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Könnte „Jurassic Park“ jemals wahr werden? Am Audubon Center für die Rettung von Arten versucht die Biologin und Tierphysiologin Betsy Dresser die Bedingungen dafür zu schaffen, bedrohte Tierarten durch Klonen zu retten. Werden Genforscher also in der Zukunft Tote wieder zum Leben erwecken können? Längst ausgestorbene Tiere wie Dinosaurier zu klonen wird wohl für immer Phantasie, Stoff für Hollywood bleiben. Aber von noch lebenden Tieren kann Gen-Material fast unbegrenzt lange aufbewahrt werden, um sie dann eines Tages zu klonen. Betsy Dresser hat – wie einst der biblische Noah – eine Arche gebaut, aber eine des 21. Jahrhunderts: eine Gen-Arche. Und sie rettet die bedrohten Tiere nicht in Paaren, sondern zu Tausenden. Sie tut das, indem sie deren Genom sammelt und aufbewahrt. Dresser sieht sich selbst als eine Art Lebensretterin „auf der Intensivstation des Tierreichs“. Sie erschafft einen „Tiefkühl-Zoo“, indem sie Embryonen, Eizellen und Spermien jedes Säugetieres sammelt. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, denn jede Stunde sterben weitere Tierarten aus, und sie weiß das. Von einigen Arten gibt es nur noch knapp 50 lebende Exemplare. Und deshalb perfektionieren Betsy Dresser und ihre Kollegen an der Louisiana State University ihre Fähigkeiten des Klonens. Natürlich gibt es Kritik an ihrem Projekt, bedrohte Tierarten im Genlabor zu retten. Ihre Gegner wollen, dass Zeit und Geld darauf verwendet werden, die natürlichen Lebensräume der Tiere zu schützen. Aber Dresser lässt sich nicht aufhalten. Sie will die erste Wissenschaftlerin sein, die eine afrikanische Wildkatze klonen kann. Wird sie mit ihrem Projekt einer „Gen-Arche“ Erfolg haben?
Wenn Tiere sterben, baut sich ihre DNA schnell ab und wird unbrauchbar. Aus fossilen Überresten können deshalb nie Dinosaurier wieder entstehen.
Zoologische Gärten bieten seit jeher ein Auffangnetz für bedrohte Arten. Der Zoo von San Diego, Kalifornien, ist führend bei der Bewahrung der Arten. Unter einem Dach findet man hier 800 Arten, insgesamt 4.000 Tiere.
Dr. Dressers Vision berührt eine der kontroversesten Fragen der Genetik: das Klonen. Dank der Leihmutterschaft zwischen den Arten brachte eine Elenantilope eines der raren Bongos zur Welt.
Theoretisch ist Klonen ganz einfach. Man nimmt aus einer tierischen Spenderzelle die DNA, überträgt sie in eine Eizelle und pflanzt diese in eine Ersatzgebärmutter ein.
"Ich wünschte, wir könnten mehr Tierarten bewahren als unser Platz es erlaubt."
Dr. Dressers Versuch die Bedrohung der Arten genetisch abzuwenden, hat scharfe Kritik ausgelöst. Nicht jeder hält das Klonen für den besten Weg um die bedrohten Arten der Erde zu retten. Norman Gershenz z.B. sagt, der Schlüssel zum Erfolg liege nicht im Konservieren der Tiere, sondern im Bewahren ihrer Lebensräume.
© Text: Karl-Heinz Renner
