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"Are you planning to produce part two?" - "Are you still in contact with the other actors?" - "Do you act in other films?" Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse der Anne-Frank-Gesamtschule in Dortmund haben für den Besuch von Schauspieler Cem Tekin ihr bestes Englisch ausgepackt. Rund zwei Monate lang hatte sich die Klasse mit den Episoden der Reihe "Flirt English" beschäftigt. Cem Tekin spielt darin Can, der sich in Julie aus London verliebt. Eine Schulstunde lang ist er nun bei den Dortmunder Jugendlichen zu Gast. In fließendem Englisch steht er Rede und Antwort.
Vor allem die private Seite interessiert die Schüler. Und obwohl die Dreharbeiten zu der Reihe schon mehrere Jahre zurückliegen, kann Cem Tekin zu jedem seiner damaligen Kollegen etwas berichten. "We are still friends", erzählt er. Manchmal merkt man, dass es den Jugendlichen nicht ganz leicht fällt, sich von der Filmfigur zu lösen. Sie sehen in Cem Tekin immer noch ein Stück weit den Can aus dem Film. Aber es kommen auch Fragen zum Werdegang des jungen Schauspielers. Geboren ist Tekin 1982 in Ankara. Mit vier Jahren zog er um nach Duisburg, wo er auch zur Schule ging. Heute studiert er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, hat auch schon selbst Regie geführt. Englisch ist an der Uni sein Nebenfach.
Für die Neuntklässler ist er mit dieser Biografie ganz klar ein Vorbild. Seine Geschichte ähnelt der ihren - über die Hälfte der Klasse kommt aus türkischstämmigen Familien, die Eltern vieler anderer Schüler stammen aus weiteren Nationen. Deshalb sind bei Cem Tekins Schulbesuch auch nicht nur Vertreter der Lokalpresse, sondern auch ein Journalist von der türkischen Tageszeitung Hürriyet und einer von einem türkischen Internet-TV-Kanal dabei. Gerade an Schulen mit hohem Migrantenanteil gibt es häufig Schwierigkeiten im Englischunterricht. Viele Jugendliche kämpfen dort schon mit der deutschen Sprache. Für sie ist die Reihe "Flirt English" in besonderem Maße geeignet. Es gibt mehrere Identifikationsmöglichkeiten für die Jugendlichen: Drei der vier Hauptfiguren haben einen Migrationshintergrund. Sie kämpfen mit alltäglichen Problemen wie Liebeskummer, Jobsuche oder Freizeitgestaltung. Zudem wird die Handlung teilweise in deutscher Sprache weitergeführt, damit auch schwächere Schüler dem "roten Faden" folgen können.
Bei den Dortmunder Neuntklässlern hat das bestens funktioniert. "Die wollten immer weiter schauen", erzählt Englischlehrerin Monika Niehaus. Erklärte Lieblingsepisode der Schüler: "A day out" - die Folge mit einer Kuss-Szene zwischen Can alias Cem Tekin und seiner Filmliebe Julie in einem Heuschober. Die einzelnen Folgen sah sich die Klasse gemeinsam über den Beamer an. "Das war fast ein bisschen wie Kino", sagt Monika Niehaus. Außer den Filmen nutzte sie auch von Planet Schule zur Verfügung gestellte Arbeitsblätter sowie das Internet-Spiel. "Das hat alles wirklich gut geklappt." Die Episode, in der Can sich um einen Job bewirbt, erweiterte die Lehrerin um eigene kleine Dialoge zum Thema Berufsvorbereitung, außerdem mussten die Jugendlichen eine englischsprachige Liste mit Sehenswürdigkeiten aus Köln und Istanbul zusammenstellen.
Insgesamt ist Monika Niehaus sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts: "Die Schüler waren wirklich hoch motiviert." Am liebsten würden viele gleich noch eine Fortsetzungsstaffel von "Flirt English" sehen. Die ist zwar nicht geplant. Cem Tekin schärft den Jugendlichen aber ein, trotzdem nicht nachzulassen im Unterricht: "These days you can't do anything in the world without English."
© Text: Christina Lüdeke
