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Sachinformation: Der Oberrhein vor 200 Jahren

Im Oberrheingebiet durchfließt der Rhein eine große Ebene. Das Flussgefälle nimmt mit dem Eintritt in diese Ebene ab. Damit sinkt seine Fließgeschwindigkeit und die Transportkraft. In der Folge lagerten sich in den letzten Jahrtausenden ständig Sedimente ab. Der Fluss schüttete fortwährend sein Bett zu, was zu Verlagerungen und Stromverästelungen führte.

Das Gebiet vor 200 Jahren

Es entstand eine Landschaft aus Flussarmen und Inseln, die wegen ständiger Flusslaufverlagerungen, hohen Grundwasserständen und Überschwemmungen äußerst siedlungsfeindlich war. Noch vor 200 Jahren lagen etwa 2000 Inseln im Strom zwischen Basel und Karlsruhe. Fortwährend änderte der Rhein seinen Lauf. Nach jedem Hochwasser verschwanden Inseln und bildeten sich neue. Eine exakte Kartenaufnahme und Grenzziehung war deshalb nicht möglich. Gravierender jedoch war die andauernde Gefahr für die Menschen. Überspülte Dörfer und Wassermassen, die noch Monate später in tief gelegenen Gebieten standen, prägten die Landschaft der Oberrheinischen Tiefebene. Sümpfe bildeten sich und Seuchen wie Malaria und das Sumpffieber suchten die Menschen heim. Die Lebensgrundlagen waren karg: Fischfang, etwas Wild, Holz aus den schwer zugänglichen Auewäldern. Ein Chronist des 19. Jahrhunderts schrieb über den Fluss, er sei "der schreckliche Feind, der nicht nachlässt zu toben, bis er nicht Land und Leute verdorben hat". Die Menschen am Oberrhein wollten eine ertragreiche Landwirtschaft und eine Befreiung von der ständigen Bedrohung.

Der Lauf der Oberrheins 1828, 1882 und heute