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3. Stunde

  • In einer Broschüre sind rechte Symbole abgebildet. Nur wer rechte Symbole erkennt, weiß, wann er aktiv werden muss; Rechte: WDR

Entscheide Dich! Was tun gegen Rechtsextremismus? – Vorschlag für die dritte Unterrichtseinheit

Symbolik und (Zahlen-)Codes markieren Zugehörigkeiten, sie stehen für das Bekenntnis zum "rechten 'Way of Life'" und grenzen Angehörige des extrem rechten Lagers gegenüber anderen Subkulturen ab. Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Unterrichtseinheit über rechtsextreme Symbole und gängige (Zahlen-)Codes aufgeklärt werden. Denn Lehrer- und Schülerschaft müssen rechtsextreme Botschaften – auch in ihrer weniger offenkundigen Form – im (Schul-)Alltag erst einmal zur Kenntnis nehmen, bevor sie über Gegenmaßnahmen diskutieren können.

Symbole und Codes

Oftmals sind Lehrkräfte weit entfernt von der kulturellen Alltagspraxis ihrer Schülerinnen und Schüler, die unter Umständen für rechtsextreme Codes empfänglich sind. Jugendlichen muss dagegen verdeutlicht werden, dass der scheinbar harmlose Umstand, sich "rechts chic zu geben", Grundrechte und Grundwerte einer demokratischen Ordnung verletzen und strafrechtliche Konsequenzen (siehe z. B. §§ 86a, 130 StGB) haben kann. Laut §130 StGB liegt das Delikt der Volksverhetzung unter anderem vor, wenn jemand die Menschenwürde anderer angreift, Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung anstachelt oder gar zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen gegen sie aufruft. Ebenso fällt die Leugnung oder Verharmlosung nationalsozialistischer Verbrechen unter diesen Paragrafen. § 86a StGB verbietet das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Kennzeichen sind Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformeln.

Nach einem kurzen Hinweis auf die im Hauptfilm gezeigten Buttons, Symbole und Bekleidungsmarken wird das Infomodul "Symbole und Codes" gezeigt. Es ist in der Rubrik "Sendungen" in diesem Wissenspool zu finden. AB 6 "(Versteckte) Symbole und Botschaften“ erläutert die im Infomodul gezeigten Codes und Symbole, die im Nachgang zum Film erörtert werden. Gegebenenfalls können Lehrerinnen und Lehrer thematisieren, welche dieser Symbole beziehungsweise Botschaften den Schülerinnen und Schülern überhaupt bekannt sind. Sofern notwendig, können im Internet weitere Symbole recherchiert werden, zum Beispiel unter www.dasversteckspiel.de.

Anschließend diskutiert die Klasse: Sollten Schulen das Tragen von rechtsextremen Symbolen oder Codes verbieten? AB 7 "Dulden oder verbieten?" bietet Argumente, auf deren Grundlage eine Pro- und Kontra-Diskussion geführt werden kann. Damit die Diskussion eine gewisse Dramaturgie entfaltet, empfiehlt sich die Bildung einer Pro- sowie einer Kontra-Gruppe, die wechselseitig zu Wort kommen. Die vertretenen Ansichten müssen nicht unbedingt der tatsächlichen Meinung der Schülerinnen und Schüler entsprechen. Die Diskussion sollte ergebnisoffen sein, weil Schule und Unterricht Einstellungen und Handlungsweisen reflektieren, aber nicht präjudizieren können. Vor und nach der Pro- und Kontra-Diskussion kann in einer kurzen Abfrage das Meinungsbild der Klasse ermittelt werden.

  • Arbeitsblatt 6 – "Versteckte Symbole und Botschaften"
  • Arbeitsblatt 7 – "Dulden und verbieten"