zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Südlich der Kalkalpen liegen die jüngeren Zentralalpen. Als die Kontinentalplatten zusammenstießen, wurden nicht nur die Kalkschichten gefaltet. Teile des Sedimentgesteins sowie Teile der ozeanischen Kruste gerieten unter das afrikanische Schelf und wurden durch Druck und Hitze umgewandelt. Durch neue Bewegungen wurde das sogenannte Umwandlungsgestein (= Metamorphit) nach oben gedrückt und gehoben. Diese Hebung führte zur Gebirgsbildung. Das Umwandlungsgestein bildet den Kern der heutigen Zentralalpen. Mit deren Hebung wurden auch die Kalkschichten gehoben und in ihre heutige Position gebracht.
Im weiteren Verlauf der Sendung lernen wir verschiedene metamorphe Gesteine kennen, wie das Umwandlungsgestein aus den Zentralalpen oder das Sedimentgestein der Kalkalpen, die beide durch Hitze und Druck oder durch Kontakt mit benachbarten Glutflusskörpern verändert wurden: Glimmerschiefer, Granitglimmerschiefer, Hornblendengarbenschiefer.
Eine weitere Gesteinsart, die auch umgewandelt und durch Überschiebung und Hebung in den Bau der Alpen einbezogen wurde, ist das Migmatit oder auch Mischgestein, das zwischen Magma und metamorphem Gestein steht. Es stammt aus dem variskischen Grundgebirge und ist etwa 350 Mio. Jahre alt. Viele Steine finden sich als Geröll in den Bächen, die ursprünglich in höchster Höhe anzutreffen waren. Sie wurden durch die Erosion talwärts verfrachtet.
Umwandlungsgesteine, Metamorphite genannt, bilden auch den Grundstock der Ötztaler Alpen.
Mit der Hebung kam auch sehr viel älteres Gestein nach oben, z.B. Migmatite, Gestein aus dem Bresgischen Urgebirge, 350 Millionen Jahre alt.
Die Erosionen haben den Blick frei gegeben auf die aus der Tiefe gehobenen Umwandlungsgesteine. Wie hier von der Großglocknerstraße aus auf die Berge der Hohentauern.
Eine weitere Begleiterscheinung des Zusammenstoßes der Kontinentalplatten ist die Überschiebung von älteren über jüngere Gesteine, wie man es in Flims vom Cassonsgrat aus sieht. Ein vierter Trickfilm erläutert die Überschiebung: Erst waren die Schichten unterschiedlicher Ablagerungen räumlich voneinander getrennt. Durch den Zusammenstoß bzw. das Verringern der Abstände werden sie als Decken übereinandergestapelt. So liegt das, was einmal weiter im Süden gelegen hatte, im Stapel höher. Was im Norden lag, liegt nun tiefer. Erdzeitgeschichtlich ältere Schichten lagern auf jüngeren, zum Beispiele im Allgäu, wo das ältere Gestein der Nördlichen Kalkalpen auf dem jüngeren ton- und mergelhaltigen Flysch der Grasberge aufliegt.
Nicht nur Kräfte aus dem Erdinneren formen die Alpen. Auch Abtragung wirkt, die gleichzeitig mit der Hebung einsetzte. Rein theoretisch hört sie erst auf, wenn die Alpen eingeebnet sind. Auf der Großglocknerstraße haben die Erosionen den Blick auf die aus der Tiefe gehobenen Umwandlungsgesteine freigegeben (Blick ins Tauernfenster).
Aber nicht nur Abtragung wirkt bis heute. Erdbeben treten auf, so z.B. 1976 in Friaul. Bilder von zerstörten Gebäuden demonstrieren uns die Kraft aus dem Erdinneren. Die Erdkruste bewegt sich immer noch.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
