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Was heißt hier Respekt? – 3. Stunde

In der dritten Unterrichtsstunde lernen die Schülerinnen und Schüler, Konfliktsituationen besser zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Sie werden für eigene Kommunikationsmuster sensibilisiert und analysieren, wie Redewendungen und Beleidigungen auf Dritte wirken. Sie diskutieren außerdem den Sinn von Regeln zum respektvollen Miteinander anhand der Fair Play-Statuten des Olympischen Komitees. Auf diese Weise sollen die Jugendlichen dafür sensibilisiert werden, dass Respekt nicht nur ein individuelles Gut ist, sondern auch für das soziale Miteinander auf Gruppen- und Gesellschaftsebene essenziell ist.

Du hast die Wahl – ein respektvolles Miteinander

Zum Einstieg erklärt der Lehrer oder die Lehrerin das Kommunikationsmodell "Die vier Seiten einer Nachricht" von Friedemann Schulz von Thun. Das Modell verdeutlicht, dass ein und dieselbe Aussage unterschiedlich gemeint und auch unterschiedlich aufgefasst werden kann. Der Kommunikationswissenschaftler stellt in diesem Modell die unterschiedlichen Aspekte einer Nachricht vor.

Je nachdem, wie der Hörer die vier verschiedenen Seiten der Nachricht interpretiert oder gewichtet, kann es zu Missverständnissen oder gar Konflikten kommen. Schulz von Thun beschreibt die vier Seiten einer Nachricht wie folgt:

  • Die Sache: Unter diesem Aspekt geht es um die beschriebene Sache, die Information.
  • Der Sprecher: Dieser Aspekt offenbart eine Beschreibung/Charakterisierung des Sprechers.
  • Die Beziehung: Unter diesem Aspekt wird die Beziehung zwischen Sprecher und Hörer deutlich.
  • Die Wirkung: Unter diesem Aspekt wird deutlich, welche Reaktion sich der Sprecher vom Hörer wünscht.
  • Ein Schiedsrichter zeigt die Rote Karte; Rechte: WDR Fair Play – sonst gibt's die Rote Karte; Rechte: WDR

Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten das Arbeitsblatt 5 "Respekt: Willst Du mich beleidigen?" und wenden dabei das Kommunikationsmodell an. Die Ergebnisse werden im Plenum besprochen. Mögliche Lösungen stehen auf der dritten Seite des Arbeitsblatts, die nicht mit ausgeteilt werden sollte.

Die Lehrerin, der Lehrer leitet über zu Arbeitsblatt 6 "Fair Play. Respekt im Sport". Auf dem Arbeitsblatt befinden sich vier kurze Statements von Experten zur Fair Play-Deklaration des Olympischen Komitees. Die Schüler teilen sich in fünf Kleingruppen. Vier Gruppen bearbeiten jeweils einen Expertentext und filtern die wichtigsten Informationen heraus. Sie übernehmen in der folgenden Diskussion die Rolle ihrer Experten und müssen sich deshalb über die Argumente des Experten klar werden und zusätzlich eigene Argumente finden. Die fünfte Gruppe liest alle vier Texte und untersucht, wie sich die Meinungen unterscheiden. Sie moderiert die Diskussion.

Dann mischen sich die Gruppen neu, so dass in jeder Diskussionsgruppe jede Expertenmeinung und ein Moderator vertreten ist. Der Lehrer kann als zusätzlicher Moderator eingesetzt werden oder von Gruppe zu Gruppe gehen.

In den Gruppen diskutieren die Schülerinnen und Schüler über die Expertenmeinungen. Jeder Vertreter versucht, die anderen von der Meinung seines Experten zu überzeugen. Am Ende fasst der Moderator das Ergebnis zusammen und reflektiert, wer die besten Argumente hatte.

Zum Schluss wirft der Lehrer die Frage auf, ob den Schülern noch andere gesellschaftliche Zusammenhänge einfallen, in denen festgeschriebene Regeln für den respektvollen Umgang sinnvoll wären. Genannt werden könnten zum Beispiel Jugendgruppen, Unternehmen oder auch die eigene Klasse bzw. Schule.