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Die Rivalität um die von einem fremdartigen Bauernvolk - den Finnen - besiedelten baltischen Küsten ging auch in der Folgezeit weiter. Während der napoléonischen Kriege befanden sich die Schweden kurzzeitig auf der Seite der Verlierer und mußten Finnland 1809 an Russland abtreten. Von den finnischen Ständen ließ der Zar sich zum Großherzog wählen und war damit faktisch Herrscher über Finnland. Die von Russland versprochene Verwaltungsautonomie hielt bis 1898. Diese war immer wieder umstritten, vor allem in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als auch in Finnland nationale Töne zu hören waren. So schrieb 1830 der Philosoph Snellmann: "Wir sind keine Schweden mehr, wir wollen keine Russen werden, also müssen wir Finnen sein." Symbolisch wird das Rot aus der russischen Fahne entfernt, um die eigenen Nationalfarben Blau und Weiß zu schaffen. Aus Furcht vor dem deutschen Einfluss ordnete der Zar 1898 Finnland der russischen Autorität unter.
Parallel zu den russischen Revolutionen von 1905 und 1917 erhoben sich auch die Finnen in einem Kampf um Demokratie und Selbständigkeit. Die chaotische Situation im nach-zaristischen Russland nutzten die Finnen 1917 aus, um einen eigenen Staat zu gründen. Innere Auseinandersetzung zwischen Bürgerlichen und sozialistischen Kräften dominierten aber zunächst die Wahl einer Flagge für den jungen Staat bis 1918.
Mit dem Zweiten Weltkrieg, als dem Hitler Stalin bei Plänen zur Besetzung Finnlands freie Hand ließ, kam die russische Besetzung wieder zurück. Der Staat verlor 1940 die Stadt Viipuri und weitere Gebiete, was die Finnen aus Verbitterung zum Verbündeten des dritten Reiches machte. Die deutsche Niederlage belastete dann auch Finnland. Der Staat mußte sich neutral verhalten, enge Beziehungen zu Russland waren auch in der Zeit des Kalten Krieges notwendig. Als Lohn zogen sich russische Truppen 1956 aus finnischem Gebiet zurück. Erst mit dem Ende der Sowjetunion waren engere Bindungen zu Westeuropa möglich. 1995 trat Finnland der Europäischen Union bei.
© Text: Norbert Zwölfer / Wolfgang Antritter
