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Seit dem 18. Jahrhundert regte sich eine nationale Wiederstandsbewegung. Sie hatte zunächst ihren Ursprung bei den Bauern (1715) in den ländlichen Regionen, die als Partisanen Kleften genannt wurden und 1770 einen Aufstand gegen die türkische Fremdherrschaft organisierten. Eine zweite Aufstandsbewegung berief sich auf die Grundideen der Französischen Revolution; ihr Anführer war der ehemalige russische Offizier Graf Alexander Ypsilanti, der den Geheimbund Philiki Hetairia organisierte. 1821 erhoben sich die orthodoxen Griechen gegen die türkische Vorherrschaft. Organisiert wurde dieser Aufstand von einem Geheimbund griechischer Patrioten, der Philiké Hétairia. Fürst Alexander Ypsilanti übernahm die militärische Führung dieser Aufstandbewegung und proklamierte am 8.3.1821 die griechische Unabhängigkeit.
Der griechische Unabhängigkeitskrieg löste in ganz Westeuropa eine große Begeisterung unter den liberalen und nationalen Bewegungen aus. Vor allem der Tod des englischen Dichters Byron während der türkischen Belagerung von Missolonghi weckte in Europa eine philhellenische (griechenlandfreundliche) Bewegung.
Die Unabhängigkeit Griechenlands wurde aber faktisch erst erreicht, als Rußland und England auf die Seite der Griechen traten und zusammen mit den Franzosen die türkische Flotte in der Seeschlacht von Navarino besiegten (1827).So erhielt Griechenland als erstes Land von allen Balkanstaaten die nationale Souveränität (1832) unter dem Schutz der europäischen Großmächte, die den Wittelsbacher Otto I. zum König einsetzten. Er verlegte die Hauptstadt von Nauplia wieder zurück nach Athen. 1843 erkämpften sich die Griechen gegen den König eine Verfassung mit einer Regierung, die dem Parlament verantwortlich war. In weiteren Schritten entstand dann bis 1913 das heutige Staatsgebiet.
Wer sich dem islamischen Gesetz unterwarf, behielt sein Eigentumsrecht und Religionsfreiheit. Widerstand bedeutete, daß Besitz gewaltsam konfisziert und dem Sultan unterstellt wurde.
1791: Das griechisch Bürgertum nimmt die Gedanken der Französischen Revolution auf, es distanziert sich immer mehr von der Willkürherrschaft der TürkenZu Beginn des 20. Jahrhunderts führte Eleutheros Venizeleos angesichts starker sozialer Spannungen Reformen durch; er war es auch, der sich gegen die Königspartei durchsetzte und Griechenland an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg führte.
Im Frieden von Sèvres (1919) bekam Griechenland Ost-Thrakien und Westanatolien zugesprochen. Aber Kemal Atatürk weigerte sich, dieser Regelung zuzustimmen. Ein erneuter Krieg begann, der für die Griechen in einer Katastrophe endete. 1,5 Millionen wurden aus allen Teilen der Türkei vetrieben und mußten in Griechenland integriert werden. Innenpolitisch brach eine Zeit der chronischen Krisen aus.
1940 überfiel Mussolini von Albanien aus Griechenland, ein Jahr später folgte der deutsche Einmarsch. Kurz nach der Besetzung organisierte sich eine gewaltige Widerstandsbewegung, die ca. 1,5 Millionen Anhänger hatte ( bei einer Bevölkerungszahl von 7, 5 Mill). Da England um seinen Einfluß gegenüber einer kommunistischen Bewegung fürchtete, unterstützte es nach 1944 eine Restauration des Vorkriegsregimes, das dann sogleich scharfe Verfolgungen der linken Kräfte einleitete. Im Bürgerkrieg verkündete 1947 der amerikanische Präsident Truman seine außenpolitische Doktrin, die politische und wirtschaftliche Unterstützung zur Erhaltung der Freiheit zusicherte.
Erst 1963 begann unter der Regierung Papandreou ein Phase der Liberalisierung, die allerdings die Rechte alarmierte und die Militärs veranlaßte, Papandreou zu stürzen und zwei Jahre später (1967) im Putsch des Militärs gipfelte. Nach dem Sturz der Junta übernahm Karamanlis die Führung einer bürgerlichen Mitteregierung. Die noch von der Militärregierung verfügte Abschaffung der Monarchie wurde 1974 in einer Volksabstimmung bestätigt.
Der Vertrag von London beendete den Balkankrieg. Griechenland konnte sein Gebiet verrößern.
Während des Zweiten Weltkrieges besetzen deutsche Truppen das Land. Hungersnot, Hinrichtungskommandos und Deportationen riefen den Widerstand der Sozialisten hervor, die sich zu einer Volksfront der Befreiung zusammenschlossen
Die Militärregierung mußte 1974 abdanken, da Aus- und Inland Druck ausübten. Konstantin Karamanlis, Chef der Liberalen, nahm an der Einrichtung einer demokratischen Regierung teil.© Text: Norbert Zwölfer / Wolfgang Antritter
