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Wissen zu "Österreich"

1440 kann Friedrich III. von Habsburg, deutscher König und in Rom gekrönter Kaiser, Österreich zum Erzherzogtum machen. Seine Devise "Österreich herrsche über die Welt" wird besonders Wirklichkeit, als durch geschickte Heiratspolitik Habsburger 1477 zunächst Burgund und die Niederlande, dann 1496 spanische Besitzungen und schließlich 1519 Böhmen und Ungarn regierten. Außerdem sicherten sie sich ab 1526 den immerwährenden Anspruch auf den Kaiserthron im Heiligen Römischen Reich. Gefahr drohte der Machtfülle erst von den Türken, die nur mit Hilfe polnischer und deutscher Truppen vor Wien 1683 gestoppt werden konnten. Ausdruck der nun gewonnenen Bedeutung der Habsburger und der katholischen Kirche war die Prachtentfaltung des Barock. Das Erzherzogtum Österreich fügte sich sowohl die Kronen Böhmen und Ungarns als auch des Heiligen Römischen Reiches an. So entstand 1780 ein zentralisierter Staat, zusammengesetzt aus einem Mosaik an Völkern. Joseph II. führt Deutsch als Nationalsprache ein und setzte eine einzige Flagge über die vielfältigen Länder.

  • Abbildung vom Adel und von den Bauern in Österreich

    Wie überall in Europa ist Österreich ein vom Adel bestimmtes Land.

  • Abbildung des deutschen Kaisers Friedrich III. von Habsburg

    Der deutsche Kaiser Friedrich III. von Habsburg erhob Österreich zum Erzherzogtum. Seine Devise: Austriae Est Imperare Orbi Universo - Österreich herrsche über die Welt (wörtlich übersetzt: Es ist Österreich bestimmt, dem ganzen Erdkreis zu befehlen.)

  • Abbildung des Ansturms der Türken auf Österreich

    1683 unternahmen die Türken einen Ansturm auf Europa. Um die Christenheit zu retten, verbündete sich Österreich mit dem polnischen König und den kaiserlichen Truppen Deutschlands.

Mit dem napoleonischen Sieg über Österreich (1792) war das Haus Habsburg gezwungen, sich auf sein eigenes Herrschaftsgebiet Österreich, Böhmen und Ungarn zu beschränken sowie 1806 den deutschen Kaisertitel aufzugeben. Der Kaiser von Österreich verzichtete aber in seinem Wappen nicht auf das Schwarz-Gelb und den Adler des Heiligen Römischen Reiches.

Nach Napoleons Niederlage stellten die Siegermächte auf dem Wiener Kongreß die vorrevolutionäre Ordnung wieder her. Metternichs Polizeistaat sollte außerdem verhindern, daß in den Köpfen die Gedanken der Französischen Revolution weiterlebten. 1848 war dennoch - wenn auch nur wenige Monate - auch in Wien die bürgerliche Revolution nicht aufzuhalten. Die Aufständischen hißten die Fahne der deutschen Liberalen: Schwarz-Rot-Gold. Die Reaktion schlug schnell zurück. Die Farben des Kaiserreiches - Gelb und Schwarz - unterdrückten vor allem die neue Fahne Ungarns: Rot-Weiß-Grün. Erst 1867 gab Kaiser Franz-Josef - nach der Niederlage gegen Preußen - dem ungarischen Drängen nach mehr politischer und wirtschaftlicher Autonomie nach. Das Reich wurde formal geteilt, in das Kaiserreich Österreich und das Königreich Ungarn. Träger der "k. und k.-Doppelkrone" blieb jedoch der Kaiser in Wien. Die neue Flagge mit seinen kaiserlichen Symbolen und Rot-Grün sollte Ausdruck dieser neuen Situation sein.

Österreich kam damit aber noch nicht zur Ruhe. Politische Parteien mit starker Tendenz nach Deutschland und gegen die Autonomie der Teilstaaten, Antisemitismus, eine starke katholische Bewegung, schließlich die verzögerte industrielle Revolution und eine starke sozialistische Arbeiterbewegung führten zu einer zerrissenen Gesellschaft. 1908 lebte auch die Autonomiebewegung vor allem bei den Tschechen, Slowaken, Ungarn, Serben und Kroaten wieder auf, in deren Gefolge der liberale Thronfolger Franz-Ferdinand in Sarajewo ermordet wurde. Die europäischen Bündnisse provozierten dann den 1. Weltkrieg. Mit der Niederlage Österreichs erhielten die Teilstaaten in den Friedensverhandlungen ihre Autonomie. Deutsch-Österreich wollte sich dem Deutschen Reich anschließen, was die Siegermächte aber 1919 untersagten.

  • Abbildung des Kaisers von Österreich Joseph II.

    Joseph II., Kaiser von Österreich übernahm Farben und Symbole des Heiligen Reiches und fügte die Wappen des Hauses Habsburg, Österreich und Lothringen hinzu.

  • Abbildung der neuen Herrscher, die nach der Niederlage von Napoleon, Europa unter sich aufteilen

    Napoleon wird geschlagen. Die neuen Herrscher teilen Europa unter sich auf

  • Abbildung alter österreichischer Trachtenträger

    Man besang die feudalistische Vergangenheit, die Kirche und die Reiterei.

Die junge österreichische Republik wählte danach die Fahne Rot-Weiß-Rot. Hinzugefügt wurde ein mit Ziegeln gekrönter Adler (als Symbol für das Bürgertum) sowie Hammer und Sichel (ein Zeichen für Arbeiter und Bauern). Die Weltwirtschaftskrise polarisierte die österreichische Innenpolitik. 1927 standen sich im Land die christlich-soziale Partei und die Sozialdemokraten unversöhnlich gegenüber. Erstere lehnten sich an Strömungen in Deutschland an, letztere widersetzten sich einer mit faschistischen Elementen durchsetzten Politik auch mit gewaltsamen Mitteln. Der Links-Putsch schlug fehl und unter Dollfuß (1934) lebten Gedanken an ein starkes kaiserliches und christliches Österreich wieder auf. Die Fahne wurde entsprechend geändert: Rot-Weiß-Rot schmückte sich mit einem Kreuz. Es sollte auch der Doppeladler - das Zeichen des Kaiserreiches - zurückkehren. Aber die Ermordung Dollfuß' und Hitlers Einmarsch in Österreich beendete solche Bestrebungen.

Nach der Niederlage (1945) wurde die 2. österreichische Republik unter der rot-weiß-roten Flagge der 1. Republik eingerichtet. Besatzungstruppen der alliierten Siegermächte des 2. Weltkriegs verließen das Land erst 1955, als sich Österreich neutral erklärte. Die Volksabstimmung von 1994 integrierte dennoch die Republik in die Europäische Union.

  • Abbildung von Tanzpaaren, die den Wiener Walzer tanzen

    Die Wiener waren im Walzerrausch und hatten kein Ohr für den Ruf nach Unabhängigkeit der Völker im Kaiserreich

  • Abbildung von Theodor Herzel

    Die Juden wandten sich dem Zionismus unter Theodor Herzel zu.

  • Abbildung österreichischer Politiker, die den Staatsvertrag unterzeichnet haben

    Nachdem die Grenzen festgelegt waren, verließen die Alliierten Österreich. Das Land erklärte seine Neutralität.