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Andere

Fische

Aus dem Ölschiefer des Lias epsilon sind zahlreiche Fischreste und vollständige Skelette von über 2 Dutzend Arten bekannt. Aletrtümliche Schmelzschupper (Chondrostei und Holostei) waren die weitaus häufigsten Fische. Von diesen einst formenreichen Gruppen leben heute nur noch wenige Arten: Störe, Flösselhechte, Knochenhechte und Schlammfische. Das Skelett der Schmelzschupper ist nur teilweise verknöchert. Der kräftige Schuppenpanzer stützt zusätzlich den Körper. Die Schuppen sind mit einem glänzenden Belag aus Ganoin, einem zahnschmelzähnlichen Stoff, überzogen, der bei den modernen Knochenfischen nicht zu finden ist. Große Raubfische im Lias epsilon-Meer waren Haie der Gattung Hybodus. Von diesen Haien wurde ein Exemplar gefunden, dessen Mageninhalt erhalten ist: Belemnitenrostren oder auch "Donnerkeile" genannt. Beachtliche Größe mit ca. 1,30m erreichte der Raubfisch Saurosteus. Lepitdotes und Dapedium waren bis 100 cm große Fische, die ein dichtes Schmelzschuppenkleid trugen und ähnlich den heutigen Karpfen ein eher gemächliches Dasein führten. Chondrosteus, ein Vorfahre der heutigen Störe, erreichte eine Größe von über 3 Metern. Demgegenüber war Leptolepis, ein Schwarmfisch, der kleinste Fisch im damaligen Meer.

Krokodile

Die Krokodile haben sich seit etwa 200 Millionen Jahre kaum verändert. Die im Lias epsilon gefundenen Exemplare haben ähnlich ausgesehen wie die indischen Ganges-Gaviale heute. Neben den Vögeln sind Krokodile die nächsten heute noch existiereden Verwandte der Dinosaurier. Man kann sie deshalb als "lebende Fossilien" bezeichnen. Im Gegensatz zu den Ichthyosauriern konnten sich die Krokodile auch an Land fortbewegen. Sie vergruben ihre Eier am Ufer im Sand. Die Jungtiere hielten sich noch längere Zeit in Ufernähe auf, bevor sie zum ersten Mal ins offene Meer schwammen. Deshalb findet man nur äußerst selten Reste kleiner Krokodile. Heutige Krokodile schlucken runde Steine. Man glaubte zunächst, daß diese als "Magensteine" die Nahrung zerkleinern. Heute weiß man, daß die Steine als Ballast und zur Lageorientierung dienen. Sie drücken je nach Lage der Tiere auf verschiedene Stellen der Magenwand. Nach ähnlichem Prinzip arbeiten die Gleichgewichtsorgane im Innenohr des Menschen. Auch bei Krokodilen aus dem Ölschiefer findet man bisweilen runde Kieselsteine in der Magengegend.

Muscheln, Krebse, Seeigel

Zu nennen wären besonders die Muscheln, zumal die alte Bezeichnung einer Muschelart, Posidonia bronni, namensgebend für den Posidonienschiefer war. Muscheln gehören zu den häufigsten Kleinfossilien. Viele, besonders Austern, sind auf anderen Fossilien, z.B. Ammoniten, festgewachsen. Andere trieben, wie die Seelilien, an Baumstämmen und an Algen durch das Meer. Manche Arten waren auch an das sauerstoffarme Milieu am Boden angepaßt (vielleicht in einer Symbiose mit Schwefelbakterien). Bodenbewohnende Muscheln ohne derartige Anpassungen sind in bestimmeten Schichten des Lias epsilon zu finden. Das zeigt, daß die lebensfeindlichen Bedingungen am Meeresboden durch lebensfreundliche Abschnitte unterbrochen waren. Bei Krebsen sind besonders die "Entenmuscheln" zu nennen. Sie gehören wie die Seepocken zu den Rankenfußkrebsen. Mit ihrem biegsamen Stiel waren sie, wie die Seelilien, an Treibholz festgewachsen. Daneben kennt man aus dem Lias epsilon verschiedene Gattungen von Zehnfußkrebsen. Von Seeigeln findet man hauptsächlich die Stacheln. Funde von ganzen Gehäusen sind dagegen sehr selten. Was manchmal aussieht wie vollständige Seeigel sind sogenannte "Seebälle" aus Seeigelstacheln.

Mikrofossilien

Mikrofossilien sind Gehäuse von Einzellern (Foraminiferen, Radiolarien und Diatomeen) oder von Muschelkrebsen (Ostracoden). Auch Bruchstücke und einzelne Skelettelemente größerer Organismen zählen hierzu. Durch ihre Größe sind sie leider nur mit einem Mikroskop zu erkennen, allerdings sind sie sehr häufig, so daß man sie schon in sehr kleinen Gesteinsproben findet. Große Bedeutung haben die Mikrofossilien, vor allem Foraminifern und Ostracoden, in der Statigraphie, der relativen Datierung der Gesteine.

Auch heute kommt es in Gewässern zu Faulschlammbildung

Der Eintrag von organischen und mineralischen Stoffen, z. B. in einen See, verbessert die Enährungsgrundlage von Produzenten und Konsumenten enorm. Dadurch sind Phytoplankton, Zooplankton, Bakterien und gelöste mineralische und organische Stoffe, besonders Phosphat und Nitrat, reichlich vorhanden, der See ist nun eutroph. In solchen Gewässern kommt es zu Massenentwicklungen der Produzenten in der Nährschicht. Das Oberflächenwasser ist mit Sauerstoff so übersättigt, daß schließlich der nicht mehr lösliche Teil in die Luft entweicht. Organische Verunreinigungen und der leicht aufschließbare Teil der abgestorbenen Produzenten werden von aeroben Destruenten mineralisiert. Dies führt zu einer erhöhten Sauerstoffzehrung. Die Erhöhung des Nährstoffgehalts bewirkt eine stetige Steigerung der Biomassenproduktion. Da die Produzenten absterben fällt zusätzliches organisches Material an, das die mikrobiellen Zersetzungsprozesse weiter antreibt. Die Sauerstoffvorräte nehmen dadurch mit zunehmender Tiefe immer mehr ab. Wird die Sauerstoffbilanz negativ, setzen anaerobe Fäulnisprozesse ein. Dabei werden aus sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen Kohlendioxid und dann Methan abgespalten. Durch den anaeroben Abbau von Eiweiß wird Ammoniak und Schwefelwasserstoff gebildet. Vom Grund steigen jetzt übelriechende Gasblasen (Faulgas) nach oben und die unvollständig zersetzte Biomasse reichert sich am Boden als Faulschlamm an. Eisen (III)-Ionen werden nun am Boden zu Eisen (II)-Ionen reduziert. Durch diesen Vorgang wandelt sich im Sediment gefälltes Eisen (III)-phosphat in lösliches Eisen (II)-phosphat um. Durch Wasserbewegungen, unter anderm durch die aufsteigenden Gasblasen, erreicht es teilweise die Nährschicht des Sees und bewirkt eine weitere Steigerung der Biomasse-Produktion, da Phosphat ein Minimumfaktor für das Algenwachstum darstellt. Infolge der nun noch höheren Sauerstoffverluste kommt es zu einer gesteigerten Faulgas- und Faulschlammbildung.