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Im Jahr 852 wurde am Hellweg eine bescheidene Kirche errichtet. Das angegliederte Frauenstift wird zur Keimzelle der Stadt Essen. Äbtissinnen aus dem Kaiserhaus bauten es im Mittelalter zu einem mächtigen Zentrum aus. Wer das Stift gründete, ist heute umstritten. Denn die Gründungsurkunde ist gefälscht wie rund ein Drittel aller mittelalterlichen Dokumente.
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Das Essener Frauenstift entwickelte sich zum Erfolgsmodell. Vor allem adelige Töchter reicher Eltern traten ein. Im Gegensatz zum Kloster können sie das Stift verlassen, wenn die Familien einen Ehemann für sie gefunden haben. Der Dom beherbergt heute einen der bedeutendsten Kirchenschätze Deutschlands, darunter die älteste Marienskulptur der Welt.
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Im Jahr 946 brennt die Kirche bis auf die Grundmauern ab. Äbtissin Matilde baut eine neue repräsentative Münsterkirche. Der Bau ist Ausdruck der Macht des adeligen Stifts. Reiche Familien schenken dem Stift Ländereien und Reichtümer. Um die Kirche entsteht eine kleine Stadt, von deren Bürgern sich das Stift strikt abgrenzt.
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1231 ernennt der Kaiser die Äbtissin zur Reichsfürstin. Sie erhält damit auch weltliche Macht wie das Zoll- und Marktrecht. Die Stadt ist völlig vom Stift abhängig. Nach einem erneuten Brand wird 1275 eine mächtige Hallenkirche gebaut. Die Reformation entzweit auch die Mitglieder des Stifts. Eine katholische Äbtissin wird von außen eingesetzt.
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Im 30-jährigen Krieg flüchten die Stiftsdamen nach Thorn. Nach den Entbehrungen des Krieges ist Prunk angesagt. Die Äbtissin baut sich ein Barockschloss und residiert wie eine Fürstin. In Essen-Steele errichtet sie ein imposantes Waisenhaus, das noch heute existiert. Das Stift wird 1803 aufgelöst. Das Münster wird zunächst Pfarrkirche und 1958 zum Essener Dom.
