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Mit dem Übergang der englischen Monarchie zur anglikanischen Kirche und ihrem Bemühen, dies auch in Irland durchzusetzen, verschärfte sich die Auseinandersetzung mit den irischen Katholiken. In der Schlacht von Boyne kämpften die anglikanischen Truppen Englands unter einer orangen Flagge gegen die Katholiken mit ihrem grünen Banner. Der Sieg der Krone legte den Iren viele diskriminierende Gesetze auf: Heiratsverbot zwischen den Konfessionen, Aufhebung des Wahlrechts, harte Steuersätze. Die Insel verarmt. Betroffen sind davon zwar auch protestantische Iren; als sich aber unter dem Einfluss der Französischen Revolution 1791 in Irland die Gesellschaft der Vereinten Iren bildete, die Katholiken und Protestanten einte, schufen Protestanten 1795 im Norden den Oranierorden zur Erinnerung an den englischen Sieg über die Katholiken.
Als sich 1798 die Spannungen zwischen katholischen Bauern und protestantischen Grundbesitzern verstärkten, zeichnete sich eine erneute gewaltätige Auseinandersetzung zwischen Irland und England ab. Außerdem verschärfte das englische Parlament die Situation dadurch, dass es den Status Irlands änderte: Die Insel wird Teil des Königreichs. Die Annexion wurde 1801 durch ein irisches Symbol - das rote Kreuz - in der britischen Fahne deutlich gemacht.
Zwischen1803 und 1820 forderten viele Iren immer wieder die Emanzipation der Katholiken und die Abschaffung der Union mit dem Britischen Staat. Nach einer furchtbaren Hungersnot (1845) und unter dem Einfluss der anderen nationalen Bewegungen Europas von 1848 wurde ein weiß-grün-orangefarbenes Banner zum Symbol für ein unabhängiges, vereintes Irland, in der sich "protestantische und katholische Hände in heldenhafter Brüderlichkeit fassen".
Auswanderer in die USA, Kämpfer vor Ort sowie Vertreibungen der Bauern heizten die irische Volksbewegung für eine "Republik Irland" immer mehr auf. Viele landen in britischen Gefängnissen. 1881 nahm dann eine Bauernrevolte den Charakter eines Bürgerkriegs an. Die Iren erlangen Teilautonomie; im Nordosten um Belfast stemmte sich jedoch Protestanten wütend dagegen.
1916 initiierten Nationalisten einen Aufstand in Dublin. Die grausame Reaktion der Briten brachte die öffentliche Meinung Irlands endgültig gegen Großbritannien auf; d.h., der Kampf ging weiter, bis sich ab 1922 langsam ein irischer Staat unter britischer Oberhoheit entwickelte. Nur die Nordprovinz Ulster schloss sich aus und blieb britisch. Nach einem letzten Bürgerkrieg 1937 und der Gründung der Republik 1949 zogen sich die Briten endgültig zurück.
In Ulster jedoch dauerte der Streit an. Die Katholiken nahmen nicht hin, dass ihre Provinz weiter britisches Herrschaftsgebiet blieb. Der Kampf der IRA um Anschluss an die Republik Irland und der Widerstand der Protestanten, die die Armee des Königreichs zu Hilfe riefen fand nach vielen Toten und Grausamkeiten erst ab 1997 Ansätze zu einem Ende. Ein Dialog zwischen den verfeindeten Parteien ist jedoch in Gang gekommen.
© Text: Norbert Zwölfer / Wolfgang Antritter
