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Das Quellgebiet des Vorderrheines befindet sich in der Schweiz auf dem Oberalppass in über 2000 m Höhe. Er endet bei Reichenau, wo er sich mit dem Hinterrhein vereinigt. Beide zusammen fließen als Alpenrhein dem Bodensee zu.
Im Quellgebiet entstehen Schmelzwasser-Rinnsale, die talwärts breiter werden und sich zu einem Fluss vereinigen. Im weiteren Verlauf des Flusses münden Zuflüsse ein, die Wasser aus den Nebentälern zuführen. Die Bäche und Flüsse führen aber nicht nur Wasser. Sand, Schotter und Geröll werden mitgeführt, die zum Teil von Schutthalden am Ufer stammen. Die Schutthalden wiederum werden ständig durch die Verwitterung der anstehenden Felswände genährt.
Rinnsale treten aus abtauendem Schnee hervor, Quellwasser das sich bei zunehmendem Gefälle immer tiefer in den Boden einschneidet.
Die Rinnsale werden talwärts breiter und vereinigen sich vor einer Engstelle zu einem Fluss. Das Wasser reißt Sand und Schotter mit sich.
Ein eiszeitlicher Querriegel stellt sich dem Fluss in den Weg. Er hat ihn durchbrochen und sich tief eingeschnitten. Mit dem harten Gneis wird das Wasser nicht fertig.
Die Erosionskraft des Wassers zeigt sich z.B. wo der Fluss einen eiszeitlichen Querriegel durchbricht und sich tief einschneidet. Das anstehende Gestein besteht aus hartem Gneis, auf dem mitgeführter Sand und Kies nur wenige Spuren hinterlassen. Aber wie man an anderer Stelle in dem fast ausgetrockneten Bett eines Nebenflusses, dem Medelser Rhein, sehen kann, vermag das Wasser auch hartes Gestein auszuwaschen. Auskolkungen und Strudeltöpfe werden sichtbar, die als gute Beispiele für die Erosionskraft des Wassers gelten. Die Kraft des Wassers formt Täler, so auch ein Kerbtal. Dieses entstand dort, wo der Fluss einen weiteren Querriegel durchbrach und sich eintiefte.
Doch auch hartes Gestein kann vom Wasser ausgewaschen werden. Im fast ausgetrockneten Bett eines Nebenflusses, dem Mendelser Rhein, werden Auskolkungen und Strudeltöpfe sichtbar. Solche Auswaschungen sind Beispiele für die Erosionskraft des Wassers. Mitgeführtes Material wie Sand und Kies schleifen den harten Stein.
Schwemmfächer bauen sich im Verlauf des Flusses da auf, wo Sand, Kies und Steine aus Zuflüssen von Seitentälern abgelagert werden. Der Schwemmfächer drängt den Fluss zunächst ab; er wird kurzfristig gezwungen, sein Bett zu verlassen. Der Fluss nagt den Schwemmfächer aber an und findet dabei in sein altes Bett zurück. Diese Vorgänge werden in Trickaufnahmen vereinfacht dargestellt. Schwemmfächer der größten Mächtigkeit entstanden als die eiszeitlichen Wässer abflossen. Die Schwemmfächer sind geomorphologische Erscheinungen, die für die anthropogene Nutzung der Alpen von großer Bedeutung sind. Auf ihnen wurden viele Siedlungen angelegt, weil es sich um geschützte Lagen handelt. Ein Beispiel für eine solche Siedlung ist Dissentis.
Ein weiterer Querriegel versperrt dem Fluss den Weg. Doch das Wasser hat in den Riegel eine tiefe Kerbe gebrochen, ein Kerbtal entstand.
© Text überarbeitet: Silke Harrer
