zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Inhalt der Sendung

Im Mittelmeer droht eine eingeschleppte Alge den Meeresgrund zu überwuchern und dort alles Leben zu ersticken. Die DNA-Analyse ergab, dass dieser „Killertang“ durch Mutation in einem Aquarium entstand und in die Freiheit Mittelmeer gelangte. Indem sie die genetische Struktur der Killer-Alge erforschen, hoffen Wissenschaftler ihre Schwachstelle zu finden um sie dann vernichten zu können.

Zwei Drittel unseres Planeten sind von Wasser bedeckt. Das Leben darin ist von unvorstellbarer Vielfalt. Und nun sieht sich dieser Unterwassergarten Eden vor allem im Mittelmeer einem tödlichen Feind gegenüber, einem rätselhaften Seetang. Caulerpa Taxifolia ist der wissenschaftliche Name dieses fremden Eroberers aus dem Pazifik. In seiner natürlichen Umgebung wächst Taxifolia verstreut und sporadisch. Aber im Mittelmeer bildet die Alge einen dicken, dichten Teppich – und genau der macht die Alge so tödlich. Wenn sie sich ausbreitet, erstickt sie die anderen Wasserpflanzen und zerstört damit die Nahrungsgrundlage für viele andere Arten. Außerdem enthält der Tang ein Gift, das zwar für den Menschen harmlos ist, für Wassertiere dagegen tödlich. Taxifolia wird als Nahrung gemieden und breitet sich deshalb mit rasanter Geschwindigkeit auf dem Meeresgrund aus. Eingeschleppte, sogenannte invasive Arten wie dieser „Killer-Tang“ sind ein weltweites Problem, da sie dort, wo sie auftreten, die Umwelt zerstören. Um das zu verhindern, wollen Wissenschaftler durch DNA-Analyse die Geheimnisse der Killer-Alge lüften. Caulerpa ist bei Aquarianern sehr beliebt. Die einzellige Alge ist pflegeleicht und sieht hübsch aus. Auf der Suche nach ihrer Herkunft im Mittelmeer machen zwei Wissenschaftler, der Schweizer Genetiker Olivier Jousson und der französische Meeresbiologe Alexandre Meinesz, einige interessante Entdeckungen: Alle untersuchten Proben von Caulerpa Taxifolia sind genetisch identisch und es handelt sich bei der Killer-Alge um eine genetische Mutation. Sie war vermutlich in einem einzigen Aquarium mutiert und gelangte von dort ins Meer. Für die Wissenschaftler bleibt nur eine Schlussfolgerung: Der ganze weltweite Ausbruch basiert auf dem gigantischen Klon einer einzigen männlichen Pflanze. Sich selbst erneuernd kriecht er über den Meeresgrund und verbreitet sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Dann entdecken Meinesz und Jousson zufällig einen natürlichen Feind von Caulerpa, eine See-Schnecke. Sie kann nur mit einzelliger Nahrung überleben. Die Mittelmeer-Taxifolia wäre ihre einzige Nahrung und das andere vielzellige Wasserleben bliebe von ihr unberührt. Ist diese Seeschnecke tatsächlich die Lösung oder erzeugt ihre Einführung im Mittelmeer ein ganz anders gelagertes ökologisches Problem? Wissenschaftler und Politiker müssen sich auf einen gemeinsamen Weg einigen. Unterdessen wuchert der Killertang weiter – als tödliche Gefahr für alles Leben im Meer.

  • Algen unter WasserEine mutierte Pflanze droht den Seegrund zu überwuchern. Es ist die Dichte ihres Teppichs, die die Alge so tödlich macht. Wenn sie sich ausbreitet, erstickt sie andere Wasserpflanzen, die die Nahrungsgrundlage für viele andere Arten bilden.
  • ein kleiner gestreifter Fisch
  • eine Nahaufnahme von einem KrebsDas Leben im Meer ist von unvorstellbarer Vielfalt.
  • ein Seepferdchen
  • ein Oktopus
  • der Kopf eines großen Fisches
  • ein treibendes Algenstück

    Selbst ein kleines Fragment kann eine neue Kolonie erschaffen.

  • ein blonder mann in einem schwarzen Muskelshirt an der Reling eines Boots. Hinter ihm das Meer

    Der französische Biologe Alexandre Meinesz und der Schweizer Genetiker Olivier Jousson sind dem giftigen Seetang auf der Spur, der sich im Mittelmeer ausbreitet.

  • ein Mann mit Geheimratsecken vor einem Computer
  • ein Taucher mit einem Strang Algen in der Hand

    In Aquarien beliebt, im Mittelmeer eine tödliche Gefahr - die Killeralge.

  • ein Arm hält einen Algenstrang  an der Oberfläche in die Kamera

    Der ganze weltweite Ausbruch basiert auf einer einzigen männlichen Pflanze.

  • der Arm eines Tauchers, der einen rechteckigen Gegenstand über die Algen hält
  • ein Taucher saugt Algenbewuchs mit einem dicken Schlauch von einer Oberfläche ab
  • ein Taucher kratzt Algenbewuchs mit einem Werkzeug vom Grund
  • eine gelbe Wassernacktschnecke, mit auswuchsen, die Pflanzen ähneln

    Natürlicher Feind der Caulerpa: eine Nacktschnecke. Die Nacktschnecken ernähren sich nur von Caulerpa. Sie essen den Tang nicht, sie beißen mit einem Zahn ein Loch und saugen den Saft aus, das Zytoplasma.

  • Die Wassernacktschnecke aus einer anderen Perspektive
  • eine blauleuchtende Substanz in den Algen

    Wissenschaftler auf der ganzen Welt beginnen verschiedene Ausrottungsprozesse zu testen. Verbrennen mit Trockeneis oder Kupfer, Lichtentzug, Absaugen oder sogar schlichtes Ausreißen.