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Inhalt

Unterricht: Film drehen

Thema

  • Dokumentarisches Filmprojekt vorbereiten
  • 5-Shot-Technik

Film, aus dem Ausschnitte gezeigt werden

Kamera, Cut und Klappe – Filmbegriffe für Einsteiger

Lernziele

  • Drei Schüler filmen in einem Klassenraum mit der Videokamera und Mikrofon; Rechte: Halbach Schüler drehen in der Schule Ausschnitte aus dem Schulalltag.

Ziel dieser Unterrichteinheit ist es, mit der Klasse einen kurzen dokumentarischen Film zu drehen. Die Schülerinnen und Schüler suchen ihre Themen, recherchieren an den vorgesehenen Drehorten und planen den Dreh.

Mit der 5-Shot-Technik lernen sie, wie man Situationen filmen kann und die wichtigsten Informationen in Bildern festhält.

Die Schülerinnen und Schüler sollten vorher bereits Kamera-Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven kennen gelernt und in der Unterrichtseinheit zum Thema Interview erste Erfahrungen mit der Kamera gemacht haben.

Arbeitsblatt 1 enthält eine tabellarische Übersicht über die Unterrichtseinheit.

Rechtliche Aspekte

Als Thema für eine dokumentarische Beobachtung bietet sich die eigene Schule an. Die Vorbereitungen des Drehs werden dadurch überschaubar – die Drehorte sind bekannt und leicht zugänglich, die notwendigen Genehmigungen in der Regel einfach zu bekommen.

Wenn der Film außerhalb der Klasse gezeigt werden soll, ist das Einverständnis der gefilmten Personen bzw. der Erziehungsberechtigten nötig. Der Schulleiter muss als Hausherr den Dreh in der Schule genehmigen.

Themen finden

Um einen kurzen dokumentarischen Film über die eigene Schule zu drehen, gilt es zu Beginn zu überlegen, was man zeigen will: den Alltag an der Schule oder etwas Besonderes, was die Schule auszeichnet? Sollen mehrere Personen im Mittelpunkt stehen und zum Beispiel einen Vormittag lang begleitet werden? Oder nimmt man sich verschiedene Orte und Zeiten vor, zum Beispiel den Schulbeginn, die Pause, eine Schulstunde und Nachmittags-AGs?

Die Schülerinnen und Schüler haben sicherlich viele Ideen, die im Unterrichtsgespräch gesammelt werden. Die sogenannte MOSE-Methode ist hilfreich, wenn es Schülern schwer fällt, auf Ideen zu kommen. Diese Methode ist eine Form des Brainstormings. Ein Thema wird in die Kategorien Menschen, Orte, Sachen und Ereignisse aufgeteilt. Hat man sich für einen Ort – zum Beispiel die Pausenhalle – entschieden, überlegt man, welche Menschen, Sachen und Ereignisse für diesen Ort typisch sind. Oder man wählt den Hausmeister als Person aus und überlegt nun typische Orte, Sachen und Ereignisse. Daraus ergibt sich ein Thema bzw. eine Geschichte, die sich filmen lässt. Zumindest erhält man Anhaltspunkte für die weiteren Überlegungen.

Auf Arbeitsblatt 2 "Themenfindung MOSE" ist eine entsprechende Tabelle angelegt. Die Schüler können zunächst allein überlegen, danach in kleinen Gruppen die Ideen besprechen und eventuell verändern. In der Klasse werden die Ergebnisse zusammengetragen und die Ideen ausgewählt, die tatsächlich umgesetzt werden sollen. Die Klasse wird in Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Geschichte/Situation vorbereitet und aufnimmt.

  • Arbeitsblatt 2 - "Themenfindung nach MOSE"

Den Dreh vorbereiten

Im nächsten Schritt muss der Dreh vorbereitet werden. Dazu gehört zunächst zu prüfen, ob die Ideen tatsächlich umsetzbar sind. Das ist beim Film gar nicht immer so einfach. Einige Fragen müssen deshalb unbedingt vorher geklärt werden, denn an ihnen kann das ganze Filmprojekt scheitern:

  • Dürfen und können die Schülerinnen und Schüler an den Orten filmen? Nicht immer kann man an allen gewünschten Orten auch tatsächlich drehen – bei Klassenarbeiten ist es zum Beispiel schwierig, mit der Kamera dabei zu sein. Oder das Büro des Hausmeisters ist viel zu klein und zu dunkel, um mit dem Filmteam dort zu drehen.
  • Sind die Personen einverstanden, dass sie gefilmt werden? Bei Schülerinnen und Schüler müssen dies auch die Eltern erlauben.
  • Ist genug Zeit zu filmen und eine Aufnahme vielleicht auch zu wiederholen?

Die Schülerinnen und Schüler bekommen eine Checkliste auf Arbeitsblatt 2 "Checkliste Vorbereitung". Die Gruppen klären mithilfe der Checkliste die Fragen für die Situation, die sie filmen wollen. Sie berichten in der Klasse von ihren Ergebnissen.

  • Arbeitsblatt 3 - "Checkliste Vorbereitung"

Den Dreh proben

  • Zwei Schüler filmen in einem Klassenraum mit der Videokamera und Mikrofon; Rechte: Halbach In der Vorbereitung wird zum Beispiel geprüft, ob das Kamerateam am Drehort aufnehmen kann.

