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Der Gen-Jäger Barry Scheck aus New York beweist mit Hilfe der DNA-Analyse die Unschuld von Menschen, die lebenslänglich verurteilt sind oder in der Todeszelle sitzen. In den letzten zehn Jahren haben er und seine Kollegen vom „Projekt Unschuld“ (Innocence Project) in New York 37 Männer aus ihren Zellen herausgeholt; Männer, die verurteilt wurden, weil eine DNA-Analyse damals noch nicht möglich war oder nicht zur Routine einer Mordkommission gehörte. Denn wie oft werden Menschen aufgrund fragwürdiger Augenzeugen, schlampiger Ermittlungen der Polizei oder anderer Fehler des Strafsystems verurteilt.

William Gregory wurde für ein Verbrechen verurteilt, das er nie begangen habe, wie er immer verzweifelt beteuerte. Ein Mann mit einer Strumpfhose als Maske hat versucht eine junge Frau zu vergewaltigen und eine zweite Frau mit einem Messer bedroht und tatsächlich vergewaltigt. Da die Täterbeschreibungen der beiden Frauen sehr unterschiedlich waren, beruhte die Anklage ganz auf den Haaren, die in der Strumpfmaske des Täters gefunden wurden. In einem mikroskopischen Haarvergleich stellte eine Wissenschaftlerin fest, dass die Haare in der Strumpfmaske in 16 Punkten mit den Haarproben von Gregory übereinstimmten. Die Geschworenen sprachen Gregory aufgrund dieses forensischen Gutachtens schuldig. Er wurde zu 70 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die einzige Hoffnung, die William Gregory blieb, waren die Mitarbeiter vom „Projekt Unschuld“. Junge Anwälte und Jurastudenten versuchen mit Hilfe von DNA-Analysen die Unschuld von Menschen zu beweisen, die lebenslänglich verurteilt wurden oder in der Todeszelle sitzen. Sie schafften es, die Haare des Täters einem erneuten Test unterziehen zu lassen – diesmal auf der Basis der neuesten Erkenntnisse der Gentechnik. Da die Haare, die in der Strumpfmaske gefunden wurden, keine Wurzeln und damit auch keine Zellkerne hatten, musste man auf die mitochondriale DNA im Zellplasma zurückgreifen. Eine Methode, die erst 1996 entwickelt worden war – vier Jahre nach Gregorys Prozess. Mitochondriale DNA aus Gregorys Blut wurde mit der DNA aus den Haaren des vermeintlichen Täters verglichen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Muster der chemischen Basen der beiden DNA-Stränge stimmten nicht überein. Es waren nicht Gregorys Haare. Das Verfahren wurde erneut aufgenommen. Dank der Analyse der mitochondrialen DNA verließ William Gregory als freier Mann den Gerichtssaal.

  • ein Farbiger mit weissem Hemd und VollbartWilliam Gregory verbüßte eine Haftstrafe für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Aufgrund eines mikroskopischen Haarvergleichs wurde Gregory hinter Gitter gebracht. Acht Jahre nach seiner Verurteilung verhalf ihm eine neue Wissenschaft – die Genfors
  • ein Mann in Hemd und Sakko und eine Frau mit schulterlangen Haaren und MittelscheitelBarry Scheck und Jane Siegel Greene, Mitarbeiter des "Innocence Project".
  • Blick duch eine Gittertür in einen Gefängnistrakt
  • Wachturm eines Gefängnisses
  • eine mikrokopische Zellaufnahme

    Während Gregory im Gefängnis saß durchlief die Genetik weltweit eine Revolution. Im Mittelpunkt dieser Revolution stehen zwei Arten von DNA. 1992, zur Zeit von Gregorys Prozess, konnte die Wissenschaft nur mit der DNA arbeiten, die im Zellkern zu finden is

  • eine Elektronenmikroskopaufnahme

    Daher mussten die Wissenschaftler auf die mitochondriale DNA im Zellplasma zurückgreifen. Ein Verfahren zur Untersuchung dieser DNA wurde erst 1996 entwickelt.

  • eine Mikroskopaufnahme eines Haares

    1993: Damals konnte man mit Haaren ohne Wurzel noch keine DNA-Analyse machen. Deshalb wurde ein mikroskopischer Haarvergleich vorgenommen.

  • ein Vergleich zweier Diagramme

    Die Abfolge der vier chemischen Basen, die jedes Gen ausmacht. Oben: Gregorys Blut, unten: getestete Haare des Täters.