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Der Oberrhein beginnt bei Basel und endet bei Bingen. Etwas nördlich von Basel befindet sich der Isteiner Klotz. Eine Malerei, die dieses Gebiet um 1800 darstellt, zeigt uns, dass das südliche Oberrheintal zu jener Zeit von Inseln und Wörthen (= Flussinseln, Landstrich zwischen einem Fluss und einem stehenden Gewässer) geprägt war, die sich zwischen zahlreichen Flussarmen befanden. Heute sind diese verschwunden. Der Fluss wurde begradigt und eingedämmt. Ziel dieser umfangreichen Eingriffe seit Anfang des 19. Jahrhunderts waren zunächst der Hochwasserschutz, besonders in diesem Jahrhundert aber der Ausbau des Flusses zu einer gut funktionierenden Wasserstraße. Am Fuße des Isteiner Klotzes zeugt eine Hohlkehle, die das Rheinwasser ausgewaschen hat, vom Hochwasserstand um 1852. Es stand damals 1,40 m über dem heutigen Niveau. Der Fluss liegt heute tiefer, denn durch Begradigung und Eindämmung erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers, so dass verstärkt Tiefenerosion einsetzte. Lediglich die anstehenden Schichten des Kalkes (= Isteiner Schwellen) widerstanden und bildeten früher eine Gefahr für die Schifffahrt.
Heute stellen die Kalkschwellen keine Gefahr mehr für die Schifffahrt dar, denn die Schiffe fahren auf dem parallel zum Rhein verlaufenden Rheinseitenkanal. Er beginnt bei Weil am Rhein und endet bei Breisach. Der Rheinseitenkanal brachte also Verbesserungen für die Schifffahrt. Ökologisch brachte er Probleme mit sich, weil sich durch seinen Bau der Grundwasserspiegel senkte, was zum Verschwinden der Auwälder führte.
Die Isteiner Schwellen sind Felsbarrieren im Rhein, die der Tiefenerosion widerstanden.
Nördlich von Breisach finden wir keinen Seitenkanal. Aber andere wasserbauliche Maßnahmen, wie Schlingen, Dämme, Staustufen, Schleusen und Kraftwerke bestimmen den Flusslauf. Die Staustufen sollen beispielsweise verhindern, dass das Wasser zu schnell abfließt. Die natürlichen Überflutungsflächen der Auengebiete fehlen. Die wenigen Reste - oft ohne Verbindung zum Rhein - können diesen Ausgleich nicht herstellen.
Wasserstraße Rhein nördlich von Breisach. Wasserbauliche Maßnahmen bestimmen den Flusslauf.
Flussabwärts bei Speyer sind die Ufer ebenfalls befestigt. Die Schifffahrtsrinne schneidet hier einen Altrheinarm, an dem sich die gesamte Problematik des menschlichen Eingriffs in den Naturhaushalt ablesen lässt. Normalerweise ist der Altarm ein Brut- und Nistplatz für Vögel. Doch das funktioniert nur, wo ein ständiger Wasseraustausch zwischen Fluss und Altrheinarm besteht. Wenn kein Wechsel und Austausch mehr besteht, weil das Hochwasser des Rheins Sand und Geröll in den Altarm transportiert hat, verlandet dieser. Pflanzen und Tiere finden keinen Lebensraum mehr.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
