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In der Sendung werden wir mit auf eine Urlaubsreise an die Nordsee genommen. Wir lernen Warften kennen, das sind künstlich aufgeschüttete Wohnhügel, die den Menschen vor Hochwasser schützen sollen. Und wir besuchen Marschlandinseln im Wattenmeer, sog. Halligen. Im Film erkunden wir die ganze Landschaft und erfahren vieles über die Formung der nordfriesischen Küste in den Eiszeiten und der Nacheiszeit durch Sturmfluten, durch die Gezeiten und durch den Menschen. Aufnahmen aus der gewaltigen und sagenhaften Natur erwecken eine Faszination für diese Landschaft.
Die Menschen auf den Halligen leben mit dem Meer und mitten im Meer.
Titelgeber für die Sendung ist die Ballade "Trutz, Blanke Hans" des Dichters Detlev von Liliencron, die sich durch das Zitieren einzelner Strophen wie ein roter Faden durch die Sendung zieht. "Blanker Hans" ist in der friesischen Sage der Herrscher der Nordsee und seit Jahrhunderten versuchen die Menschen am Meer, diesem Blanken Hans zu trotzen. Die Ballade handelt u.a. vom Untergang einer Stadt vor mehr als 600 Jahren, also von einem Kampf, in dem der Blanke Hans über die Menschen siegt. Viele Überlieferungen belegen, wie der Blanke Hans dem Menschen ständig zusetzte.
Tausende kamen während der großen "Mandränken" des Mittelalters in den Jahren 1362 und 1634 ums Leben. Obwohl die damaligen Siedler, Friesen aus Holland, bereits Deichbau betrieben, konnten sie der Gewalt der Flutwellen nicht standhalten. Allein durch die Zerstörung einer großen Inselfläche von Pellworm bei der 2. Mandränke starben 6000 Menschen, wurden 1300 Häuser vernichtet und etwa 50 000 Stück Vieh ertränkt.
Jahrtausende bestimmte das Meer die Form der Halligen. Ganze Landschaften verschwanden, tauchten in neuer Form wieder auf, ein ständiger Wechsel.
Sturmfluten formten die Küstenlandschaft, indem Teile von Festland, Marsch und Inseln zerschlagen werden und damit der ganze Küstenverlauf verändert wurde. Aber auch andere Naturkräften, wie z.B. der gewaltige Eispanzer, der sich in den Eiszeiten von Skandinavien her nach Norddeutschland schob, veränderte die Morphologie der Nordsee-Küstenlandschaft. Per Computeranimation wird die Ausdehnung der Eismassen gezeigt und im Trickfilm wird der Transport und die Ablagerung von Moränenmaterial dargestellt.
Moränen und Findlinge sind heute weit verbreitet im Küstenbereich. Der mittlere Teil von Sylt, z.B. besteht aus diesem Gesteinsmaterial.
In den Eiszeiten waren gewaltige Wassermassen als Eis gebunden. Deshalb lag der Wasserspiegel der Nordsee tiefer als heute; vor etwa 10 000 Jahren lag er etwa 100 m unter dem heutigen Niveau.
Mit dem Abschmelzen der Wassermassen stieg der Meeresspiegel und die trockengelegene sog. Doggerbank im Zentrum der Nordsee verschwand. Auch die Landverbindung zwischen England und Frankreich verschwand und über den Ärmelkanal konnte nun Atlantikwasser in die Nordssee eindringen: Nun wurden die Gezeiten im Bereich der Nordsee bestimmend und beeinflussten in starkem Maße die weitere Küstenentwicklung.
Alle 12 Stunden und 25 Minuten kommt es nun zum Höchststand des Wassers, alle 6 Stunden und 12,5 Minuten zum Niedrigwasser. Bei Flut wird das gesamte Wattenmeer mit Wasser überspült, bei Ebbe fällt es trocken. Starke Wasserströme bewegen sich dabei im Rhythmus der Gezeiten in den Prielen.
Etwa 1000 vor Chr. war der Anstieg des Wasserspiegels weit fortgeschritten. Das Meerwasser erreichte die Moränen. Aus dem Wasser ragten im Bereich der neuen Küstenlinie Inseln heraus, deren Form ständig verändert wurde. Material wurde abgetragen und an anderen Stellen wieder sedimentiert. Dabei wurde an der Küste im Bereich ständig wiederkehrender Überflutungen das Watt aufgebaut. Die Sedimente hierfür stammen aus abgetragenem und feingemahlenem Moränenmaterial. In Bereichen ohne ständig wiederkehrende Überflutung entstanden Marschen.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
