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Folgende Formen sind typisch für Karstgebiete und sind in einer Vielzahl auf der Schwäbischen Alb anzutreffen:
Hinter Immendingen trifft die Donau bei ihrem Durchbruch durch die Schwäbische Alb auf stark wasserdurchlässiges Gestein. Das Wasser verschwindet durch Schlucklöcher im Untergrund und schräg abfallende Schichten leiten es nach Süden, bis es im Quelltopf der Aach wieder ans Tageslicht kommt. Auf der Albhochfläche sind viele Täler wasserlos, da auch bei starken Niederschlägen das Wasser im Untergrund verschwindet. Diese Trockentäler entstanden nach der Eiszeit, als der gefrorene Untergrund das Einsickern des Wassers verhinderte.
Ursprünglich entwässerten die Bäche und Flüsse auf der Albhochfläche in die Donau. Doch als das Gefälle zum Rhein hin sich verstärkte, wurden die Flüsse im Quellgebiet angezapft, das heißt, die Fließrichtung drehte sich um, das Wasser floss jetzt nach Nordwesten über den Neckar zum Rhein. Durch rückschreitende Erosion entstanden am Albrand tief eingeschnittene Täler, die das ehemalige Flussbett köpften. Die alten Flusstäler fielen trocken. Die Geislinger Steige ist ein Beispiel für Flussanzapfung und "geköpftes Tal". Vor 15 Mio Jahren reichte die Albhochfläche bis nach Stuttgart. Damals entwässerte die Lone zur Donau hin. Sie wurde angezapft, so dass das Lonetal heute im oberen Bereich Trockental ist. Erst einige Kilometer südlich beginnt die Lone neu als Bach, der sich aus Karstquellen speist. Ein anderes Beispiel ist die Honauer Steige. Hier hat die Echaz der Lauter das Wasser abgegraben, so dass das ehemalige Flussbett der Lauter heute Trockental ist.
Eine Karsterscheinung besonderer Art ist Kalktuff. Man findet ihn z.B. am Uracher Wasserfall, wo das Wasser 37 m in die Tiefe stürzt. Überall dort, wo kalkhaltiges Wasser bei seinem Austritt aus dem Fels auf Hindernisse trifft, zerstäubt und verdunstet es. Dabei entweicht Kohlensäure und Kalk wird ausgeschieden, der sich auf sogenannte Sinterterrassen absetzt. Durch Sand, Ton und Pflanzenreste verunreinigt, hat dieser Kalk eine lockere tuffartige Struktur. Auch die Tropfsteine in den Kalkhöhlen entstehen durch diesen chemischen Umwandlungsprozess.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
