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Sachinformation: Der Oberrhein - Folgen der Rheinkorrektur

Ökologische Wirkungskette

Die Prozesse, die sich im südlichen Oberrheingebiet abspielten sind exemplarisch für ökologische Wirkungsketten. Um sie zu begreifen, muss erst der ehemalige Zustand beleuchtet werden. Der wichtigste ökologische Faktor im Auenwald-Ökosystem war das Wasser. Die Vegetation war auf die regelmäßigen Überflutungen und hohe Grundwasserstände angewiesen. Die Überschwemmungen brachten mit den eingeschwemmten Sedimenten natürliche Düngung, so dass sich außerordentlich üppige Wälder vorherrschten. Die "Bändigung des Rheines" führte zur Trockenlegung der ganzen Landschaft. Der Grundwasserspiegel senkte sich um durchschnittlich acht Meter ab. Altwasserarme verlandeten und da wo ehemals Auenwälder anstanden, siedelten sich trockenheitsliebende Pflanzen an.

Nicht nur die Ökologie des Gebietes änderte sich. Für den Menschen ergaben sich neue Probleme. So bildet das südliche Oberrheingebiet heute eine Trockeninsel, in der immer tiefere Brunnen gegraben werden müssen, um die Bewässerung der Felder zu gewährleisten.

  • Garfik: Grundwasserspiegel zwischen Basel und Iffezheimnach: Rolf Koch

Folgen der Korrektur

Folgen der menschlichen Korrektur des Rheinverlaufs und Gegenmaßnahmen

nach: Rolf Koch

Modell des Eingriffs des Menschen in den Naturhaushalt der Oberrhein-Niederung (frühere Oberrheinaue)

Entwicklung von Naturlandschaft über Kulturlandschaft zu sekundärer Naturlandschaft

nach: Rolf Koch

Folgen der Rheinkorrektur: Überschwemmungen und Hochwasserschutz

Hochwasserereignisse gehören zu den natürlichen Erscheinungen von Flüssen und werden in natürlichen Auelandschaften nur selten zum Problem. Werden Flüsse aber in ein künstliches Bett gezwängt, wie z.B. der Rhein, dann fließt das Wasser schneller ab und wird für die Gebiete flussabwärts zur Gefahr. So sind die zunehmenden Überschwemmungskatastrophen am Mittel- und Niederrhein u.a. durch die Korrekturen des Oberrheins zu erklären. Besonders in Mündungsbereichen kann es zu sehr hohen Wasserständen kommen. Ein Beispiel hierfür ist der Mündungsbereich des Neckar in den Rhein. Früher eilte die Neckarflutwelle dem Rhein voraus. Es kam deshalb selten zu Überschwemmungen. Als Folge der Rheinverkürzung aber treffen die Flutwellen der beiden Flüsse aufeinander, ihre Wirkungen addieren sich.

Da die Überflutungen der letzten Jahre zu großen Schäden führten, werden Überlegungen zu deren Vermeidung angestellt. Der Rhein kann nicht in sein altes Bett gebracht werden, es müssen neue Lösungen gefunden werden. Künstliche Rückhaltebecken, sog. Polder, sollen bei Bedarf geflutet werden und einen Teil des Wassers zurückhalten. Ökologen bevorzugen großflächigere und häufigere Flutungen, denn somit könnte die Auenvegetation begünstigt werden.