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Gerade die aktuelle Auseinandersetzung um das Anbringen des Bundesadlers im veränderten Plenarsaal des Berliner Reichstagsgebäudes zeigt, daß die Bundesrepublik Deutschland noch ein zweites wichtiges Nationalsymbol besitzt. Der Schulfernsehfilm hebt für das Deutsche Reich von 1871 die Bedeutung der Germania hervor. Älter ist jedoch der Reichsadler. Die Materialien wollen nun helfen, Verständnis für dieses Nationalsymbol bei den Schülern zu wecken.
Zunächst soll erklärt werden, woher Wappenbilder eigentlich kommen. Dazu werden zwei Ansätze angeboten:
Daß die Gestaltung teilweise weniger ernst zu nehmen ist, wie sie beide Texte vorgeben, kann eine Anekdote zur Farbgebung des Adlers belegen:
Neben Schwarz und Gold tauchten schon in der Manessehandschrift im Reichswappen die Ständer des Adlers in roter Farbe auf. In der zwischen 1335-45 entstandenen »Züricher Wappenrolle« ist auch die Zunge rot bewehrt. Woher die rote Nebenfarbe kommt, ist heraldisch bis heute nicht geklärt. Eine vage Deutung geht davon aus, daß die schwarze Farbe auf goldenem Untergrund von geringer Haltbarkeit gewesen sei und daß man deshalb eine Art Mennige als Zwischenfarbe angebracht habe. Durch den ständigen Gebrauch, die vielen Witterungseinflüsse und das häufige Heranfallen des Fahnentuches an den Schaft soll nach dieser Version vor allem bei der »Reichssturmfahne« die schwarze Farbe der Zunge und Fänge abgeblättert und die rote Zwischenfarbe zum Vorschein gekommen sein. Wie dem auch sei, die rote Bewehrung des Adlers ist erst seit dem 18. Jahrhundert allgemein üblich, und die schwarz-rot-goldenen Farben der Burschenschaftsbewegung stehen damit zunächst in keinem unmittelbaren Zusammenhang. (Quelle: Alois Friedel, Deutsche Staatssymbole, Frankfurt, 1968, S. 52/53)
© Text: Norbert Zwölfer / Wolfgang Antritter
