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Sendungsinhalt: Jean-Paul Sartre - "Huis Clos"

Garcin, Inès und Estelle sind in einem Raum eingeschlossen und machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle. In die Hölle sind sie gekommen, weil alle drei am Tod eines geliebten Menschen schuld sind. Die Henker in der Sartre’schen Hölle sind die "Anderen". An die Ausschnitte aus dem Theaterstück „Huis Clos“ schließt sich eine Dokumentation über Jean-Paul Sartre an, die das Leben des wohl berühmtesten Vertreters des französischen Existentialismus nachzeichnet.

Szenenüberblick

Inès (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
00:00 - 02:18

„Huis Clos“, Akt I, Szene 1-4

Drei Personen kommen in einen Raum, in dem das Licht nie ausgeht: Garçin war Journalist und wurde erschossen. Inès war Postangestellte und lesbisch und starb an einer Gasvergiftung. Estelle war eine mondäne Dame und starb an einer Lungenentzündung.

Estelle (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
02:18 - 05:50

„Huis Clos“, Akt II, Szenen 1 und 2

Die falschen Geständnisse: Estelle war eine arme Waise und hat einen reichen alten Mann geheiratet. Vor zwei Jahren verliebte sie sich in einen anderen. Dann habe sie Lungenentzündung bekommen. Garçin war Herausgeber einer pazifistischen Zeitung. Als der Krieg ausbrach, habe man ihn erschossen. Inès weist die beiden anderen darauf hin, dass sie nicht umsonst in der Hölle sind.

Garcin (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
05:50 - 12:40

„Huis Clos“, Akt III, Szene 1-4

Die echten Geständnisse: Garçin ist desertiert, aber vor allem hat er jahrelang seine Frau gequält. Inès hat ihrem Cousin seine Frau Florence entfremdet. Als ihr Cousin unter die Straßenbahn kam, sagte sie Florence, sie sei an seinem Tod schuld. Inès braucht das Leiden der andern zum Leben. Eines Nachts öffnete Florence den Gashahn. Estelle bekam zur Freude ihres Liebhabers ein Kind und ertränkte es vor seinen Augen. Daraufhin erschoss er sich.

Faux aveu Estelle (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
12:40 - 14:26

„Huis Clos“, Akt IV, Szene 1

Die Beziehung der Personen untereinander: Inès macht sich an Estelle heran. Estelle wendet sich hilfesuchend an Garçin und versucht ihn zu verführen. Das wiederum passt Inès nicht. Jedenfalls können die beiden anderen nichts tun, ohne dass sie es sieht.

Die Tür ist verschlossen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
14:26 - 18:05

„Huis Clos“, Akt V, Szene 1 und 2

Die Unmöglichkeit zu entkommen: Garçin will gehen. Er kann die Frauen nicht mehr ertragen. Er will lieber in die richtige Hölle. Doch die Tür ist abgeschlossen. Estelle erträgt es nicht mit Inès allein zu sein. Plötzlich öffnet sich die Tür, aber Garçin bleibt. Er kann Inès nicht mit all ihren Gedanken über ihn zurücklassen. Er wollte eigentlich ein Held sein, doch Inès sagt: nur die Taten zählen.

Estelle bedroht Ines mit dem Brieföffner (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
18:05 - 20:20

„Huis Clos“, Akt VI, Szene 1

Die Hölle: Garçin leidet unter den Blicken der anderen und erkennt, dass die Hölle genau das ist: die Anderen. Estelle will Inès erstechen, damit sie mit Garçin allein sein kann, doch Inès ist ja schon tot…

J’avais trouvé une religion (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
20:20 - 23:01

Biographie: Sartres Kindheit

Jean-Paul Sartre wuchs ohne Vater auf und genoß dadurch eine gewisse Freiheit. Er musste seine Mutter mit niemandem teilen. Sein Großvater verwöhnte ihn und machte ihn mit Theater und Literatur vertraut. Sartre war ein Einzelgänger, der das Leben aus Büchern kennenlernte.

Sartre Liberté (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
23:01 - 25:20

Sartre und die Existentialisten

Sartre studierte Philosophie und lernte Simone de Beauvoir kennen, die seine Lebensgefährtin wurde. Die Beziehung war sehr frei. Sie lebten praktisch in den „existentialistischen“ Cafés von Saint-Germain-des-Prés – zusammen mit Freunden aus Literatur, Theater und Kunst. Für Sartre war es wichtig, sich in Literatur und Politik zu engagieren.

Sartre responsabilité (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
25:20 - 27:29

Zweiter Weltkrieg und Algerienkrieg

Im zweiten Weltkrieg war Sartre neun Monate in Kriegsgefangenschaft in Trier. Dort entdeckt er die Bedeutung von Solidarität und Verantwortung. Nach seiner Rückkehr ins immer noch deutsch besetzte Paris engagierte er sich in einer Widerstandsgruppe. Während des Algerienkriegs stand er auf der Seite der Algerier und rief die Jugend auf, den Wehrdienst zu verweigern.

L’homme se crée (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Bildunterschrift:
27:29 - 29:32

Politisches Engagement

Im Mai 68 erklärte Sartre sich mit der Studentenbewegung solidarisch. Er stand den Marxisten und Maoisten nahe, war aber nie Parteimitglied. 1974 besucht er den deutschen Terroristen Baader in der Haftanstalt Stammheim um zu sehen, wie der Staat mit seinen Feinden umgeht. Sartre wollte seine bürgerlichen Wurzeln hinter sich lassen und sich mit seinen Schriften und Theaterstücken engagieren.

„Huis Clos“
Inszenierung: Frédéric Ortiz, Théâtre Off, Marseille
Fernsehregie: Jean-Marie Perrochat

Weitere Informationen zur Sendung