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Sendungsinhalt: Vulkanismus in der Eifel

Die Eifel, ein Mittelgebirge mit explosiver Vergangenheit. Hier kann man Deutschlands jüngste Vulkane bestaunen. Vor nur 12.900 Jahren sorgte dabei eine Eruption für ein wahres Inferno: Der Ausbruch des Laacher See-Vulkans war mit Abstand der Gewaltigste, der sich in der letzten eine Million Jahre in Mitteleuropa ereignete. Die Folgen davon waren bis nach Schweden und Italien zu spüren. Die Geologie der Eifel ist einzigartig für Deutschland und sie hat bis heute Einfluss auf die Kulturgeschichte dieser Region. Wer hätte gedacht, dass eines unserer ältesten Küchengeräte aus erstarrter Lava gemacht wurde? Und was wäre die mittelalterliche Baukunst ohne die Baustoffe Tuff und Basalt? Noch heute wird Bims – der einzige Stein, der schwimmen kann - zu Leichtbausteinen verarbeitet. Doch mit dem Abbau der Vulkane verschwinden Deutschlands einzige Zeugen aus jüngster Erdgeschichte. Der Atem der Vulkane steckt sogar in jeder Flasche Eifeler Mineralwasser und bestimmt ihren Geschmack. Noch heute blubbern vulkanische Gase aus dem Boden der Eifel – aber aus welcher Tiefe stammen sie? Und sind sie Zeugen von alten, erkalteten Magmaresten oder etwa Spuren neuer magmatischer Aktivität?

Filmskript: Vulkanismus in der Eifel

Vulkanismus in der Eifel

Kapitelübersicht:

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Die Vulkaneifel: Zwischen Inferno und Kulturgeschichte

00:00 – 08:32

Der idyllische Laacher See zeugt von einem gewaltigen Vulkanausbruch. Mächtige Schichten an Bims und Asche begruben vor 12.900 Jahren das Land unter sich. Die explosive Vergangenheit der Eifel ist noch heute sichtbar und lieferte bereits den Römern nachgefragte Baustoffe. Die Bimsschichten hatten sich unter der eigenen Last verdichtet und Tuffstein gebildet. Aus dem leicht zu verarbeitenden vulkanischen Gestein bauten die Römer ihre Landsitze und versorgten von dort aus ihre Soldaten.

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Die neuen Untermieter der stillgelegten Bergwerke

08:32 – 09:54

Die sonnenreichen Steilwände der alten Tuffsteinbrüche locken die seltenen Bienenfresser in die Eifel. Die auffällig bunt gefiederten Gäste aus Italien legen in den vulkanischen Ablagerungen ihre Bruthöhlen an. Andere Flugkünstler bevorzugen die kühlen Klüfte der historischen Basaltstollen. In dem vier Quadratkilometer großen Stollensystem unterhalb der Stadt Mendig überwintert eine Großkolonie von bis zu 70.000 Fledermäusen. Wissenschaftler zählen 17 Fledermausarten, die dieses Deutschlandweit einmalige Rückzugsgebiet nutzen.

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Basalt: Das Schwarze Gold der Eifel

09:54 – 14:44

Verborgen unter den Bims- und Aschedecken des Lacher Seevulkans liegen bei Mendig die erstarrten Basaltsäulen eines älteren Vulkans. Der Schlackenkegel Wingertsberg überzog die Eifel einst mit meterhohen Lavaschlacken. Reich an Gasblasen, ist dieser Basalt zugleich hart und gut zu bearbeiten. Die Struktur eignet sich besonders für die Produktion von abriebfesten Mühlsteinen, die die Region und ihr Schwarzes Gold weit über ihre Grenzen hinaus bekannt machten. Bereits in der Jungsteinzeit und später durch die Kelten wurden die frei zugänglichen Lavaströme der Bellerberg Vulkangruppe bei Mayen abgebaut und zu Mühlsteinen verarbeitet. Zur Zeit der Römer gingen bei Mayen schließlich 17 Millionen Handmühlen in Produktion. Die erste Großproduktion von Küchengeräten.

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Leichtbaustoff mit explosiver Vergangenheit und unsicherer Zukunft

14:44 – 18:34

Von der berühmten Abteikirche Maria Laach bis zum normalen Wohnhaus. Viele Bauwerke in der Eifel sind aus Tuff und Basalt errichtet. Bis heute werden die mächtigen Bimsschichten des Lacher Seevulkans zur Herstellung von Baustoffen abgebaut. Der porenreiche, leichte Naturstein wird im großen Stil zu Leichtbausteinen und Mörtel verarbeitet. Doch der Abbau von vulkanischem Gestein bringt auch eine landschaftliche Veränderung mit sich, über die nicht alle Anwohner glücklich sind. Viele der ortstypischen Vulkanberge sind bereits verschwunden. Und mit ihnen geht eine wertvolle Natur- und Kulturlandschaft verloren.

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Das Gedächtnis der Eifelmaare

18:34 – 23:49

Die Eifel mit ihren 77 Maaren und Vulkanen ist UNESCO Geopark. Um die alten Vulkane der Hocheifel haben sich, gespeist durch den Eifel-Plume, jüngere Vulkane gebildet. Sie brachen während der letzten Eiszeit aus und hinterließen Wasser gefüllte Explosionskrater. Die Jahrtausende alten Ablagerungen am Grunde des Schalkenmehrener Maares enthalten Pollen, deren Analyse spannende Einblicke in die klimatische Vergangenheit der Eifel birgt. Der Bohrkern, den die Wissenschaftler um Prof. Dr. Sirocko zu Tage fördern, ist ein detailliertes Klimaarchiv. Es verrät, dass es in der Eifel einst Haselwälder gab und wie die Vulkanausbrüche das Klima beeinflussten.

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Der Atem der Vulkane: Die Gasblasen der Maare

23:49 – Ende

Der höchste Kaltwassergeysir der Welt befindet sich am Ufer des Rheins. Die treibende Kraft hinter der 50 Meter hohen Fontäne sind Gase, die aus der Magmakammer unterhalb der Eifel entweichen. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Gasblasen, die in den Maarseen aufsteigen, verrät etwas über ihre Herkunft und über die magmatische Aktivität im Untergrund. Der Anteil an Helium-3-Teilchen verrät den Wissenschaftlern vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, ob die Gasblasen aus erkalteten oder aktiven Gesteinsschmelzen austreten. So verhilft das sprudelnde Wasser zu einem besseren Verständnis der regionalen Geologie.