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Einleitung

Im Labor des Zementwerks. Chemiker Dr. Peter Maisenbacher zeigt, welche Energie im Ölschiefer schlummert. Ohne großen Aufwand bringt er das Gestein zm Brennen. Nicht viel komplizierter ist es, Öl aus Schiefer zu gewinnen. Die Hitze läßt Gas entweichen. Es wird abgekühlt, kondensiert und als Öl aufgefangen.

  • Chemiker Dr. Peter Maisenbacher

Geochemische Aspekte der Ölschiefernutzung im II. Weltkrieg - Schwermetalltransfer aus Ölschiefer- und schwelschlackehaltigen Böden

Für den Teilbereich der Umweltforschung, der sich mit Schwermetallübergängen auf Nahrungsketten beschäftigt, waren Anfang der 90er Jahre die Standorte der Werke, die während des II. Weltkriegs Ölgewinunng aus Ölschiefer betrieben von großem Interesse. In Schwarzschiefern sind oft schon unter natürlichen Bedingungen erhöhte Konzentrationen toxischer Schwermetalle zu finden - so auch in den Ölschiefern und den darauf entwickelten Böden (vgl. Entstehung eines Erdölmuttergesteins). Allerdings sind die Schwermetalle sowohl im Gestein, als auch in den Schieferböden so fest gebunden, daß bei natürlichen Verhältnissen keine Gefährdung der Nahrungsketten gegeben ist. Wird der Schiefer aber erhitzt - wie es z.B. bei der Ölgewinnung im II. Weltkrieg geschah - ändert sich die Bindungsform mancher Schwermetalle. Etliche sind dann mit Wasser wesentlich leichter extrahierbar. Bei Laborversuchen zeigten Extrakte aus Schieferschlacke Schwermetallgehalte, die z.T. höher lagen als die in der Trinkwasserverordnung gegebenen Werte.

Davon ausgehend war zu vermuten, daß Pflanzen aus schwelschlackehaltigen Substraten vermehrt Schwermetalle einlagern würden. Entsprechende Untersuchungen Anfang der 90er Jahre haben diese Annahme zwar bestätigt, doch gleichzeitig eine Gefährdung der Nahrungsketten praktisch ausgeschlossen. Denn - die meisten Schlackehalden sind heute bewaldet und nicht landwirtschaftlich genutzt, das besonders kritisch zu beurteilende Schwermetall Cadmium ist bei der neutralen bis schwach alkalischen Bodenreaktion kaum mobilisierbar und das in schlackehaltigen Substraten deutlich mobilere Thallium hat sonst so geringe Verbreitung, daß eine mäßige, lokale Erhöhung der Werte nicht kritisch zu bewerten ist.

Mittlere Zusammensetzung der württembergischen Ölschiefer

Zusammensetzung des Ölschiefers: ca. 40% Ton, 30% Calciumcarbonat, 30 % Rest organische Substanz Schwefelkies bzw. Pyrit

Zum Energiegehalt des Posidionenschiefers

Der Heizwert des Schiefers wird bei einem durchschnittlichen Gehalt von 11,2% organischer Substanz mit 3900 kJ/kg angegeben. Im Vergleich dazu beträgt der Heizwert von Erdöl: 42300 kJ/kg, von Steinkohle: 29300 kJ/kg und von Braunkohle: 8000 kJ/kg

  • Für alle Versuche sind die Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht der Kultusministerkonferenz zu beachten.