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Hinweise zum Unterricht

Methodisch-didaktische Hinweise

Schwarz-Rot-Gold tritt im Unterricht in der Regel als Flagge der 48er auf. Von da an werden dann mit dem Symbol der liberalen Bürger die Stationen nachgezeichnet, in denen sich die deutsche Demokratie herausbildete. Dies kurz und zusammenfassend Revue passieren zu lassen, leistet die 2. Hälfte der Schulfernsehsendung ab der eingeblendeten Jahreszahl 1815 (etwa 6. Laufminute). Für Schülerinnen und Schüler interessanter und über die meisten Schulbücher hinausgehend ist, von 1848 ein Blick zurück zu werfen, um zu erfahren, woher die deutschen Farben kommen. Wählt man dieses Ziel, dann sollte die Vorführung vom Beginn gestartet werden. Zur Systematisierung der Auswertung empfiehlt sich, Schülerinnen und Schüler eine Tabelle erstellen zu lassen, in die die jeweilige Farbe eingetragen werden kann. Als Muster kann folgende Zusammenstellung dienen. Welche Spalte dabei ausgefüllt wird, hängt von der Zielgruppe ab. Komplexer ist die Frage nach dem Ursprung.

Flaggen in Deutschland und ihr Ursprung

Herkunft/ Gebrauch Flaggenfarben
Karl d. Große Gold - Schwarz
Karolinger; Hansestadt Hamburg Rot - Weiß
Deutscher Ritterorden; Preußen Schwarz - Weiß
Brandenburg-Preußen; Norddeutscher Bund; Deutsches Reich v. 1871; Drittes Reich Schwarz - Weiß - Rot
Lützowsche Reiter; 48er Liberale; Weimarer Republik; Bundesrepublik Deutschland Schwarz - Rot - Gold

Eine Impuls zur Problematik nationaler Symbole insgesamt bietet das Abschlußstatement des Films: "Die Nationalflagge - was hat sie für eine Bewandnis?"

Unter dem Eindruck des Films lassen sich im Brain-Storming Stichworte zusammentragen, die danach (eventuell als Hausaufgabe) zu einer zusammenfassenden Darstellung gebracht werden können. Mit einer fortgeschritteneren Klasse kann die Schulfernsehsendung benutzt werden, Geschichtsverständnis zu vergleichen.

Interessant bei solch einer Untersuchung ist sowohl "was" als auch "wie" etwas dargestellt wird. Beim ersten Aspekt ist eine Konzentration auf zwei Geschichtsabschnitte sinnvoll:

  • Bauernkriege und Reformation (Laufzeit ca. 03'01''-05'00''),
  • Deutsche Einigung unter Preußen und 1. Weltkrieg (Laufzeit ca. 07'44''-09'41'').

Um einen Unterschied im Zugang auf beide Geschichtsepochen zu erkennen, könnte eine Aufgabe für Schülerinnen und Schüler sein, daß sie vor der Sichtung des Films eigene Orientierungspunkte zur angesprochenen Zeit benennen. Filmaussagen und Schülerergebnis werden verglichen. Auffallen müßte dann zumindest eines: In der Schulfernsehsendung wird eine Dichotomie konstruiert, die Differenzierungen, wie sie im deutschen Geschichtsunterricht herausgearbeitet werden, ignorieren. Über Folgen für das französische Deutschlandbild läßt sich danach trefflich spekulieren.

Die Frage des "Wie" kann man am besten mit der Sequenz zum 3. Reich erarbeiten (Laufzeit: ca. 10'04''-10'51''). Bei der Analyse sollte man aber die Bildkulisse des Kommentars mit berücksichtigen. Sie ergibt dann ein auf Hitler ausgerichtetes vom 2. Weltkrieg dominiertes Faschimusbild. Bei einer Bewertung dieser Darstellungsweise sollte man den Charakter des Films insgesamt jedoch nicht außer acht lassen.

Als Lehrplanbezüge sind für Baden-Württemberg folgende Inhalte zu nennen:

Hauptschule Klasse 8 Geschichte LPE 4 Die Herrschaft Napoléons, der Wiener Kongreß und nationale Eingungs- und Freiheitsbestrebungen
Realschule Klasse 8 Geschichte LPE 3 Ringen um Freiheit und Einheit
Realschule Klasse 8 Geschichte LPE 5 Nationalismus, Imperialismus und 1. Weltkrieg
Gymnasium Klasse 9 Geschichte LPE 4 Stationen der Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert