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Wissen zu "Deutschland"

Zur Stärkung ihres Ansehens hatte es sich eingebürgert, daß die deutschen Könige nach Rom reisten, um zum Kaiser gekrönt zu werden. Unterwegs versicherten sie sich der Unterstützung der oberitalienischen Städte. Seit dem 12. Jahrhundert hatten Städte ohnehin an Bedeutung gewonnen und zeigten ihre eigenen Flaggen, z.B. Hamburg Rot und Weiß. Auf dem Land blieb dagegen bis um 1500 die Abhängigkeit vom Grundherrn. Die Unruhen unter der Bundschuhfahne zeigten jedoch, daß die Bauern um ihre Rechte kämpfen wollten. Sie unterlagen allerdings 1525. Parallel hatte sich aber eine kirchliche Reformbewegung, angestoßen durch Martin Luther, durchgesetzt. 1547 gab es danach zwei Lager in Deutschland: Einerseits kaisertreue, meist katholische Fürsten, andererseits auf mehr Eigenständigkeit pochende Herrscher, die sich in der Regel protestantisch ausrichteten. Die Auseinandersetzung zwischen den Gruppen verringerte letztlich den kaiserlichen Einfluß, so daß das Reich in Kleinstaaten zerfiel. Erst unter der schwarz-weißen Flagge Preußens entwickelte sich ab 1700 wieder eine deutsche Großmacht. Ihr Aufstieg war durch die Begeisterung auch deutscher Städte für die Französische Revolution 1790 nur kurz zu bremsen, da auch das Heilige Römische Reich 1806 unter Napoléons I. Herrschaft zerbrach.

  • Abbildung von Karl dem Großen

    Seit Karl dem Großen hatte sich die Tradition herausgebildet, zur Kaiserkrönung nach Rom zu reisen.

  • Marthin Luther hält vor einer Menge eine Rede

    Martin Luther, der große Reformator, leitete eine neue Epoche der deutschen Geschichte ein.

  • Abbildung von Goethe

    Goethe begrüßte die Ideen der Revolution, die sich über Europa ausbreiteten.

Unter der französischen Besatzung entwickelte sich ein deutsches Nationalgefühl. Um es auszudrücken, griffen 1816 patriotische Studenten auf die Farben der Lützowschen Reiter zurück, die sich während der Befreiungskriege besonders ausgezeichnet hatten. Die neue Fahne vereinte sowohl Protestanten als auch Katholiken im Kampf um ein vereintes Deutschland. 1848 mündete der Kampf um Einigkeit, Recht und Freiheit in einer Revolution. In Frankfurt tagte das 1. Gewählte deutsche Parlament unter der Germania, dem Symbol des deutschen Einheitsstaates. Bei den Debatten standen zwei Flaggen zur Diskussion: die des alten Reiches mit dem Adler und Schwarz-Rot-Gold der Liberalen. Konservative und Liberale verfolgten unterschiedliche Ziele, die einen die Monarchie, die anderen die parlamentarische Demokratie. Da 1849 der preußische König ablehnte, erstes Oberhaupt eines neuen deutschen Nationalstaates zu werden, verlor die Revolution an Schwung.

Die Industrialisierung führte Preußen zunächst an die Spitze des Norddeutschen Bundes und - nach dem deutsch-französischen Krieg - an die des deutschen Reiches von 1871. Das Schwarz-Weiß-Rot Preußens hatte die deutsche Einheit geschaffen, die die Liberalen erhofften.

  • Einmarsch der napoleonischen TruppenDer Einmarsch der napoleonischen Truppen läßt das 1000-jährige Reich auseinanderbrechen.
  • Abbildung eines in einer zeitung lesenden Mannes, im Hintergrund die deutsche FlaggeAdler des alten Reiches oder Schwarz-Rot-Gold der Liberalen?

1914 erhob die Germania von 1848 Speer und Schild gegen Europa. In Deutschland wehte aber auch die rote Fahne der internationalen Arbeiterbewegung gegen den Krieg. 1918 versammelten sich unter ihr diejenigen Arbeiter, die die Macht übernehmen wollten. Die Weimarer Republik von 1919 übernahm aber die Farben der Liberalen von 1848: Schwarz, Rot, Gold, obwohl einige der schwarz-weiß-roten Flagge des Reiches treu bleiben wollten.

1923 stand eine 3., antidemokratische Bewegung gegen Schwarz-Rot-Gold und Schwarz-Weiß-Rot: der Nationalsozialismus Adolf Hitlers. Sie nahm die schwarz-weiß-rote Flagge, gestaltete sie aber um: schwarzes Hakenkreuz auf weißem Grund, rot umrandet. Mit diesem Symbol werden die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges assoziiert. Erst 1949 kehrte man zu schwarz-rot-goldenen Fahne zurück, auch in der DDR.

Dort fügte man aber 1959 Hammer und Zirkel hinzu. Nur bei Olympischen Spielen, letztmals 1960, traten beide Teile Deutschlands unter einer Fahne auf: Schwarz-Rot-Gold mit olympischen Ringen. 1989, nach dem Fall der Mauer, vereinigten sich beide deutsche Staaten unter den Farben Schwarz-Rot-Gold.

  • Abbildung von der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. mit einem dazugehörigen Zeitungsartikel

    Kaiser Wilhelm II. dankte ab. Die Weimarer Republik entstand.

  • Abbildung eines Propaganda-Plakates von Hitler mit dem Titel "Unsere letzte Hoffnung"

    Hitler nutzte die Wirtschaftskrise aus, um mit der Unterstützung konservativer Kräfte an die Macht zu kommen.

  • Abbildung einer Eröffnung der Olympischen Spiele

    Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg kehrte man zur schwarz-rot-goldenen Fahne zurück.