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Die Geschichte des Essener Doms ist ein Beispiel für das Verhältnis von kirchlicher und weltlicher Macht im Mittelalter. Das Frauenstift Essen war die Keimzelle der Stadt Essen und hatte als Reichsstift eine starke politische Stellung in der Region. Das Dokudrama zeigt anschaulich, wie das Stift an Einfluss und Macht gewann und wie sich um die Kirche die Stadt Essen entwickelte. An diesem Beispiel lässt sich gut das Kräfteverhältnis zwischen Kaiser, Fürsten und Kirche im Mittelalter behandeln sowie die Bedingungen, unter denen Städte entstanden.
Besonders interessant ist das Essener Beispiel, weil hier Frauen über fast tausend Jahre eine mächtige Position behaupteten. Der Film bietet deshalb Anknüpfungspunkte, die Stellung von Frauen im Mittelalter und die besondere Rolle von Klöstern und Stiften zu behandeln.
Im Mittelpunkt des Films steht ein historisches Bauwerk. Die Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Beispiel Bauwerke als historische Quelle zu "lesen". Der Film arbeitet klar heraus, dass mit baulichen Veränderungen häufig auch politische Statements verbunden waren.
Die Form des Dokudramas mit Spielszenen findet sich bei historischen Themen häufig. Das begleitende "Making-of" zeigt, warum und mit welchen Mitteln in dem Film inszeniert wurde. Die Schülerinnen und Schüler stärken also auch ihre Medienkompetenz in Sachen Geschichtsdokumentationen.
Die begleitenden Unterrichtsvorschläge eignen sich für ein eigenständiges Arbeiten der Schüler in Gruppen-, Einzel- und Partnerarbeit. Die Schülerinnen und Schüler verwenden bei ihren Recherchen verschiedene Medien: Film, Internetquellen und das Geschichtsbuch. Das Thema lässt sich mit Lokal- und Regionalgeschichte verbinden, indem die Schüler nach wichtigen Klöstern und Stiften in der eigenen Umgebung suchen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und nehmen bei verschiedenen Arbeitsaufträgen unterschiedliche Perspektiven ein. Sie lernen, begründet Stellung zu nehmen.
Inhaltsfeld 4: Europa im Mittelalter
Zeitfeld: Mittelalter und frühe Neuzeit
Dimensionen geschichtlicher Erfahrung: Geschlechtergeschichte, Kultur- und Zivilisationsgeschichte
Handlungs- und Kulturräume: Orts- und Regionalgeschichte, Deutsche Geschichte
Thema: Christlich-europäisches Mittelalter – eine Vorgeschichte der Moderne?
Korrelativer Bereich: Der Mensch in der Gemeinschaft – Kirche als Heilsgemeinschaft
Gesellschaft und Kultur des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Formierung Europas im Mittelalter
Die Ständegesellschaft im Mittelalter
Macht und Herrschaft
Stoffbereich 6: Europa im Mittelalter
Die Idee von der Einheit der Welt: Der kaiserliche Machtanspruch auf der Grundlage der römischen Tradition und der Kirche auf der Basis universalen christlichen Glaubens.
Stoffbereich 7: Gesellschaft und Wirtschaft im Mittelalter
Herrschaftsordnungen im Mittelalter
Ständeordnung und ihre Rechtfertigung im christlichen Weltverständnis, Lehnswesen, Grundherrschaft und Leibeigenschaft
Herausbildung des deutschen Königtums unter den Franken- und Sachsenkönigen, Aufstieg zur Kaiserwürde unter Otto I, Machtentfaltung und Niedergang unter den Staufern
Kaiser als Schutzherr der Kirche, Bedeutung der Bischöfe im feudalen Herrschaftssystem, Befreiung des Papsttums aus der weltlichen Bevormundung, Weltherrschaftsanspruch des Papstes, Investiturstreit, Wormser Konkordat
Bäuerliche Lebenswelt, Kloster, Stadt
© Text: Anne Haage, Fachberatung Ulrich Dannenhauer
