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Sachinformation: Der Oberrhein - Tullas Rheinbegradigung

Tullas Rheinkorrektur oder "Rektifikation" sollte die Lösung bringen. Johann Gottfried von Tulla, geboren 1770 in Karlsruhe, Ingenieur, hatte in Paris Wasserbau studiert. 1812 trug er der großherzoglichen Regierung von Baden seine Pläne zur Korrektur des Rheines vor, die vor allem auf Hochwasserschutz und Landgewinnung abhoben. Nach seiner Devise sollten "in kultivierten Ländern die Bäche, Flüsse und Ströme Kanäle sein und die Leitung der Gewässer in der Gewalt der Bewohner stehen".

Tullas Methode war es, den verästelten und mäandrierenden Strom auf ein Hauptbett zu konzentrieren. Man begann 1817 mit der Schaffung künstlicher Durchstiche zwischen zwei Schlingen und schüttete die alten Flussschlingen an ihrem Einlauf zu. Außerdem wurde der "neue Rhein" durch Hochwasserdämme gesichert.

1876 war Tullas Werk vollendet. Das Ergebnis der Tullaschen Rheinkorrektur war eine Verkürzung des ursprünglichen Verlaufs zwischen Basel und Mannheim um 90 km, ein Viertel seiner Länge. Der Rhein floss nun schneller und damit nahm die Tiefenerosion zu. Mit dem Flusswasserspiegel sank auch der Grundwasserspiegel. Der Rhein war nun also nicht nur in ein Bett gezwängt, die ganze Landschaft wurde trockener.