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Sendungsinhalt: Kohle, Erz, Keramik und Co.

In Nordrhein-Westfalen und dem Saarland begeben wir uns auf die Suche nach Bodenschätzen. Wir tauchen ein in die Zeit des Karbons, aus dem die Steinkohle stammt, fahren ein in die Grube Reden, um hier in 900 Metern Tiefe die letzten Spuren eines 300 Millionen Jahre alten Waldes zu finden. Aus jüngerer erdgeschichtlicher Vergangenheit stammen die Braunkohleflöze, die im Tagebau abgebaut werden. Im Norden des Saarlands, in der Nähe des mächtigen keltischen Ringwalls bei Otzenhausen, graben Archäologen die kuriosen „Lebacher Eier“ aus. Vermutlich wussten schon die Kelten diese handlichen, eisenhaltigen Steine zu nutzen. Vorkommen von Eisenerz legten den Grundstein für die industrielle Stahlproduktion entlang der Saar. Im saarländischen Hochwald stoßen wir auf eine Tagebaugrube, in der Feldspat abgebaut wird. Das helle Silikat-Mineral ist eine wichtige Zutat für die Herstellung von Porzellan. Diese Dokumentation bietet Einblicke in Ausschnitte der Erdgeschichte und erläutert, wie die Geologie die Geschichte verschiedener Regionen beeinflusst hat.

Filmskript: Kohle, Erz, Keramik und Co.

Kohle, Erz, Keramik und Co.

Kapitelübersicht:

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Kohleabbau und Nachbergbau im Saarland

00:00 – 10:40

Die saarländischen Steinkohleflöze haben ihren Ursprung in den tropischen Sumpfmoorwäldern, die vor rund 350 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Karbon, gediehen. Luftdicht abgeschlossene Torfschichten entwickelten sich unter der Auflast von Gesteinsdecken zu Steinkohleflözen. Dort, wo einst mehrere tausend Grubenarbeiter die Kohle aus tiefen Schächten förderten, kümmern sich heute die Experten der RAG Saar um den Nachbergbau. 260 Jahre Steinkohlebergbau im Saarland gingen 2012 zu Ende. Das aktive rheinische Braunkohlerevier liegt nahe an der Erdoberfläche und kann mit riesigen Schaufelradbaggern im Tagebau gewonnen werden. Im Saarland türmen sich zwischen Neuenkirchen und Völklingen die grauen Abraumberge. Die Halde Göttelborn hat sich inzwischen unter Gleitschirmfliegern etabliert.

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Historische Eisenproduktion im Hunsrück

10:40 – 15:14

Der Steinwall bei Otzenhausen ist Bestandteil einer einst mächtigen Befestigungsanlage, die Kelten ca. 400 v. Chr. im Hochwald errichtete. Die Meisterschaft der Kelten im Verhütten und in der Verarbeitung von Eisen gab der Epoche den Namen Eisenzeit. In unmittelbarer Nähe zur keltischen Siedlung findet man in Form von "Lebacher Eiern" Eisenerz. Vermutlich wussten schon die Kelten diese handlichen, eisenhaltigen Steine zu nutzen. Im Mittelalter wurden die Eisenerze im großen Stil mit Hilfe von Holzkohle verhüttet und Hammerwerke entstanden entlang der Flüsse. Ab dem Jahr 1685 verlagerte sich das Zentrum der Eisenproduktion in den Raum Dillingen. Die Vorkommen von Eisenerz im Hunsrück legten den Grundstein für die industrielle Stahlproduktion entlang der Saar.

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Vom Roheisen zum veredelten Stahlblech

15:14 – 17:30

Die Hochöfen der Dillinger Hütte stehen nie still. Das Füllen des Hochofens mit Koks und Eisenerz läuft vollautomatisch. Jahrzehntelang wurden die Hochöfen mit Kohle aus dem Saarland und mit Eisenerz aus Lothringen beschickt. Das gewonnene, 1500°C heiße Roheisen wird von der Schlacke getrennt und seit dem Jahr 1880 in Thomas-Birnen durch das Einblasen von Frischluft zu Stahl veredelt. Im hochmodernen Grobblechwalzwerk werden die Stahlbleche auf die gewünschte Stärke gebracht. Stahlbleche von der Saar werden weltweit, zum Beispiel in Brückenkonstruktionen und Schiffen, verbaut.

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Vom Steinbruch bis zum feinsten Porzellan von Villeroy&Boch

17:30 – 20:13

Vom Ryolith-Steinbruch über Umwege auf den Tisch: zerkleinert und zermahlen ist Feldspat eine wichtige Zutat für feinstes Porzellan. In den Produktionsstätten von Villeroy&Boch wird dafür zunächst die richtige Grundmischung hergestellt. Neben dem hellen Feldspat benötigt man noch Kaolin und Ton, bevor alle Zutaten, vermischt und in Form gebracht, im Ofen verbacken werden. Die Hitze bewirkt, dass die Hohlräume verschwinden und der Feldspat seine Wirkung als Klebstoff entfaltet. Die Sinterung lässt das Geschirr schrumpfen. Eine Glasur versieht jeden einzelnen Teller mit dem bekannten Glanz von edlem Porzellan.

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Design von Porzellan zwischen 3D-Druck und Handarbeit

20:13 – 23:14

An der Hochschule für bildende Künste in Saarbrücken widmet sich Lukas Winter mit seiner Abschlussarbeit dem Design von Lampen aus durchscheinendem Porzellan. Lange hat der Student an der richtigen Konsistenz getüftelt und schließlich mit Hilfe eines eigens entwickelten 3D-Druckers elegante Prototypen geschaffen. In der Zentrale von Villeroy&Boch ist auch das Museum untergebracht, in dem die handbemalten Exponate aus der 250 jährigen Firmengeschichte ausgestellt sind. Auch heute noch werden schwierige Muster oder so teures Material wie Gold mit der Hand aufgetragen. Entwürfe für neue Kollektionen werden zunächst auf Folien kopiert und zur Probe aufgeklebt. Die Folien sinken im Brennofen in die Glasur ein und wirken später wie von Hand aufgetragen.

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Römischer Moselwein auf Muschelkalk und Kunstharz

23:14 – Ende

Am westlichen Rand des Saarlandes liegt rund um Perl ein kleines Weinanbaugebiet. Hier gedeihen auf 240 Millionen Jahre altem Muschelkalkboden auch die Weine von Winzer Willi Ollinger. Auf seinem Weinberg gräbt der Geologe und Spezialist für Bodenprofile Dr. Michael Veerhoff bis zum anstehenden Gestein ein tiefes Loch. Mit Kunstharz nimmt er die verschiedenen Bodenschichten auf und setzt, zurück in seinem Atelier, das Abbild des Muschelkalkbodens wieder in verkleinertem Maßstab zusammen. Sein Bodenprofil zeigt, aus welcher Tiefe sich die Reben mit Nährstoffen versorgen.