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Unterricht

Didaktische Anmerkungen

Die Reihe "Ganz schön vermessen" lässt sich in Teilen bereits von der Sekundarstufe I an einsetzen, hat aber ihren eigentlichen Platz in der Mittel- und Oberstufe.

In den Schulen, z.B. von Baden-Württemberg, betrachten die Schülerinnen und Schüler im Erdkundeunterricht der 5. Klasse bereits Kugelgestalt und Rotation der Erde, die Verteilung der Weltmeere und Landmassen. Berichte von Entdeckungs- und Forschungsreisen machen den Unterricht lebendig und anschaulich. Sie beschäftigen sich mit den Tageszeiten und Himmelsrichtungen. Sie lernen wichtige geographische Arbeitsmittel kennen, erarbeiten sich den Umgang mit Globus und Kompass und werden vertraut mit geographischen Karten (Weltkarte, Wandkarte, Atlas).

  • Die Zeichnung zeigt zwei riesige Globen, die durch die Decke ragen und so jeweils auch von einer Galerie bestaunt werden können.Die Attraktion der Pariser "Bibliotheque Nationale" waren ein Erd- und ein Himmelsglobus

Die Kinder lernen, sich in ihrem Heimatraum zu orientieren, zu beobachten und zu beschreiben. Die Arbeit im Gelände lässt sie Richtungen, Entfernungen, Leitlinien und markante Punkte erfassen. Sie erleben, wie man vom Bild zur Karte kommt. Sie werden vertraut mit dem Maßstab und der Legende. Das selbständige Zeichnen und Messen sowie die Arbeit mit Modellen erleichtern ihnen den Zugang zu den schwierigen Sachverhalten.

Bei der Behandlung der einzelnen Großräume Europas und der verschiedenen Kontinente wird durch die topographische Orientierung in den folgenden Jahren nach und nach eine differenzierte Raumvorstellung aufgebaut.

In der Biologie untersuchen die Schülerinnen und Schüler, wie sie durch die Sinne ihre Umwelt erfahren und erhalten Einblicke in die Verhaltensmuster von Tierarten und begreifen am Beispiel verschiedener Vogelarten, welche erstaunlichen Fähigkeiten dem Vogelzug zugrunde liegen. Sie lernen Antrieb, Orientierung und das Anpassungsvermögen der Tiere an regional unterschiedliche Lebensbedingungen kennen. Das Gelernte wird bereits in der 6. Klasse im fächerverbindenden Thema "Überwinterung und Vogelzug" zusammengeführt.

Der Erdkundeunterricht der 7. Klasse vermittelt durch die Erarbeitung an Modellen (Tellurium) Kenntnisse über die Temperaturzonen und Jahreszeiten. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Bedeutung der geographischen Breite kennen, das Gradnetz mit den Breitenkreisen und Längenkreisen, die Bewegungen der Erde, erfahren von der Schrägstellung der Erdachse, dem Äquator, dem Wendekreis und Polarkreis und den aus der Schrägstellung der Erdachse resultierenden Jahreszeiten. Im fächerverbindenden Thema "Reise und Reiserfahrungen in der griechischen Welt" werden die technischen Voraussetzungen antiker Seefahrt, darunter die Navigation, mit den heutigen verglichen.

Die in der Unterstufe gelegten Grundlagen werden in den folgenden Jahren und in unterschiedlichen Fächern genutzt, erweitert und vertieft. Die Mathematik z.B. fordert in ihrer Lehrplaneinheit "Trigonometrie" für die 10. Klasse, dass die Schülerinnen und Schüler "Sinus- und Kosinussatz" lernen und Einblick in grundlegende Anwendungen der trigonometrischen Funktionen erhalten. Deshalb schlägt sie unter dem Lehrplaninhalt "Anwendungen aus der Geodäsie" Vermessungsübungen im Gelände vor. Die Erdkunde behandelt in der 11. Klasse die "Grundzüge der planetarischen Zirkulation" und vertieft dies im Leistungskurs in der Lehrplaneinheit "Wetter und Klima als Folge atmosphärischer Zirkulation".

Wer Orientierung sucht, muss die Umwelt erfahren, in der er sich bewegt, muss eine Vorstellung von ihr entwickeln. Der Mensch und die Tiere verfügen über unterschiedlich ausgestaltete Sinneswahrnehmungen und Strategien, aus denen sie ihr jeweiliges "Weltbild" ableiten. Ganz gleich, ob das Auge eine Geländestruktur oder den Sonnenstand erfasst, die Nase eine Duftspur aufnimmt, Sensoren im Körper Magnetfelder ausloten oder Propriorezeptoren Bewegungen registrieren, immer handelt es sich um Messvorgänge, aus denen sich auch geographische Informationen ableiten lassen. Mit den hochentwickelten Sinnesleistungen und dem Orientierungsvermögen vieler Tiere kann der Mensch ohne zusätzliche Hilfsmittel kaum mithalten. Geographen haben den Globus mit einem unsichtbaren Netz von Längen- und Breitengraden überzogen, das jedem Punkt der Erde eine Koordinate zuweist. Um diese Koordinaten zu bestimmen, sind erfindungsreiche Instrumente wie Sextant, Theodolit oder Satelliten entwickelt worden, die uns sagen, wo wir uns gerade befinden.

