei, daß man fast immer nur das Rostrum fand und sich von einem kompletten Tier kein Bild machen konnte.
Funde von vollständigen Belemniten sind erst seit 1983 bekannt und sehr selten. Diese zeigen, daß sie einen Tintenbeutel und zehn Arme besaßen, die aber nicht mit Saugnäpfen sondern mit Fanghäkchen besetzt waren. Ein Hakenpaar war bei den Männchen stark vergrößert, wahrscheinlich um bei der Paarung das Weibchen festzuhalten. Die Tinte ist als harter Gagat erhalten. Voraussetzung für eine solche Erhaltung war, daß das Phragmokon, z.B. durch den Biß eines Fisches, beschädigt wurde und die Leiche dadurch vor der Zersetzung auf den Meeresboden sank. Die zahlreichen Belemnitenarten des Jura unterscheiden sich in der Form ihres Rostrums. Im Lias epsilon kann man eine Entwicklungsreihe von kurzen, dicken zu langen, schlanken Exemplaren verfolgen.
Ende des 19. Jahrhunderts entstand dieses Gemälde. Es spiegelt die damalige Vorstellung vom Leben im Jura-Meer wider. Diese überhöhte Darstellung beruht aber nicht allein auf der Phantasie des Künstlers, denn man hatte damals schon versteinerte Skelette von Meeresechsen gefunden, zum Beispiel von Plesiosauriern.
Das Skelett eines Plesiosauriers, zu deutsch Schlangenhals-Saurier. Sie waren bis zu fünf Meter lang und paddelten mit ihren breiten Flossen wie Meeres- schildkröten. Mit dem langen, schlangenförmigen Hals konnten Plesiosaurier blitzschnell reagieren. Sie erbeuteten vor allem Fische und Ammoniten.
© Text: Maisenbacher / Vielsäcker / Bender - Gymnasium Karlsbad
