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Wissen zu "Luxemburg"

1308 war der kaiserliche Thron vakant und die deutschen Kurfürsten wählten den luxemburgschen Herzog Heinrich VII. zum deutschen König, um entsprechende Ambitionen des französischen Königs abzuwehren. Vor der Abreise zur Krönung in Aachen bzw. vor dem Zug nach Rom vermählte Heinrich VII. seinen Sohn mit der Erbin von Böhmen. Von da an regierten manche Fürsten des kleinen Landes ein Gebiet, das bis zur Donau reichte. Auf dem Zug nach Rom wurde Heinrich VII. von einer Menge Kronvasallen, 2000 Rittern und seiner Frau begleitet. Sie marschierten unter dem kaiserlichen Zeichen: Schwarzer Adler auf gelbem Grund. Hinter ihn kam sein Bruder mit dem Wappen Triers und dann weitere Flaggen, z.B. von Flandern und Savoyen. In Oberitalien nahm man die Huldigung von dem Kaiser ergebenen Städten entgegen oder brach den Widerstand von denen, die sich weigerten, sich zu unterwerfen. Ein Jahr nach der Kaiserkrönung (1312) starb Heinrich VII. an Malaria in Pisa.

  • Krönung des Heinrich VII. in Aachen

    Heinrich VII. wurde in Aachen zum König gekrönt. Anschließend begab er sich zur Kaiserkrönung nach Rom.

  • Beisetzung des Heinrich VII.

    Unter dem Adler des Heiligen Reiches wurde Heinrich VII. in Pisa beigesetzt.

  • Abbildung vom Phillip dem Guten, Herzog von Burgund

    Phillip der Gute, Herzog von Burgund - Fast 400 Jahre ging das Herzogtum durch Erbfolge und Kriege von einer Hand in die andere

In der Zwischenzeit hatte sein Sohn Johann das Wappentier Luxemburgs, den roten Löwen, mit dem seiner böhmischen Gemahlin, dem silbernen Löwen, vereinigt. Gestorben ist er 1346 im Kampf gegen die Engländer auf der Seite des französischen Königs. Sein Sohn Karl IV. beherrschte ebenfalls als deutscher König die Grafschaft Luxemburg und das Königreich Böhmen. Der Neffe Sigismund konnte noch Ungarn dazufügen, dann erlosch die Linie allerdings. Über 4 Jahrhunderte wanderte die Grafschaft von Hand zu Hand: kurzfristig übernahm Philipp der Gute von Burgund die Herrschaft. 1520 wurde sie unter dem Habsburger Karl V. eine der Provinzen der spanischen Niederlande.

Seit 1684 wurde Luxemburg mehr und mehr Gegenstand französischer Einflüsse. Zunächst ließ Ludwig XIV. Das Land besetzten, dann folgten die Luxemburger 1789 der Französischen Revolution. Luxemburg wurde das "Wald-Departement" der französischen Republik. Das Land erhielt eine moderne Verwaltung, das Bürgertum entwickelte eine nationale Identität, aber die erzwungenen Aushebungen von Soldaten provozierten auch einen Volksaufstand, den "Kleppelkrich". Auf dem Wiener Kongreß erhielt das Herzogtum zwar wieder eine volle Souveränität, mußte aber einen Teil seines Gebietes an Preußen abtreten; außerdem wird es der repressiven Herrschaft des niederländischen Königs Wilhelm I. unterstellt. Eine Rebellion - zusammen mit den Belgiern - brachte zwar die Loslösung von den Niederlanden; nun beanspruchte aber Belgien Luxemburg für sich. Daraufhin stachelten die Holländer das luxemburgische Nationalbewußtsein an, indem sie die luxemburgischen Nationalsymbole "Roter Löwe auf blau-weißen Streifen" aktivierten. 1839 war das Herzogtum dann endlich doch souverän. Als Flagge wählte man 1845 waagrechte Streifen, oben rot dann weiß und schließlich blau.

  • Abbildung des Rastatter Friedens

    Durch den Rastatter Frieden gelangte das Herzogtum in den Besitz Österreichs

  • Abbildung von Napoleon

    1795 annektierten die Franzosen Luxemburg. Das Herzogtum wurde französisches Département

  • Abbildung von Luxemburgern in Uniform

    Luxemburg erhielt erst 1839 den Status eines souveränen Staates.

Im Zuge der 48er Revolution bildete sich eine liberale Verfassung und ein parlamentarisches System im Herzogtum heraus. Das Land industrialisierte und mit der Loslösung vom Deutschen Bund erklärte sich Luxemburg 1867 als neutral. Die preußische Besatzung zog ab. Deutsche Truppen betraten erst 1914 und dann 1940 unter Bruch der Neutralität wieder das Land. Ein kurzes republikanisches Zwischenspiel 1918/1919 wurde von französischen Truppen unterbunden. Ein Referendum bestätigte mit 80% die Herrschaft von Großherzogin Charlotte. Eindeutschungsversuche der Nationalsozialisten bestärkte die Luxemburger im Gebrauch ihrer eigenen Sprache, dem Lëtzebuergesch.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Luxemburg zu den Initiatoren für ein vereintes Europa: 1959 Beitritt zur Montan-Union und Gründung der Zollunion "BeNeLux", 1964 Sitz der wichtiger Ogane der Europäischen Union. Die wirtschaftliche Krise von 1970 zwang das Land, von der Schwerindustrie abzukommen. Heute ist das Großherzogtum europäisches Dienstleistungszentrum für Finanzen und Technik.

  • Beginn der Industrialisierung

  • Abbildung von deutschen Truppen

    Die Vorhut der deutschen Truppen überschwemmten das Großherzogtum unter völliger Mißachtung seiner Neutralität.

  • Abbildung der damaligen Zollunion, die Luxemburg verlässt

    Nach dem Waffenstillstand 1918 verließ Luxemburg die Zollunion.