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Narkoleptiker fallen ohne jede Vorwarnung in den Schlaf: beim Essen, mitten in einem belebten Gespäch, einfach so, auf der Straße. Oft sind es Gefühlsregungen, die in der Gehirn-Chemie etwas durcheinander bringen und den Schlafanfall auslösen. In den USA leiden 135.000 Menschen an Narkolepsie. Und es sieht ganz so aus, als ob es ein genetischer Defekt wäre.
Zehn Jahre lang suchte der Wissenschaftler Emmanuel Mignot nach dem Gen für Narkolepsie. Zuerst hatte er den Stammbaum seines narkoleptischen Dobermanns "Bean" untersucht. Er fand heraus, dass es sich bei Hunden um eine rezessive Veranlagung handelt, bei der beide Elternteile das defekte Gen weitergeben müssen, damit die Krankheit ausbricht. Und nach zehn Jahren mühsamer Suche hatte er es geschafft, den genetischen Code für Narkolepsie bei Hunden zu knacken. Seine Jagd nach dem defekten Gen brachte ihn zum Chromosom 12, wo er eine Mutation in einem einzigen Gen entdeckte. Bei Menschen ist das alles aber noch rätselhafter. Wie konnte er mit seiner Entdeckung den Narkoleptikern helfen? Mignot wusste nicht weiter. Bis aus einem ganz anderen Labor in Dallas, Texas, eine überraschende Nachricht kam. Dort hatte der Forscher Masashi Yanagisawa mit Mäusen experimentiert, um mehr zu erfahren über Essverhalten, Hunger, Appetit. Und plötzlich hatten diese Mäuse Attacken von Narkolepsie! Yanagisawa erinnerte sich, über Mignots Arbeit gelesen zu haben, und setzte sich mit ihm in Verbindung. Und gemeinsam kamen sie schließlich auf die Lösung - eine Lösung, die vielleicht bald eine ganz neue Therapie für die Narkolepsie-Kranken ermöglicht, damit diese wieder ein normales Leben führen können. Ihre neuen Erkenntnisse über Schlaf und den Anteil der Gene daran gibt aber auch Hoffnung für all jene, die - umgekehrt zur Narkolepsie - sich nicht über zuviel, sondern über zuwenig Schlaf beklagen: Hoffnung für die vielen Millionen Menschen nämlich, die an Schlaflosigkeit leiden. Mit den Erkenntnissen der beiden Wissenschaftler könnte bald eine ganz neue Generation von Schlafmitteln auf den Markt gebracht werden.
Die Forscher in Stanford hatten schon in den 70er Jahren entdeckt, dass Hunde Narkolepsie bekommen können.
Am Ende fanden Sie beim Hund nur einen chemischen Baustein auf einem Gen, der aus der Reihe tanzte. Aus G war ein A geworden.
Beim Menschen ist alles anders. Mignot wusste, dass der REM-Schlaf entscheidend war, um das Geheimnis der Narkolepsie zu lüften.
Masashi Yanagisawa erforschte eigentlich die Auslöser für Appetit. Yanagisawa und sein Team fanden eine Substanz (Orexin) im Hypothalamus, der gleichen Gehirnregion die Mignot erforschte.
Nicole Cortichiato musste vom Wesen her emotionslos werden, weil sie kein Gefühl haben darf. Irgendetwas kann ständig einen Schlafanfall auslösen, jede plötzliche Erregung, jedes stärkere Gefühl.
© Text: Noreen Krespach-Schindler
