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Sendungsinhalt: Kalkstein und Verkarstung

Die markanten Kalkfelsen der Schwäbischen Alb sind ein Produkt des Meeres. Im Jura, vor 200 Millionen Jahren, wimmelte es in Südwestdeutschland nur so von Muscheln, Korallen Schwämmen und anderen Meeresbewohnern. Ihre Kalkskelette bildeten das Gestein. Heute findet man in diesen Schichten gut erhaltene Fossilien von Ammoniten, Ichthyosauriern und anderen Zeugen der Urzeit. Die geologische Vergangenheit der Region hatte einen direkten Einfluss auf die Geschichte der Landwirtschaft, den Bau von Gebäuden und die Entwicklung der Textilindustrie. Über Jahrmillionen wurde das Kalkgestein von Wasser, Wind und Wetter geformt, abgetragen und andernorts, zum Beispiel als Tropfstein oder Kalktuff, wieder abgelagert. Das Phänomen der Verkarstung ist auch dafür verantwortlich, dass ein Teil der Donau bei Immendingen versickert und das Wasser unterirdisch Richtung Rhein „umgeleitet“ wird. Manche Höhlen boten unseren Vorfahren schon während der Steinzeit Unterschlupf. Die Menschen hinterließen dort vor 40.000 Jahren Werkzeuge, Figuren und sogar Musikinstrumente. Faszinierende unterirdische Sinterformationen kann man in Schauhöhlen im Sauerland bewundern. Hier sind die Kalkablagerungen noch älter – etwa 400 Millionen Jahre. Sie stammen aus dem Devon.

Filmskript: Kalkstein und Verkarstung

Kalkstein und Verkarstung

Kapitelübersicht:

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Die Skulpturen der Tropfsteinhöhlen

00:00 – 04:20

Tropfsteinhöhlen bilden sich im Kalkstein durch saures Regenwasser und bergen dort, wo der gelöste Kalk wieder ausfällt, spektakuläre Sinter-Skulpturen. Die größte und vielleicht schönste Tropfsteinhöhle Deutschlands, die Atta-Höhle liegt im 400 Millionen Jahre alten Kalkstein des Sauerlands. Im Devon bedeckte dort ein warmes Meer die Erdoberfläche. Die Kalkskelette der frühen Meerestiere sammelten sich am Meeresgrund und wurden im Laufe der Zeit zu Stein zusammengepresst. Im Hemer Felsenmeer tritt dieser Kalkstein zutage.

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Das Zementlager der Schwäbischen Alb

04:20 – 06:55

Das Fundament der schwäbische Alb besteht aus einer mehrere hundert Meter mächtigen Kalksteinschicht. Aus dieser lässt sich ein wichtiger Rohstoff gewinnen: Zement. Zement ist der Kleber im Beton und zählt damit zu den am meisten verbauten Baustoffen. Um ihn zu gewinnen, muss zunächst der Kalkstein durch eine Explosion gesprengt werden. Im Steinbruch bei Schelklingen ist dafür der Sprengmeister verantwortlich. Mit riesigen Schwerlastkraftwagen werden die Steinbrocken anschließend ins Mahlwerk gebracht und zu Zement weiterverarbeitet.

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Die verborgenen Schätze des Jurameers

06:55 – 12:22

Fossilien verraten, dass es auf der Alb vor 200 Millionen Jahren nur so wimmelte von Muscheln, Korallen, mächtigen Schwämmen und anderen Bewohnern des Jurameers. Aus ihren zu Stein gewordenen Kalkskeletten bestehen die weißen Felsen der Alb. Im einst schlammigen Meeresgrund, dem dunklen Schiefer von Holzmaden, haben sich die Konturen von Fischsauriern, Seelinien und Krokodilen erhalten. Bernhard Hauff gelang es im Jahr 1892 erstmals die Hautumrisse eines Ichthyosauriers freizulegen. Auch heute noch werden am Museum von Holzmaden in sorgfältiger Handarbeit die Schätze des Jurameeres präpariert.

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Tuffstein aus Kalk und Moos

12:22 – 17:43

Viele historische Gebäude in Württemberg, aber auch die Tribünen des Berliner Olympiastadions, wurden aus schwäbischem Tuff errichtet. Im Steinbruch von Bad Urach wurde das Baumaterial bis in die 1950er Jahre mit traditionellen Handwerkzeugen gebrochen und gesägt. Tuff ist ein gewachsener Kalkstein, der vor allem an den Wasserfällen am Nordrand der Alb vorkommt. Treffen die kalkhaltigen Wassertropfen auf Moos, entzieht die Pflanze dem Wasser Kohlenstoffdioxid. Kalk fällt aus und überzieht das Moos mit einer feinen Kalkschicht. Über tausende von Jahren wachsen so, Schicht für Schicht, die Tuffsteine empor.

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Das Geheimnis von Donauversickerung und Karsthöhlen

17:43 – 26:04

Die Donau grenzt zwischen Immendingen und Tuttlingen an ein weitverzweigtes Höhlensystem, über das stets ein Teil der Donau versickert und unterirdisch abfließt. Auf diese Weise speist die Donau den Achtopf, eine der großen Karstquellen der Alb. Die Entstehung solcher Karstsysteme lässt sich anhand von wasserführenden Höhlen, wie der Falkensteiner Höhle, beobachten. Die trocken gefallene Höhle Hohle Fels bei Schelklingen diente in der Steinzeit als Wohnstätte. Der Fund einer Knochenflöte beweist, dass sich die Menschen bereits vor 40.000 Jahren mit Kunst und Musik beschäftigten. Gefertigt aus der Schwinge eines Gänsegeiers, belegt sie auch, dass diese Vögel einst typisch für die Alb waren.

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Wacholderheiden und schwäbische Textilmanufakturen mit Tradition

26:04 – Ende

Auf den nährstoffarmen, steinigen Böden der Alb, die sich nicht gut für den Ackerbau eignen, hat die Haltung von Schafherden eine lange Tradition. Diese Tradition formte mit dem Entstehen der Wacholderheiden das Landschaftsbild und führte dazu, dass sich bereits früh Unternehmen gründeten, die die Wolle der Schafe verarbeiteten. Mit Textilmanufakturen der schwäbischen Alb, wie der Firma Mey, hat die geologische Vergangenheit der Region einen ganzen Industriezweig geprägt.