Dank des technischen Fortschritts haben Menschen ihren von Natur aus begrenzten Aktionsradius im Laufe der Geschichte wesentlich erweitert und der eigenen Weltsicht neue Perspektiven eröffnet. Ob an Land, auf hoher See, in der Luft oder im Weltraum, je nach Standort nimmt der Beobachter die Erde in unterschiedlicher Weise wahr, am Steuer eines Autos anders als an Bord eines Raumschiffs. Vermessung, Kartographie, Ortung und Navigation sind bis heute unverzichtbare Hilfsmittel, um sich ein möglichst exaktes Bild von einer Welt zu machen, die sich ständig wandelt und in der sich Menschen dennoch zurechtfinden müssen.

Die einzelnen Folgen der Serie "Ganz schön vermessen" entsprechen den unterschiedlichen Perspektiven, aus denen sich die Erde betrachten lässt. Der Zuschauer erlebt eine Weltreise, die an Land beginnt, aufs Meer, in den Luft- und schließlich in den Weltraum führt. "Reisebegleiter" der ersten beiden Folgen ist der Abenteurer ARVED FUCHS, der die Polarregion zu Fuß durchquert und die Welt umsegelt hat. Luft- und Weltraum bringt uns der Pilot und Wissenschaftsastronaut DR. ULRICH WALTER mit seinen persönlichen Erfahrungen näher.

Fernerkundung der Erde über Satelliten:

Die Beobachtung der Erde über Satelliten begegnet uns täglich: Wir sehen in den Nachrichtensendungen Wetterkarten von Meteosat und NOAA, Naturkatastrophen werden über NOAA, Landsat und verschiedene Radarsatelliten beobachtet und dokumentiert; die militärische Überwachung geschieht durch Spezialsatelliten. Satellitensysteme unterstützen Forschungsvorhaben zur Atmosphärenkunde und Klimatologie, zur Geologie und Geomorphologie, zur Bodennutzung und Bodenzerstörung, zur Tierbeobachtung und zur Ozeanographie. Internetquellen zu den genannten Bereichen lassen sich für die Nutzung im Erdkunde-, Biologie- und Physikunterricht - nach Beschaffung der nötigen Hard- und Software (PowerPoint, PhotoLine, Idrisi: Software zur Auswertung von Satellitenbilddaten, wie sie Landsat und NOAA liefern u.a.) und gerade hier liegen die großen Probleme - kostenfrei erschließen: Datenbanken (Klimadaten z.B.) und aktuelle Daten (Beobachtungen zu Wetter, Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen, Brandkatastrophen usw.).

Beispiele für die Nutzung im Unterricht könnten sein:

  • Meeresoberflächentemperaturen geben Auskunft über Meeresströmungen (Golfstrom, Benguelastrom, Humboldtstrom) über die ständig schwankenden Packeisgrenzen, das El Niño-Phänomen usw.
  • Telemetrische Daten geben Informationen über die Wanderungen verschiedener Vogelarten, über die Wanderungen von Meeressäugern, Eisbären usw. und leisten so einen Beitrag zur Erkundung tierischen Verhaltes.
  • Umsetzung der Daten und Dokumente in Präsentationen und Dokumentationen (--> Multimedia, Seminarkurs).

Dr. Ulrich Walter

Der mehrfach ausgezeichnete Diplom-Physiker und Wissenschafts-Astronaut wurde 1954 in Iserlohn/NRW geboren. Seine Ausbildung zum Wissenschafts-Astronauten erfuhr er bei der DLR. Für die Zweite Deutsche Raumfahrt-Mission D-2 wählte man Walter unter 1799 Bewerbern aus. Während der im April/Mai 1993 durchgeführten D-2 Mission wurden 89 wissenschaftliche Experimente in der Schwerelosigkeit durchgeführt, darunter Untersuchungen aus den Bereichen Materialwissenschaft, Biologie, Humanmedizin, Technologie, Erdbeobachtung und Astronomie.

  • Dr. Ulrich Walter in einem Astronautenanzug. Im Hintergrund ist eine Space Shutte.

Arved Fuchs

Berühmt wurde Arved Fuchs durch seine zahlreichen Expeditionen, vor allem in die Polargebiete. 1989 brach der damals 36-jährige gleich zwei Rekorde: Als erster Deutscher war er am Nordpol und durquerte noch im gleichen Jahr die Antarktis. Damit war er der Erste, der innerhalb eines Jahres beide Pole besuchte. Es folgten weitere Expeditionen, u.a. nach Sibirien, Grönland und durch das Patagonische Inlandeis. Von seiner letzten Tour "Der weiße Weg: Auf den Spuren der 1. und 2. deutschen Nordpolarexpedition 1868-70" kehrte Arved Fuchs im Oktober 1998 nach Hamburg zurück.

  • Der bärtige Arved Fuchs blinzelt in die Abendsonne.

Dokumentendownload

Sendung "Kein Land in Sicht"

Sendung "Den Globus im Visier"