Auch wenn man alltägliche Situationen dokumentieren will, muss man sich vorher möglichst genau informieren, um für den Dreh vorbereitet zu sein. Will man zum Beispiel die große Pause filmen, sollte man schon vorher einmal mehrere Pausen beobachten und versuchen, ganz bewusst wahrzunehmen, was alles passieren kann. Wo stellt man die Kamera am besten auf, um etwas Interessantes zu filmen? Man sollte sich zum Beispiel über die Tagesabläufe des Hausmeisters informieren, um die typischen Situationen zu finden, in denen man ihn filmen kann. Dazu sind kurze Vorgespräche mit den Personen sinnvoll.

Nicht nur Stift und Block sind bei der Recherche wichtig. In der Vorbereitung von Filmen sind Fotos besonders hilfreich. Beim Fotografieren kann man die richtigen Kamerapositionen ausprobieren. Nicht zu unterschätzen ist der Effekt, dass die Schülerinnen und Schüler beim Fotografieren schon einmal ihre Rolle "hinter der Kamera" üben.

Die sogenannte 5-Shot-Technik ist gutes Hilfsmittel, mit dem die Schüler wirklich alles Wichtige eines Ereignisses filmen. Die 5-Shot-Technik ist eine Abfolge von fünf Einstellungen in verschiedenen Einstellungsgrößen, die man auf jeden Fall aufnehmen sollte, um eine Situation später im Film gut dokumentieren zu können. Bei diesen Einstellungen orientiert man sich an den journalistischen W-Fragen, zunächst an "Wo?", "Wer?" und "Was?". Wenn sich die Schüler beim späteren Drehen an dieses Verfahren halten, können sie fast jede Situation verständlich und interessant im Film erzählen. Die fünf Einstellungen bieten zudem eine gute Materialgrundlage, wenn der Film geschnitten werden soll, weil sie in unterschiedlicher Reihenfolge miteinander kombiniert werden können.

  • Ein Junge steht an einem Anhänger vor einem Kuhstall; Rechte: WDR Informationen über den Ort werden in der Regel in Totalen oder Halbtotalen gegeben.

Diese Methode probieren die Schülerinnen und Schüler in der Vorbereitungsphase zunächst mit der Fotokamera aus. Sie arbeiten in denselben Gruppen, in denen sie auch später drehen werden.

Die Aufgabe wird auf Arbeitsblatt 4 "Aufgabe 5-Shot-Technik" erklärt. Mithilfe der Think-pair-share-Methode erarbeiten sie sich mit einem Informationsblatt (Arbeitsblatt 5 "Infoblatt 5-Shot-Technik") diese Technik. Zunächst verarbeiten sie die Informationen alleine, besprechen die Inhalte dann mit ihrem Nachbarn, um sich anschließend in der gesamten Gruppe über ihren Wissensstand auszutauschen. So unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig in ihrem Wissenserwerb. Die Schülerinnen und Schüler sollten vorher die Kamera-Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven kennengelernt haben. Falls Sie die Unterrichtseinheiten nicht durchgenommen haben, schauen sich die Schüler auch den Ausschnitt aus dem Film "Kamera, Cut und Klappe – Filmbegriffe für Einsteiger" mit Ralph Caspers dazu an (Timecode Anfang bis 04:16 Min.).

So vorbereitet, versuchen sich die Schülerinnen und Schüler nun in ihren Gruppen an einer konkreten Umsetzung der 5-Shot-Methode. Sie erstellen eine Fotodokumentation ihrer Situation/ihres Ereignisses.

Damit erproben sie nicht nur die 5-Shot-Methode für das Filmen von Situationen, sondern recherchieren auch wichtige Informationen für die spätere Filmbeobachtung. Wichtig ist, dass die Aufnahmen im Querformat aufgenommen werden, denn das entspricht dem Filmformat. Am Ende haben die Gruppen jeweils fünf Einstellungen in der richtigen Reihenfolge. Sie werden in der Klasse gezeigt und besprochen.

Der Dreh

So vorbereitet, können die Schülerinnen und Schüler die eigentlichen Filmaufnahmen machen. Mit der Videokamera haben sie sich bereits in der Unterrichtseinheit zum Interview vertraut gemacht. Falls Sie die Einheit nicht behandelt haben, können Sie von dort die Übungen übernehmen, wie die Schüler die Kamera kennen lernen können.

Vor dem Dreh sollten in jeder Gruppe die Aufgaben festgelegt werden:

  • Wer übernimmt die Kamera?
  • Wer hält das Mikrofon und überprüft mit Kopfhörern den Ton?
  • Wer führt Regie, behält also den Überblick?
  • Wer stellt die Fragen, falls Interviews eingebaut werden sollen?

Damit die Filme hinterher möglichst wenig geschnitten werden müssen, sollten die Schülerinnen und Schüler im sogenannten Kameraschnitt drehen. Kameraschnitt bedeutet, dass die Einstellungen in der chronologisch richtigen Reihenfolge gedreht werden. Nach jeder Einstellung wird die Kamera angehalten, die nächste Einstellung vorbereitet und dann weitergedreht. Die Aufnahmen werden also in der Reihenfolge aufgenommen, in der sie auch gezeigt werden sollen.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollte die Gruppen während des Drehs besuchen. Die Ergebnisse werden anschließend in der Klasse gewürdigt und besprochen.